HORIZONT Medien Award

"Es finden die grössten Verschiebungen seit Jahren statt"

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© Goldbach
Zum neunten Mal hintereinander hat Goldbach in diesem Jahr den HORIZONT Medien Award gewonnen. Ein Anlass für ein Interview, aber diesmal nicht mit den Chefs, sondern mit zwei Managerinnen, die stellvertretend für Erfolg eines gesamten Teams stehen: Tamara Schmid, Head of Branch Office bei Goldbach Media (Switzerland) AG, und Yulia Strotmann, Director International Sales bei Goldbach Publishing AG. Sie erklären das Geheimnis des Dauersieges und wie Goldbach noch besser werden will.
Der Erfolg bei Goldbei beim HORIZONT Medien Award hat viele Gesichter. Zwei davon sind Tamara Schmid, Head of Branch Office bei Goldbach Media (Switzerland) AG, und mit Yulia Strotmann, Director International Sales bei Goldbach Publishing AG. Die beiden haben wie viele andere auch dazu beigetragen, dass sich die Vermarketerin bei der Analyse der Media-Research.Group zur Dauersiegerin entwickelt hat. Sie sind nah an den Kunden und kennen deren Bedürfnisse. Ein Sieger-Interview mal ganz ohne Cheftöne.


Zum neunten Mal hintereinander hat Goldbach den HORIZONT Medien Award in diesem Jahr gewonnen. Mit 20 Minuten stellt die TX Group noch einen Preisträger in diesem Jahr. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?
Tamara Schmid: Das Geheimnis liegt in der Verantwortung, der Begeisterung und dem Durchhaltewillen, mit welchem jeder von uns Herausforderungen annimmt! Wenn ich beispielsweise in meiner Freizeit zum Fernsehturm St. Chrischona – dem höchsten freistehenden Bauwerk der Schweiz auf dem Hausberg vor Basel – mit meinem Fahrrad hoch radle, dann brauche ich bei knapp 500 Höhenmeter genau diese Eigenschaften. Genauso verhält es sich auch mit Goldbach. Auch nach bald 17 Jahren nehme ich immer noch voller Elan jeden extra Höhenmeter für unsere Werbeauftraggeber und Mandanten auf mich und bin dafür verantwortlich ihre Bedürfnisse und Wünsche umzusetzen. Meine Kolleginnen und Kollegen machen dies ebenso.


Yulia Strotmann: Viele Wege führen ja bekanntlich zum Ziel. Aus meiner Sicht gibt es nicht das eine Erfolgsrezept. Jedoch hat Tamara diesbezüglich sehr zentrale Bausteine erwähnt. Was bei Goldbach besonders auffällt – und dies sehe ich vom Junior bis hin zum CEO sowie vom Verkauf bis hin zum Back Office – ist die Leidenschaft, mit welcher wir Projekte angehen. Wir stehen jeden Tag auf und sind mit Freude dabei. Egal, ob es der Geschäftsführer mit strategischen Entscheidungen ist oder der Koch in unserer Kantine. Wir ziehen alle am gleichen Strang und wollen unser Bestes geben. Auch ist es uns ein grosses Anliegen, flexibel zu sein, den Puls des Marktes zu spüren und sich Know-how- technisch auch stetig weiterzubilden. Nur so können wir kompetent auf die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden und Partner eingehen, ihnen einen Mehrwert bieten und über uns selbst hinauswachsen. Einfach zusammengefasst: Your Message is our Passion.
Yulia Strotmann
© Goldbach
Yulia Strotmann

Goldbach liegt nach der Analyse der Media.Research.Goup in allen Leistungswerten vor der Nummer 2 Admeira. Nur bei der Bekanntheit ist das umgekehrt. Wieso kennt Sie in der Schweiz nicht jeder in der Branche?
Schmid: Das ist doch super so. Es gibt noch was zu tun.



Strotmann: Offensichtlich sind die Bekanntesten nicht immer auch die Besten. Aber im Ernst, natürlich ist der Bekanntheitsgrad nicht zu unterschätzen und da sind wir auch selbstkritisch. Vor allem im Ausland werden wir beispielsweise, trotz zahlreicher internationaler Konzerne, als Swiss Media Sales House wahrgenommen, was uns sehr stolz macht. Jedoch besteht natürlich immer noch Luft nach oben. Mein Team und ich arbeiten täglich daran, weitere Partnerschaften im ausländischen Markt auszubauen und zu intensivieren. Entscheidend ist jedoch, dass die Kunden mit unserer Qualität und der erbrachten Leistung zufrieden sind und sich gut aufgehoben fühlen. Denn nur so kann man langfristig und solide am Markt agieren und die eigene Bekanntheit entsprechend ausbauen.
„Wir analysieren gezielt die neuen Mediennutzungsgewohnheiten und erarbeiten zusammen mit unseren Kunden und Partnern entsprechende Werbekonzepte“
Tamara Schmid, Goldbach

Also hat Sie der Ehrgeiz gepackt, im kommenden Jahr auch bei der Bekanntheit die Nummer 1 zu sein?
Schmid: Wir gönnen unseren Mitbewerbern gerne den derzeitigen Vorsprung. Wenn es dann im kommenden Jahr um die Zieleinfahrt geht, werden wir trotz schweren Beinen, gerne nochmals einen Zahn zulegen. Oder Yulia?
Tamara Schmid
© Goldbach
Tamara Schmid

Strotmann: Absolut! Und zwar nicht nur im heimischen Markt, sondern auch im Ausland. Qualität, Leidenschaft und Leistung sollen dabei einfach immer im Zentrum stehen. Denn nur so stellen wir sicher, dass wir den ersten Platz in der Rubrik Bekanntheit – wenn wir diesen erreichen sollten – auch für mehrere Jahre beibehalten können.


Wie wollen Sie das ändern - mit eine Imagekampagne?
Schmid: Wir alle arbeiten täglich an unserem Goldbach-Image, indem wir uns intensiv mit unseren Kunden und Partnern austauschen und gemeinsam Projekte erfolgreich realisieren. Dadurch werden wir natürlich auch weiterempfohlen. Hoffentlich können wir uns alle bald wieder persönlich treffen, sei dies an Business- oder Erlebnisevents oder auch nur zum physischen Meeting.
„Man sollte sich nie auf den eigenen Lorbeeren ausruhen, sondern stetig versuchen sich weiterzuentwickeln.“
Yulia Strotmann, Goldbach

Was ist generell schwieriger für Sie, Mediaagenturen zu begeistern oder die Werbe-Auftraggeber?
Strotmann: Eine sehr interessante Frage! Sowohl Agenturen als auch Kunden sind für uns gleichermassen wichtig. Neu dazugekommen sind auch internationale Partnerschaften, die ebenfalls einen Key-Focus haben. Ein individueller Approach ist jedoch überall entscheidend. Hierbei geht es um die individuelle Beratung und die Berücksichtigung der Bedürfnisse des Gegenübers. Für den nationalen Markt haben wir ein spezialisiertes Kundenteam, welches die Endkunden direkt betreut. Auf der gleichen Ebene haben wir wiederum Spezialisten, welche sich ausschliesslich der Agenturen annehmen.


Derzeit stehen viele Marketingbudgets durch die Folgen des Lockdowns unter Druck. Wie stark ist Goldbach derzeit betroffen?
Schmid: Natürlich sind auch wir von der derzeitigen Corona-Situation betroffen. Nun heisst es aber, den Kopf nicht hängen lassen und dem Ganzen auch noch etwas Gutes abgewinnen. Wir analysieren gezielt die neuen Mediennutzungsgewohnheiten und erarbeiten zusammen mit unseren Kunden und Partnern entsprechende Werbekonzepte, die in der derzeitigen Lage sinnvoll sind. In diesem Zusammenhang konnten wir vom Matratzen-Kunden bis zum Premium-Fleisch-Anbieter ganzheitliche Konzepte umsetzen, deren Erfolg sich nachweisen lässt.
Zur Person
Tamara Schmid ist seit 1994 in der Vermarktung tätig. Davon knapp zehn Jahre bei Publicitas in Basel als Key Account Managerin. Seit 2004 verantwortet sie die Aussenstelle Basel sowie seit 2012 auch die Aussenstelle Bern als Head of Branch Office bei Goldbach Media (Switzerland) AG.

Wie versuchen Sie Agenturen und Werbe-Auftraggeber zu überzeugen?
Strotmann: Das gelingt uns, indem wir flexibel und schnell auf Veränderungen reagieren, transparent kommunizieren sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen. Insbesondere während diesen aussergewöhnlichen Corona-Monaten wurde der Austausch mit unseren Agenturen und Partnern noch intensiver und interessanter, da man durch virtuelle Meetings aus dem Home Office auch einen Einblick ins jeweilige Privatleben bekam. Wir mussten innerhalb kürzester Zeit und unter besonderen Bedingungen neue Werbemassnahmen erarbeiten. Da braucht es gegenseitige Akzeptanz, Verständnis und ein sehr gutes Miteinander!


Das heisst, Sie erwarten für das 2. Halbjahr wieder mehr Volumen?
Strotmann: Gerade in der Krise – und obwohl einige Indikatoren nach oben zeigen, ist diese noch nicht vorbei – lohnt es sich zu werben, denn jetzt werden die Marktanteile der Zukunft verteilt und es finden die grössten Verschiebungen seit Jahren statt. Wir hoffen, dass sich die Werbeausgaben dann im 4. Quartal wieder auf Vorjahresniveau bewegen werden, jedoch ist dies heute noch sehr schwer absehbar.

   
Können Goldbach und 20 Minuten vom Werbeboykott mancher Werbeauftraggeber auf Facebook profitieren?
Strotmann: Wir vertreten klar die Meinung, dass sich qualitativ hochwertige, spannende und innovative Werbeumfelder, die sich neutral messen lassen, langfristig durchsetzen. Fragen Sie gerne in ein paar Monaten nochmals nach.


Schmid: Gerade in Zeiten wie diesen, findet in vielerlei Hinsicht ein Umdenken statt. Ob sich dieses reflektiertere Verhalten auch im B2B-Bereich und im Speziellen bei den Werbe-Auftraggebern langfristig hält, wird die Zukunft weisen.

 
Bemühen Sie sich hier aktiv um einen Shift?
Strotmann: Wir versuchen mit einer ganzheitlichen Beratung sowie mit neuen und auch situationsgerechten Produkten die Kunden von uns zu überzeugen. Beispielsweise vermarkten wir diesen Sommer die grösste Autokino-Eventserie der Schweiz.
Zur Person
Yulia Strotmann, Director International Sales bei der Goldbach Publishing AG, ist verantwortlich für den strategischen Ausbau der Werbekunden und Agenturen im Ausland sowie für die neuen Partnerschaften von Die ZEIT Schweiz und IQ MEDIA MARKETING GMBH. Davor war sie während zwei Jahren als Head of International Sales bei Tamedia Advertising für die zentrale Auslandswerbevermarktung zuständig und über fünf Jahre als Head of Luxury Brand Marketing bei Axel Springer Inc. in New York tätig.

Wie stehen Sie zu dem Thema #stophateforprofit?
Tamara Schmid: Wir finden es gut, wenn sich Unternehmen sozial einbringen und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Im Bereich Corporate Social Responsibility setzt Goldbach den Fokus im Bereich Jugend und Bildung. Wir haben grösstes Vertrauen in unsere Mandanten, dass sie dieses Thema ernst nehmen.


Haben Sie Werbung auf Facebook und Instagram gestoppt?
Schmid: Mit dem Brand Goldbach sind wir weder bei Facebook noch bei Instagram kommerziell aktiv. 


Blicken wir nochmal auf das Ergebnis der Award-Analyse. Sie haben hier das zweitbeste Ergebnis ever geholt. Was haben Sie gegenüber den Vorjahren verändert?
Schmid: Es war klar, dass es in diesem Jahr keine grosse Award-Verleihung geben wird, deshalb haben wir den Forschungsleiter der Media.Research.Group mit einer Bratwurst zu einer eigenen Award-Überreichung geködert. Das Angebot galt aber nur, wenn die Wurst auch bei Goldbach gegessen würde *lacht*.


Lassen wir mal die Bratwurst weg - braucht es das überhaupt, eine permanente Bereitschaft zu Veränderung und zur Transformation? Wer neunmal hintereinander den Award holt, könnte ja auch sagen: Wir sind optimal aufgestellt. Wir lassen alles wie es ist.
Strotmann: Ganz im Gegenteil. Man sollte sich nie auf den eigenen Lorbeeren ausruhen, sondern stetig versuchen sich weiterzuentwickeln. Im Printbereich sind wir erst kürzlich in die Drittvermarktung eingestiegen und können neue Angebote, wie Die ZEIT Schweiz und Deutschland offerieren. Hätten wir unsere operative und strategische Ausrichtung gleich behalten wie im 2019, dann würden wir eventuell hier nicht zusammensitzen und ein nettes Gespräch führen. Dazu kommt, dass der Wettbewerb nicht schläft. Dieser stetige Wandel hält auf Trab und dadurch auch jung. Was Goldbach ausmacht, ist unsere Vision. Wir wollen nicht mit der Zeit gehen oder dieser folgen. Wir sind lieber jene, welche die Zeit vorantreiben und im positiven Sinn verändern.


20 Minuten hat sich nach vier Jahren Unterbrechung in diesem Jahr wieder zur Wahl gestellt und auf Anhieb bei den Medienmarken den Award gewonnen. Haben Sie einen Tipp für die Kollegen wie man zum Seriensieger wird – trotz der Konkurrenz von Google und Youtube?
Strotmann: Wir fokussieren uns auf das Ziel als beste Vermarkterin und daher liegt es uns fern, unseren Kollegen von 20 Minuten als Medienanbieter Tipps zugeben. Sie machen einen hervorragenden Job und zeichnen sich ebenfalls durch grosse Leidenschaft, Ehrgeiz und Motivation aus. Somit der einzige Tipp für einen Seriensieg: Sich nächstes Mal wieder zur Wahl aufzustellen.
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