Helden des Alltags

Schweizer im Galileo 360° Ranking ganz vorne

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© Screenshots Galileo
In seiner aktuell ausgestrahlten Sendereihe "Galileo 360° Ranking" präsentiert das gleichnamige ProSieben Wissensmagazin eine Episode mit 11 Alltagsheldengeschichten aus aller Welt. Ganz vorne mit dabei die Story des Schweizer Helden Bionicman.
Die Welt befindet sich im Würgegriff des Corona-Virus und eines ist klar, die Schwächeren macht es noch schwächer. Galileo erzählt Geschichten von Alltagshelden, die sich aus Berufung Menschen in Not in beispielloser Selbstlosigkeit annehmen. Es sind Geschichten, die weitererzählt werden müssen, weil die Welt in Zeiten wie diesen Alltagshelden aus der Mitte der Gesellschaft braucht. 

Küche statt Knast

Das Restaurant von Chad Houser gehört zu den Top-Adressen in Dallas. Aber etwas will nicht recht in dieses Spitzenlokal passen. Die Angestellten nämlich. Sie sind alle jugendlich und vorbestraft. Das Café Momentum ist ein innovatives Resozalisierungsprojekt. Dallas ist eine der reichsten Städte Amerikas. Doch Dallas ist auch eine Stadt der Kontraste. Es gibt Gangs und Kriminalität. Die Rückfallquote nach dem Jugendgefängnis liegt bei 60 Prozent. Chad Houser will etwas dagegen tun. Verrückt aber wahr, Chad holt Jugendliche direkt aus dem Gefängnis in sein Luxusrestaurant. Für ein 12-monatiges, bezahltes Praktikum. Die Kids durchlaufen dabei vier Stationen. Erst spielen, dann empfangen, später kellern und schliesslich kochen. Es ist eine Ausbildung zur Restaurantfachkraft. Doch warum Ex-Knastis?
Chad Houser, Sternekoch, Inhaber Café Momentum, Alltagsheld aus Dallas
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Chad Houser, Sternekoch, Inhaber Café Momentum, Alltagsheld aus Dallas
„Das Leben dieser Kids war von Entscheidungen bestimmt, die für sie getroffen wurden, ehe sie überhaupt geboren waren. Das gilt auch für mich, mit dem Unterschied, dass mein Leben privilegiert ist. Ich muss davon etwas aufgeben, damit sie etwas davon haben.“
Chad Houser, Sternekoch, Inhaber Café Momentum, Alltagsheld aus Dallas
2015 gibt Chad seinen Job als Sternekoch auf und sammelt Spenden. Mit freiwilligen Helfern baut er eine Werkstadt zu einem Restaurant um. Dann verpflichtet er die ersten 12 Lehrlinge. Alle direkt aus dem Jugendknast. Über 300 Lehrlinge hat er in den letzten Jahren ausgebildet.
„Wenn ich hier nicht angefangen hätte, würde ich wieder im Knast landen. Aber jetzt treffe ich gute Entscheidungen, plane meine Zukunft. Ich habe das Ziel, hier die Ausbildung fertig zu machen.“
Jugendlicher Ex-Häftling aus Dallas
Chad hat vier Sozialarbeiterinnen angestellt. Sie helfen den Jugendlichen bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen oder beim Versuch, doch noch einen Schulabschluss zu schaffen. Chad will den Jugendlichen nicht nur das Kochen beibringen, sondern auch die Liebe zu gutem Essen. Das Café Momentum ist jeden Abend komplett ausgebucht. Trotz Preisen von 30 Euro pro Hauptgericht, macht das Restaurant keinen Gewinn. Die Kosten für die Ausbildung sind so hoch, dass der Sternekoch auf Spenden seiner Gäste angewiesen ist, wenn er sein Projekt am Leben erhalten will. Ein Gast: „Chad ist ein Visionär, der den Kindern einen Ausweg aus der Armut zeigt. Wie sie mit Würde durchs Leben gehen. Das ist das Amerika, das ich unterstütze." Chad Houser ist Alltagsheld, weil er jungen Menschen in Not eine Perspektive bietet.

Superheld mit Handicap

Die Stadt Zürich wird von einem aussergewöhnlichen Superhelden mit einer ganz speziellen Superkraft beschützt, heisst es im Galileo-Beitrag. Seine Geheimwaffe, eine bionische Hand. Sein Name, Bionicman.
© Screenshot Galileo
„Bionicman ist ein Superheld mit Handicap. Sein Handicap ist nicht eine Behinderung, sondern eine Superkraft.“
Michel Fornasier, der Mann, der hinter Bionicman steckt
Seine Mission ist es, Kindern ebenfalls zu Superkräften zu verhelfen. Dass seine bionische Hand damit zu tun hat und wer hinter der rätselhaften Person steckt, dafür trifft das Galileo-Team den Superhelden in Zürich. Auf dem Weg zu einer ganz speziellen Superhelden-Mission. Horizont Swiss hat ihn damals im Rahmen eines Making of begleitet. Bionicman heisst im richtigen Leben Michel Fornasier. Wo immer er auftaucht, scharen sich seine Fans um ihn. Er hat sogar eine eigene Comicreihe. Bionicmans Hand ist eine hochmoderne Handprothese. Aber die eigentliche Superkraft des 41-jährigen ist die, dass er aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke macht. Der Fribourger kommt ohne rechte Hand zur Welt. Das Phänomen nennt sich Dysmelie, eine Fehlbildung von Gliedmassen. Für die Ursache haben Ärzte meist keine konkrete Erklärung.
„Ich muss sagen, er ist schon ein bisschen ein Superman. Er hat eine sehr positive Einstellung und vermittelt gegenüber anderen, die wie ich auch eine solche Hand haben, ein gutes Gefühl und Selbstbewusstsein.“
Livia, 15jährig
2019 gründet Michel die Stiftung „Give Children a Hand“. Durch die verteilt er kostenlos Prothesen an Kinder. Und wie ein echter Superheld, hat auch Michel ein Team mit Superbrains hinter sich. Die Entwickler von SwissProsthetics. Sie stellen Prothesen her, die vor allem Kinder ohne Hand ermöglichen sollen, ganz normal zu leben. Der neuste Coup des Teams, eine Prothese zum Fahrradfahren. Das besondere an ihren Prothesen, an den Basisschaft lassen sich verschiedene Module stecken. Damit Menschen mit Handfehlbildungen an allen Aktivitäten teilnehmen können. Die Prothesen kommen aus dem 3D-Drucker. Das ist oft kostengünstiger als die Herstellung normaler Prothesen. Zurück zu Bionicmans Mission: Kindern Mut machen und ihnen zeigen, dass in jedem von uns ein Superheld schlummert. Fornasier: „Es macht mich sehr, sehr dankbar, das machen zu dürfen. Den Kindern auch Mut zu geben, zu sich selber zu stehen und cool sein auf ihre Art. Jeder ist cool auf seine Art. Bionicman, ein echter Superheld.

Kleider machen Leute

In einer besonderen Kleiderboutique im New Yorker Problemviertel Queens geschehen kleine Wunder. Und das ist einem Alltagshelden zu verdanken. Er heisst Kevin Levingston und ist Erfinder des Projekts 100SUITS - STAND OUT. STAND UP. STAND TALL.  Kevin ist ein ehemaliger Bankangestellter. Nach einem Schicksalsschlage verlor er den Job und wurde Obdachlos. Seit er sich daraus gekämpft hat, heisst sein Ziel, anderen Mut machen. 100suits.org. Kevin: „Wir gehen dahin, wo die Gangs das sagen haben und Gewalt an der Tagesordnung ist. Da braucht man uns." Mitten im Problemviertel verteilt er feinen Zwirn. Er sammelt Kleider von reichen New Yorkern. Hochwertige Kleider für Männer und Frauen.
Kevin Livingston, Alltagsheld aus New York
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Kevin Livingston, Alltagsheld aus New York
„Kleider machen keine Leute. Es sind die Menschen selbst, die Dinge erreichen. Wir holen es einfach nur raus aus ihnen. Eben mit Hilfe der Kleider.“
Kevin Levingston, Gründer von 100Suits, Alltagsheld aus New York
Kevin: „Kleider machen keine Leute. Es sind die Menschen selbst, die Dinge erreichen. Wir holen es einfach nur raus aus ihnen. Eben mit Hilfe der Kleider.“ Kevin bringt das Glück dahin, wo es dringend gebraucht wird. „Unseres Mission bei 100 Suits: Magische Augenblicke erzeugen. Sie haben die Kraft, ganze Leben zu verändern.“ Im Beitrag ein Mann, der dank Kevin bestens eingekleidet zum Vorstellungsgespräch antritt und den Job auch kriegt.


 
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