Halbjahresbilanz

NZZ-Mediengruppe rutscht in die Verlustzone

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Im ersten Semester 2019 belief sich das Gruppenergebnis der NZZ-Medinegruppe noch auf 9,4 Millionen CHF
© NZZ-Mediengruppe
Im ersten Semester 2019 belief sich das Gruppenergebnis der NZZ-Medinegruppe noch auf 9,4 Millionen CHF
Im 1. Halbjahr 2020 hat die NZZ-Mediengruppe einen betrieblichen Gesamtertrag von 95,2 Millionen CHF erwirtschaftet. Das sind 15,1 Millionen CHF oder 14 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Sie musste ein negatives operatives Ergebnis von -1,2 Millionen CHF hinnehmen.
Das Medienunternehmen führt die negative Geschäftsentwicklung in einer Mitteilung vor allem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. Beispielsweise mussten vom 16. März an alle Veranstaltungen entweder abgesagt oder auf das dritte Quartal verschoben werden. Dadurch kam es im Veranstaltungsgeschäft zu Einbussen in Höhe von acht Millionen CHF. Der Werbemarkt Print büsste etwa sieben Millionen CHF ein, betroffen war hier demnach insbesondere der Premiumbereich.


Mit positiven Nachrichten wartet die NZZ-Mediengruppe nach eigenen Angaben indes im Lesermarkt und im Digital-Bereich auf. Die Anzahl Abonnenten stieg gegenüber dem Vorjahr um beinahe 20% an und betrug per Ende Juni mehr als 189.000. Im Werbemarkt Digital hat sich das Wachstum des Vorjahres fortgesetzt, und zwar unter anderem dank der Erweiterung des Vermarktungsnetzwerks des Digitalvermarkters Audienzz und der Umsätze der neu akquirierten ArchDaily-Gruppe.

Unter Strich jedoch reduzierte sich der Ertrag Nutzermarkt insgesamt um 4% oder 2,1 Millionen CHF, im Werbemarkt um 21% oder 6,8 Millionen CHF. Die Verminderung des übrigen Ertrags um 24% oder 6,2 Millionen CHF ist der Mediengruppe zufolge auf den Ausfall von Sponsoring-Erträgen im Veranstaltungsbereich sowie Mietzinsreduktionen bei den Betriebsliegenschaften zurückzuführen.


Im Juni hatte die NZZ-Mediengruppe ein Kostensenkungsprogramm angekündigt. Dies beinhaltet Einstellungsstopp, Senkung von Marketingausgaben, Reduktion von Seitenumfängen der Print-Ausgaben sowie die Einführung von Kurzarbeit in bestimmten Unternehmensbereichen. In Kombination mit weiteren Maßnahmen wurde der betriebliche Gesamtaufwand um 8% oder 8,2 Millionen CHF gedrückt.

Es resultiert ein Unternehmensverlust per Halbjahr von 3,4 Millionen CHF, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 12,8 Millionen CHF.
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