Google Annual Safety Report 2020

3,1 Milliarden Anzeigen blockiert, 6,4 Milliarden eingeschränkt

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Zum zehnten Mal veröffentlicht Google heute den jährlichen Ads Safety Report. Darin präsentiert der Internet-Gigant seine Anstrengungen zur Verhinderung böswilliger Nutzung seiner Werbeplattformen. Google sagt, Einblicke in die Art und Weise zu geben, wie man Richtlinienverstösse im Anzeigen-Ökosystem verhindere, sei ein wichtiges Anliegen,  und man teile 2021 dazu mehr Daten als je zuvor.

Programm zur Identitätsprüfung

Der Ads Safety Report sei aber auch eine von vielen Möglichkeiten, Transparenz darüber zu schaffen, wie Werbung auf den Plattformen funktioniere. Im vergangenen Frühjahr habe man ausserdem ein Programm zur Überprüfung der Identität von Werbetreibenden eingeführt. Man verifiziere derzeit Werbetreibende in mehr als 20 Ländern und habe damit begonnen, den Namen und den Standort des Werbetreibenden in der Funktion "Über diese Anzeige" zu teilen, damit die NutzerInnen wissen, wer hinter einer bestimmten Anzeige steckt.

3,1 Milliarden Anzeigen blockiert

Im Jahr 2020 seien die Richtlinien und deren Durchsetzung ganz besonders auf die Probe gestellt worden. Corona, diverse Wahlen und der anhaltende Kampf gegen bösartige Akteure, die nach neuen Möglichkeiten suchten, Menschen online auszunutzen, waren grosse Herausforderungen, schreibt Google im Blogpost von heute, 17. März 2021. Man habe dabei 3,1 Milliarden Anzeigen blockiert oder entfernt, weil sie gegen Richtlinien verstiessen, und weitere 6,4 Milliarden Anzeigen eingeschränkt.

Zertifizierungsprogramm für Online-Apotheken

Es ist das erste Jahr, in dem Google Informationen über Anzeigenbeschränkungen weitergibt. Die Beschränkung von Anzeigen ermögliche es, den Ansatz auf der Grundlage von geografischen Gegebenheiten, lokalen Gesetzen und eigenen Zertifizierungsprogrammen anzupassen, sodass genehmigte Anzeigen nur dort angezeigt werden, wo sie angemessen, und legal sind. So verlangt Google etwa von Online-Apotheken, dass sie ein Zertifizierungsprogramm absolvieren. Sobald sie zertifiziert sind, zeige man ihre Anzeigen nur in bestimmten Ländern, in denen der Online-Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten auch erlaubt ist. In den letzten Jahren habe man eine Zunahme von länderspezifischen Anzeigenvorschriften beobachtet, und die Einschränkung von Anzeigen ermögliche es nun, Werbetreibenden zu helfen, diese Anforderungen regional mit minimalen Auswirkungen auf ihre breiteren Kampagnen einzuhalten.

Anzeigen von 1,3 Milliarden Publisher-Seiten entfernt

Ausserdem habe man weiter in die automatisierte Erkennungstechnologie investiert, um das Web effektiv und, wie es im Blogpost heisst, in grossem Umfang auf die Einhaltung von Publisher-Richtlinien zu überprüfen. Dank dieser Investition und einiger neuer Richtlinien habe man die Durchsetzung deutlich erhöhen können und im Jahr 2020 Anzeigen von 1,3 Milliarden Publisher-Seiten entfernt, im Vergleich zu 21 Millionen im Jahr 2019. Ausserdem habe man die Schaltung von Anzeigen auf über 1,6 Millionen Publisher-Seiten mit schwerwiegenden Verstössen gestoppt.

99 Millionen Anzeigen mit Coronabezug blockiert

Als die Zahl der COVID-19-Fälle im Januar letzten Jahres weltweit anstieg, habe man die  "Richtlinie für sensible Ereignisse" durchgesetzt, um Verhaltensweisen wie Preistreiberei bei gefragten Produkten wie Händedesinfektionsmittel, Masken und Papierwaren oder Werbung für falsche Heilmittel zu verhindern. Es folgten weitere Richtlinien, um es medizinischen Anbietern, Gesundheitsorganisationen, lokalen Behörden und vertrauenswürdigen Unternehmen zu ermöglichen, wichtige Updates und Inhalte zu veröffentlichen, während gleichzeitig Missbrauch verhindert wurde. Da zudem krude Behauptungen und Verschwörungen über den Ursprung und die Verbreitung des Coronavirus im Internet kursierten, wurde eine Richtlinie eingeführt, die sowohl Werbung als auch monetarisierte Inhalte über COVID-19 oder andere globale Gesundheitsnotfälle verbietet, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen. Insgesamt habe man im Laufe des Jahres über 99 Millionen Anzeigen mit Bezug zu Corona blockiert, darunter solche für Wundermittel, N95-Masken aufgrund von Lieferengpässen und zuletzt auch gefälschte Impfstoffdosen.

Kampf gegen die neuesten Formen von Betrug und Scams

Traurig: Google hat im. Akteure würden dabei Tarnungen verwenden, für nicht existierende virtuelle Unternehmen werben oder Anzeigen für telefonbasierte Betrügereien schalten, um sich entweder vor der Erkennung zu verstecken oder ahnungslose Verbraucher von den Plattformen wegzulocken. 2020 habe man dagegen zahlreiche Massnahmen ergriffen:

  • Die Einführung neuer Richtlinien und Programmen, darunter ein Programm zur Überprüfung der Identität von Werbetreibenden und das Programm zur Überprüfung von Geschäftsabläufen.
  • Investitionen in Technologien zur besseren Erkennung von koordiniertem schädlichem Verhalten, die es ermöglichen, die Punkte über Konten hinweg zu verbinden und mehrere Akteure auf einmal zu sperren.
  • Verbesserung der automatisierten Erkennungstechnologie und der menschlichen Überprüfungsprozesse auf der Grundlage von Netzwerksignalen, früheren Kontoaktivitäten, Verhaltensmustern und Benutzerfeedback.

70 Prozent mehr gesperrte Werbekonten

Die Anzahl der wegen Richtlinienverstössen gesperrten Werbekonten stieg um 70  Prozent von 1 Million auf über 1,7 Millionen. Darüber hinaus wurden über 867 Millionen Anzeigen blockiert oder entfernt, weil sie versucht haben, die Erkennungssysteme zu umgehen, einschliesslich Cloaking, und weitere 101 Millionen Anzeigen, weil sie gegen die Richtlinien zur Falschdarstellung verstossen haben. Das sind insgesamt über 968 Millionen Anzeigen.

US-Wahlen: Anzeigen bei über drei Milliarden Suchanfragen blockiert

Google hat umfassende Bibliotheken für politische Anzeigen in den USA, Grossbritannien, der Europäischen Union, Indien, Israel, Taiwan, Australien und Neuseeland eingeführt. Zudem habe man mit den Enforcement-Teams auf der ganzen Welt daran gearbeitet, die Plattformen vor Missbrauch zu schützen. Als in den USA klar wurde, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahlen nicht sofort feststehen würde, haben man entschieden, dass die US-Wahl unter die Richtlinie zu sensiblen Ereignissen fallen würde und in der Folge eine Pause für politische Anzeigen in den USA durchgesetzt, die nach Schliessung der Wahllokale begann und bis Anfang Dezember andauerte. In dieser Zeit wurden mehr als fünf Millionen Anzeigen vorübergehend pausiert und Anzeigen bei mehr als drei Milliarden Suchanfragen blockiert, die sich auf die Wahl, die Kandidaten oder deren Ergebnis bezogen.

Gegen 168 Millionen Seiten Massnahmen ergriffen

Bereits 2017 habe man granularere Mittel zur Überprüfung von Websites auf Seitenebene entwickelt, einschliesslich nutzergenerierter Kommentare, um es Verlagshäusern zu ermöglichen, ihre breiteren Websites weiterzubetreiben und gleichzeitig Werbetreibende vor negativen Platzierungen zu schützen, indem man anhaltende Verstösse stoppte. In den Jahren seit der Einführung von Massnahmen auf Seitenebene habe man weiter in automatisierte Technologie investiert, was in einem Jahr wie 2020, in dem man eine Zunahme von Hassreden und Aufrufen zur Gewalt im Internet verzeichnete, von entscheidender Bedeutung war. Diese Investition hätten nun geholfen, die Monetarisierung schädlicher Webinhalte zu verhindern. Man habe gegen rund 168 Millionen Seiten im Rahmen dieser Richtlinie für gefährliche und herabwürdigende Inhalte Massnahmen ergriffen.

Potenziellen Bedrohungen stets einen Schritt voraus

Im kommenden Jahr will Google weiterhin in Richtlinien, Expertenteams und Durchsetzungstechnologien investieren, um potenziellen Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein. Man bleibe standhaft auf dem Weg, die Verifizierungsprogramme weltweit zu skalieren, um die Transparenz zu erhöhen und mehr Informationen über das Werbeerlebnis allgemein verfügbar machen zu können. Hier der Blogpost von Google zum Report.

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