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Zukunft des Replay-Fernsehen gesichert

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TV-Sender, TV-Verbreiter und Verwertungsgesellschaften sichern die Zukunft des Replay-Fernsehens. Die Verwertungsgesellschaften und die Nutzerverbände Suissedigital und Swissstream haben sich auf einen neuen Tarif geeinigt, der das zeitversetzte Fernsehen in der Schweiz gestützt auf das Urheberrechtsgesetz regelt. Die Speicherdauer für TV-Programme wird dabei von 7 auf 14 Tage verlängert. Ausserdem können die Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Angebot der TV-Verbreiter zukünftig selber wählen, wieviel Werbung sie im Replay anschauen wollen. Der gefundene Kompromiss sieht für die TV-Sender demgegenüber neu die Möglichkeit zur Vermarktung einer Start-Werbung von wenigen Sekunden, von kurzen Spots, wenn die Werbung im Programm überspult wird, sowie einer Display Werbung beim Drücken des Pausen-Knopfs vor. Die neue Regelung tritt per 1. Januar 2022 in Kraft.
Der gefundene Kompromiss sieht für die TV-Sender demgegenüber neu die Möglichkeit zur Vermarktung einer Start-Werbung von wenigen Sekunden, von kurzen Spots, wenn die Werbung im Programm überspult wird, sowie einer Display Werbung beim Drücken des Pausen-Knopfs vor.


Im Kontext der von Suissimage geführten urheberrechtlichen Tarifverhandlungen haben die Nutzerverbände Suissedigital und Swissstream und die in der Schweiz tätigen und mit Werbung finanzierten TV-Sendern gemeinsam nach neuen innovativen Werbeformaten für TV-Sender im Replay TV gesucht. Nachdem es das Parlament im Dezember 2018 abgelehnt hatte, im Zuge der Urheberrechtsrevision das Regime der Privatkopie beim Replay TV neu zu regeln und stattdessen dazu aufgerufen hatte, den Konflikt um die TV-Werbung im Replay unter den involvierten Parteien einvernehmlich zu klären, konnte in den vergangenen 18 Monaten eine zukunftsweisende Lösung entwickelt werden, welche die unterschiedlichen Interessen von Zuschauerinnen und Zuschauer, werbefinanzierten TV-Sendern und TV-Verbreitern ausgleichend berücksichtigt. Der neue Urheberrechtstarif wurde am 11. Juni der Eidgenössischen Schiedskommission für Urheberrechte (ESchK) zur Genehmigung eingereicht.

Zuschauer profitieren von längerer Replayfrist

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können neu TV-Sendungen anschauen, die bis zu 14 Tage zurückliegen. Bisher war die Möglichkeit zur Aufzeichnung von TV-Programmen auf 7 Tage begrenzt. Das im Replay TV zur Verfügung stehende Programmangebot verdoppelt sich damit für Zuschauerinnen und Zuschauer.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer können zudem aus dem Angebot der TV-Verbreiter selbst wählen, wieviel Werbung sie im Replay anschauen wollen. Aufgrund des neuen Urheberrechtstarifs ist es möglich, dass die TV-Verbreiter Replay-Angebote mit stark reduzierter Werbung oder sogar ohne Werbung anbieten. Der gefundene Kompromiss sieht für die TV-Sender demgegenüber neu die Möglichkeit zur Vermarktung einer Start-Werbung von wenigen Sekunden, von kurzen Spots, wenn die Werbung im Programm überspult wird, sowie einer Display Werbung beim Drücken des Pausen-Knopfs vor. Zudem müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Einstieg ins Replay-TV nicht mehr bis zum Start manuell vorspulen, sondern sie sind neu nach der Start-Werbung automatisch am Anfang des gewünschten Replay-Programms. Ebenso können sie nach dem Abspielen der kurzen Werbespots direkt zum Programm springen.

Breit abgestützte Branchenlösung

Die Branchenvereinbarung ist ein breit abgestützter Kompromiss zur nachhaltigen Sicherung des Replay TV in der Schweiz. Der Beitritt zur Branchenvereinbarung steht jedem TV-Verbreiter und TV-Sender offen und ist nicht zwingend. Die SRG erachtet die Verlängerung der Replay-Dauer auf 14 Tage für nicht angemessen und ist nicht an der Branchenvereinbarung  beteiligt. Trotzdem können mit dem Einigungstarif und der Branchenlösung auch SRG-Programme 14 Tage gespeichert und bei einer Werbung wie bis anhin vorgespult werden.


Alexander Schmid, Geschäftsführer Swissstream: «Zusammen mit den TV-Sendern haben wir das Fernsehen bei einer regulatorisch komplexen Ausgangslage mit einem gutschweizerischen Kompromiss attraktiver gemacht. Die Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen eine längere Replay-Dauer und können wählen, ob sie gar keine oder noch stark limitierte Werbung im Replay wollen. Sie können aus einem à la Carte Angebot auswählen.»

Simon Osterwalder, Geschäftsführer Suissedigital: «Ich bin froh, dass mit dem nun vorliegenden Einigungstarif eine lange Periode von Rechtsunsicherheit mit gesetzgeberischen Aktionen zu Ende geht. Es ist eine Kompromisslösung, bei der divergierende Interessen berücksichtigt wurden. Es ist eine faire Lösung.»

Valentin Blank, Geschäftsführer Suissimage: «Nach den intensiven Verhandlungen in den letzten Monaten zwischen den Interessensvertretenden sind wir erfreut, dass alle Beteiligten Hand boten für eine zukunftsorientiert Lösung des Replay, die den Zuschauerinnen und Zuschauern, den Verbreitern, den Rechteinhaberinnen und den Sendern zugutekommt.»

Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment bei CH Media: «Wir machen Replay-TV für die Zuschauerinnen und Zuschauer noch attraktiver und erhalten eine gute Basis, damit wir mit innovativen Angeboten  wachsen und weiter in Schweizer TV-Sendungen investieren können.»
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