Swiss Radio Day

Auffindbarkeit ist das grösste Problem der Audioanbieter im Netz

 Mehr als die Hälfte des Audio- und Radio-Hörens erfolgt bereits über das Internet.
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Mehr als die Hälfte des Audio- und Radio-Hörens erfolgt bereits über das Internet.
593 Onlineaudioangebote von 261 aktiven Anbietern gibt es aktuell in der Schweiz. Ein grosser Teil arbeitet nicht kostendeckend. Hauptproblem für die Anbieter ist aber die Aiffindbarkeit in den Weiten des Netzes - obwohl sie ihre Programme nicht nur auf der eigenen Website, sondern auf einer Vielzahl von Kanälen verbreiten. Das zeigt eine Goldmedia-Studie, die vom Bundesamt für Kommunikation in Auftrag gegeben und am Swiss Radio Day vorgestellt wurde.
Im so genannten Webmedienmonitor von Goldmedia im Jahr 2017 wurden 165 Onlineaudio-Anbieter in der Schweiz mit insgesamt 490 Angeboten eruiert, in der neuen Ausgabe der Studie sind es nun 593 Angebote von 261 Anbietern. Die Zahl der Angebote ist also um 21 Prozent gewachsen, die Anbieter haben gar um 58 Prozent zugenommen.


Alle diese Anbieter produzieren aktuell insgesamt 1382 Minuten neue Audioangebote pro Monat (fast 24 Stunden), vor zwei Jahren waren es noch 971 Minuten. Allerdings arbeiten derzeit erst 12 Prozent gewinnbringend und 20 Prozent geben an, kostendeckend zu arbeiten.  Besser sehen ihre Prognosen für 2021 aus: Bis dahin glauben 59 Prozent der Anbieter zumindest kostendeckend arbeiten zu können. Die Haupteinnahmen generieren sie durch Werbung auf der Website oder App (70%), durch Sponsoring (65%) und Spenden (38%).
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66 Prozent der Anbieter sind mit den Abrufzahlen generell zufrieden und 74 Prozent rechnen gar mit weiterem Wachstum.
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Ein grosses Problem für die Anbieter ist aber die Auffindbarkeit ihre Onlineaudioangebots im Netz: 37 Prozent von ihnen äussern sich in dieser Hinsicht. Obwohl sie ihre ANgebote längst nicht mehr nur über ihre Webiste oder App verbreiten, sondern auch über diverse Social-Media-Kanäle, Youtube oder über Aggregatoren wie den Swiss Radio Player. 38 Prozent sagen denn auch, dass ihnen der Swiss Radio Player neue Hörer zugeführt habe, seit er vor einem Jahr lanciert worden ist.

Diese Zahl neuer Hörer dürfte aber ingesamt eher gering sein, geht man von den Angaben aus, die Goldmedia bei den Onlineaudio-Nutzern selbst erhoben hat. Demnach verschiebt sich deren Audionutzung tatsächlich zunehmend in den Onlinebereich. Was aber hören sie? Am beliebtesten sind nach wie vor Radioprogramme über UKW und DAB+ (59%), aber recht dicht gefolgt von den Musikstreamingdiensten (45%), weitere 21 Prozent hören Audioangebote über Videostreamingdienste und 17 Prozent hören Podcasts. Aber nur 2 Prozent der Onlineaudionutzer nutzen Radio-Aggregatoren wie den Swiss Radio Player! Hier zeigt sich, dass dieser beim Marketing noch Luft nach oben hat.
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Übrigens: Die Nutzer sind durchaus auch bereit, für ihren Musikgenuss zu bezahlen. So hören etwa 48 Prozent der unter 30-Jährigen auch kostenpflichtiges Onlineaudio. Bei den Hörern 60+ dagegen hören 72 Prozent ausschliesslich kostenfrei. Im Schnitt sind die Nutzer bereit, für Musikstreaming 93 Franken pro Jahr zu bezahlen, Jüngere geben sogar bis zu 131 Franken aus.
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Die vollständige Goldmedia-Präsentation zum Wem^bmedienmonitor 2019 finden Sie hier.
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