"Gender Content Gap"

Ringier lanciert die Initiative "EqualVoice" und will damit die Berichterstattung über Frauen in den Medien erhöhen!

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© Canva/Ringier
Das Ziel der neuen Initiative der Ringier Gruppe ist die Erhöhung der Sichtbarkeit von Frauen in der Medienberichterstattung. Denn 77 Prozent der Medienberichte handeln von Männern, wie Ringier in einer Pressemitteilung schreibt. Es gibt dafür auch bereits einen Fachbegriff: "Gender Content Gap".

Lancierung der Initiative EqualVoice

Als internationaler Medienkonzern setzt sich die Ringier Gruppe mit ihrer publizistischen und technologischen Kraft für die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern ein. Schreibt die Gruppe in einer heute veröffentlichten Medienmitteilung. Deshalb hat das Unternehmen heute die Initiative EqualVoice lanciert. Ziel ist, Frauen in der Berichterstattung sichtbarer zu machen und ihnen die gleiche Stimme zu geben. Verleger Michael Ringier und CEO Marc Walder präsidieren das Projekt, das von CFO Annabella Bassler initiiert wurde. Das Advisory Board besteht aus: Simona Scarpaleggia (Head of «The Future of our Work» Global Initiative INGKA Group (IKEA)), David Allemann (CEO und Co-Gründer On), Nicole Burth (CEO Adecco Switzerland), Ingrid Deltenre (Medienmanagerin und Verwaltungsrätin), Christiane zu Salm (Medienunternehmerin und Advisor) und Franziska Tschudi Sauber (CEO Weidmann Holding AG).

77 Prozent der Medienberichte handeln von Männern

Medienberichte in der Schweiz handeln zu 77% von Männern. Laut dem Global Media Monitoring Project 2016 lag der Anteil weltweit sogar bei 82%. 2019 stellt sich die Situation nicht viel anders dar. Auf Blick.ch liegt der Anteil der Artikel über Männer bei aktuell 75 % und der über Frauen bei 25%. Dieses Ergebnis wirft Fragen auf: Gibt es keine Frauen, über die es sich zu berichten lohnt? Geben Männer die besseren Schlagzeilen her? Oder ist das Verhältnis in den Medien schlicht Abbild der Realität in der Arbeitswelt, in der Frauen in Chefetagen weniger vertreten sind? Wissenschaftler sprechen von einem sogenannten "Gender Content Gap". Das Thema wird viel diskutiert, so auch bei Ringier als global agierendem Medienunternehmen.
„Mit EqualVoice wollen wir Frauen in der Medienberichterstattung sichtbarer machen“
Ringer-CEO Mark Walder
"Wir wollen Männern und Frauen in unseren Medien gleichwertiger positionieren", sagt Annabella Bassler, Chief Financial Officer der Ringier AG. Sie hat die Initiative «EqualVoice» lanciert, die nach innen und aussen wirken soll, und die von Verleger Michael Ringier sowie CEO Marc Walder präsidiert wird.

Kern der Initiative ist der EqualVoice-Factor

Er zeigt auf, wie sichtbar Frauen und Männer auf den Ringier- und Ringier Axel Springer Schweiz-Webseiten sind. «Bei jeder Webseite analysiert das Ringier eigene Data-Tool Sherlock, die Anzahl an Artikeln über Frauen und Männer», erklärt Katia Murmann, Chefredaktorin Blick Digital. Daraus entstehen zwei sogenannte Scores: Zum einen der Teaser-Score, der Bilder, Überzeilen, Titel und die Leads im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Frauen und Männern auf den Webseiten der Ringier Medien auswertet. Und zum anderen der Body-Score, der den Text des jeweiligen Artikels analysiert, indem er konkret misst, wie oft Frauen und Männer zu Wort kommen. Die Personen auf den Bildern erkennt und zählt Amazon Rekognition systematisch aus. Die verwendeten Algorithmen und die Qualität der Daten werden regelmässig von Ringier Daten-Spezialisten und den Redaktionen überprüft, damit die künstliche Intelligenz kontinuierlich dazulernt.

Redaktoren sollen intern sensibilisiert werden

"Dabei ist nicht das Ziel, dass wir auf einmal in allen Titeln 50% Männer und 50% Frauen haben, sagt Marc Walder. «Unsere Journalisten sind keine Aktivisten, jeder Titel hat seine eigene DNA, die es zu schützen gilt. Vielmehr geht es darum, dass die Chefredaktorinnen und -redaktoren ihre Teams für das Thema Gleichwertigkeit sensibilisieren. Wir sind überzeugt, dass Frauen und Männer gemeinsam viel mehr bewirken als Frauen und Männer alleine. Und: Es gibt mehr Frauen, über die es sich zu berichten lohnt.»

"Statt Quoten zu fordern, treiben wir mit unserer publizistischen und technologischen Kraft die Gleichstellung von Frauen und Männern voran und leben sie konkret im Alltag", sagt Annabella Bassler. "Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist ein gesellschaftlich hoch relevantes Thema. Umso wichtiger ist es uns, dieses Thema in der gesamten Schweizer Gesellschaft über unsere Medien weiter voranzutreiben und unseren Beitrag zu leisten."

Bereits Projekt Edit-a-thon mit SRF und Wikipedia initiiert

Die Ringier Redaktionen beschäftigten sich bereits seit geraumer Zeit mit der Gleichwertigkeit in der Berichterstattung. So setzt der BLICK regelmässig Schwerpunkte zu Themen, die für Frauen relevant sind. Zudem hat Blick.ch-Chefredaktorin Katia Murmann den Edit-a-thon mit dem SRF und Wikipedia initiiert, der Frauenbiographien auf Wikipedia bringt.

Der Beobachter zählt bereits seit längerem mit

Beim Beobachter zählt ein Team von Redaktorinnen und Redaktoren regelmässig das Geschlechterverhältnis aus und thematisiert die Verteilung an den Redaktionssitzungen. Und auch bei der Schweizer Illustrierten sowie den Wirtschaftsmedien ist das Thema im Redaktionsalltag präsent.
„Es gibt schon so viele gute Massnahmen. Mit EqualVoice wollen wir unsere Kraft bündeln, voneinander lernen und diesem so wichtigen Thema eine Plattform geben. “
Annabella Bassler, Chief Financial Officer der Ringier AG

Klarer internen Auftrag an die Redaktionen

Heute wurde die Equal Voice Initiative allen Ringier Mitarbeitenden in einer Kick-off Veranstaltung vorgestellt. In jeder Redaktion werden nun Projektteams zusammengestellt, die den Auftrag haben, sich mit der Frage zu beschäftigen: Was heisst EqualVoice für den jeweiligen Titel - und wie können wir EqualVoice im Alltag umsetzen.
„Dass wir endlich in der Lage sind, mithilfe von Daten schwarz auf weiss zu belegen, wie stark Frauen und Männer in unseren Medien anteilsmässig vertreten sind, wird der Umsetzung von Gleichstellung enorm förderlich sein, da wir uns nicht mehr auf eine gefühlte Gleichstellung verlassen müssen.“
Annabella Bassler, Chief Financial Officer der Ringier AG
Die Auswertungen und Kennzahlen des EqualVoice Faktors werden den Mitarbeitenden regelmässig intern kommuniziert und im Jahresbericht der Ringier AG ab 2020 ausgewiesen.
Über Ringier

Mit einem Portfolio von über 140 Marken in Print, Radio, TV und Online ist Ringier das grösste diversifizierte Schweizer Medienunternehmen und erreicht auf allen Kanälen mehrere Millionen Menschen pro Tag. Zudem gehört Ringier zu den führenden Investoren in digitale Marktplätze in Europa und Afrika. Ringier wurde 1833 als Schweizer Familienunternehmen gegründet und steht mit einer über 180-jährigen Geschichte für Pioniergeist, Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit sowie Informationsvielfalt. In den letzten zehn Jahren hat Ringier knapp zwei Milliarden Schweizer Franken in die Digitalisierung investiert. Heute hat Ringier rund 7‘300 Mitarbeitende in 19 Ländern und erzielte 2018 einen Umsatz von über einer Milliarde Schweizer Franken. Mit einem digitalen Anteil von 71% am operativen Gewinn nimmt Ringier eine Spitzenposition unter den europäischen Medienunternehmen ein.




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