gegen Sexismus

Globus listet Smoothie True Fruits aus

Bei Globus nicht mehr im Regal. Smoothie-Hersteller True Fruits
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Bei Globus nicht mehr im Regal. Smoothie-Hersteller True Fruits
Sie fallen seit Jahren schon durch provokante Werbung auf. Sexistisch und rassistisch, so kommt die Kommunikation von True Fruits, bei immer mehr Konsumenten an. Nun reagiert der erste Schweizer Detailhändler. Globus listet den deutschen Smoothie-Hersteller aus seinem Sortiment aus.
Der aktuelle Stein des Anstoßes, der auch zu einer Rüge des deutschen Werberats führte:  Die Werbemotive bildeten einen mit Sonnencreme auf einen Frauen- bzw. Männerrücken gemalten ejakulierenden Penis ab. Der ursprüngliche Werbetext lautete: "Sommer, wann feierst du endlich dein Cumback?" ("cum" ist das englische Wort für Sperma, "back" das für Rücken). Dazu passend daneben abgebildet: Der „Sun Creamie“ in der Geschmacksrichtung Pfirsich-Maracuja. Eine Smoothie-Flasche, deren Aufmachung an die klassische Sonnencreme erinnert. Die Veröffentlichung der Motive auf Instagram, Facebook und Twitter führte zu massiver Kritik und rund 900 Beschwerden von Nutzerinnen und Nutzern.
True Fruits - der aktuelle Stein des Anstosses
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True Fruits - der aktuelle Stein des Anstosses



Bereits seit Februar fordert eine Petition die Handelspartner weltweit auf, True Fruits auszulisten. Fast 45.000 Menschen haben mittlerweile unterzeichnet. Bekannte Influencer wie Madeleine Alizadeh (@dariadaria) riefen zum Boykott der Marke auf. Auch die Autorin und Podcasterin Charlotte Roche beteiligte sich an den Boykottaufrufen. Zumindest bei der Migros-Tochter Globus gibt es nun eine Reaktion: „Wir verurteilen jegliche Form von Rassismus und Sexismus scharf. Diese Marketingkampagne ist für uns inakzeptabel“, sagt Marcela Palek, Leiterin Corporate Communication von Globus gegenüber dem „Blick“.  Auch Patrick Forster, Geschäftsführer des Grosshndlers Forster Gruppe , äußert sich gegenüber der Zeitung kritisch : „Wir unterstützen oder billigen solche Dinge in keiner Art und Weise. Wir werden umgehend Kontakt mit den betreffenden Kunden aufnehmen, sie informieren und mit ihnen zusammen weiterschauen. Mir wäre es lieber, wenn wir die Marke aus dem Sortiment nehmen könnten", der Zeitung.Bei Spar, Top CC und Prodega, weiteren Schweizer vertriebspartner des Somoothieherstellers sieht man hingegen derzeit keien Veranlassung, sich von True Fruits zu trennen.

Dabei ist es keinesfalls das erste Mal, dass Werbung von True Fruits negativ auffällt. "Abgefüllt und mitgenommen”, mit diesen Worten bewarb der Smoothie-Hersteller True Fruits 2018 einen To-Go-Trinkaufsatz für Flaschen. Viele verstanden das als sexistische Anspielung. Doch nicht genug: Ein Getränk in einer schwarzen Flasche betitelte das Unternehmen unter anderem mit Slogans wie “Unser Quotenschwarzer” und “Schafft es selten über die Grenze”.


gleichfalls beanstandet. True Fruits schwarze Flasche
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gleichfalls beanstandet. True Fruits schwarze Flasche
Die schwarze Edition hat das Unternehmen nach Rassismus-Vorwürfen im Februar diesen Jahres aus dem Sortiment genommen, und begründete die Entscheidung mit Sarkasmus und bewusst falsch zu verstehenden Wortspielen: Der beanstandete Smoothie sei "das schwarze bzw. weiße (?) Schaf der Familie. Seinetwegen haben wir uns oft schwarz ääähh weiß geärgert." Dem Hersteller, so war dort weiter zu lesen, gingen die ständigen Fehlinterpretationen auf die Nerven. Man nehme den Smoothie in der schwarzen Flasche deshalb aus dem Sortiment: "Wirklich nur deswegen, jetzt habt Ihr es schwarz auf weiß". Einsicht oder eine Entschuldigung? Fehlanzeige, wie die aktuellen Massnahmen erneut zeigen.
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