Future Creative Leaders

Dinge, die man nicht googeln kann

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Aline Zünd, Trainee bei Jung von Matt LIMMAT
© Jung von Matt LIMMAT
Aline Zünd, Trainee bei Jung von Matt LIMMAT
In weniger als einer Sekunde erscheinen mehr als 10 Millionen Suchergebnisse auf Google für den Begriff Rituale. Rituale scheinen ein essentieller Bestandteil unseres Lebens zu sein. Von Geburtstagen über Schulabschlüsse bis hin zum morgendlichen Kaffee. Und sie sind – auch das sagt mir Google – wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Arbeitskultur.

Trotzdem: Bis zu Beginn meines Traineeships habe ich mir nie Gedanken zu diesem Thema gemacht - bis ich eine Feuertaufe bei Jung von Matt erlebte...

Eine neue Arbeitsstelle im Home Office anzufangen hat seine Tücken. Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen durch ungezwungenen Smalltalk beim 10-Uhr-Kaffee kennenlernen? Unmöglich. Die erfolgreiche Integration ins neue Arbeitsteam scheint sich auf Zoom-Meetings und die wiederkehrenden "du bist noch auf mute"-Gespräche zu beschränken. Doch dann kamen die Rituale. Und davon gibt es bei Jung von Matt einige. Bereits am ersten Tag wurde ich wortwörtlich ins kalte Wasser geworfen. Ich begann mein Traineeship um 7 Uhr morgens mit einem Sprung in die 7 Grad kalte Limmat, mitsamt meinen Coaches und den anderen neuen Trainees. Der Hass auf das kalte Wasser und die Liebe zum gratis Morgenkaffee verband uns von diesem Moment an wohl mehr als jedes Teambuilding-Seminar dies jemals könnte.

Noch bevor die erste Woche vorüber war, mussten wir uns der berühmt-berüchtigten Feuertaufe unterziehen. Was das ist? Jede und jeder Neustarterin und Neustarter erzählt innerhalb von 2 Minuten, wie sie oder er die erste Woche bei Jung von Matt erlebt hat. Vor der gesamten Agentur. Und das ganze natürlich möglichst kreativ (wer die erste Kolumne gelesen hat, weiss, dass gewisse Personen sich sogar tätowieren liessen, um bei der Feuertaufe zu glänzen). Also schmiedeten wir Pläne, brainstormten und fragten eine Menge der alt eingesessenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Tipps und Tricks und natürlich ihren eigenen Feuertaufen. Positiver Effekt davon: Wir hatten eine perfekte Ice-Breaker-Frage und lernten die Teams und ihre legendären Geschichten kennen. Natürlich gibt es noch einige Rituale mehr. Aber die sollen hier nicht alle verraten werden (falls du dich fragst, was am "Five Place" passiert, musst du dich schon selber bewerben). Fakt ist aber: Durch die Rituale wurden wir Neustarterinnen und Neustarter in Rekordzeit zu einem Teil des grossen Jung von Matt-Teams.
Das Jung von Matt LIMMAT Feuertaufe-Board
© Jung von Matt LIMMAT
Das Jung von Matt LIMMAT Feuertaufe-Board
Sie gaben uns Sicherheit, Routine und das Gefühl, dazuzugehören. Denn egal, wie individualisiert unsere Gesellschaft ist: Wir sind und bleiben soziale Wesen und streben danach, Teil einer Gruppe, einer Familie, eines Teams zu sein.

Google kann vielleicht mehr als 10 Millionen Suchergebnisse liefern, weshalb Rituale so essentiell sind, aber eine Feuertaufe bestanden zu haben, mit tosendem Zoom-Applaus belohnt zu werden und das Gefühl zu haben, angekommen zu sein, muss man schon selber erlebt haben. Denn das sind Dinge, die man nicht googeln kann.

Über die Autorin, die Serie

Aline Zünd ist Trainee bei Jung von Matt. Sie absolviert das sechsmonatige Traineeprogramm als "Future Creative Leader". Ziele des Programms: Gemeinsam erste interdisziplinäre Erfahrungen in einer Agentur machen und sich für eine Karriererichtung in der Kreativbranche entscheiden. Aline hat einen Bachelor in Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen. Aline kann zwar kein einziges Lied der Welt auswendig, dafür kann sie in Windeseile Ikea-Möbel zusammenbauen. In diesem Sinne: Know your strengths. Alines Beitrag ist eine weitere Folge der Serie "Future Creative Leaders" bei HORIZONT Swiss in Zusammenarbeit mit Jung von Matt LIMMAT. Junge Talente bringen ihre Empfindungen zum Ausdruck, in ihrer Sprache, mit ihren Worten.

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