Expo 2020

Ignazio Cassis verzichtet auf Geld von Philip Morris

Die Europa-Zentrale von Philip Morris hat ihren Sitz in Lausanne
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Die Europa-Zentrale von Philip Morris hat ihren Sitz in Lausanne
Der Tabakkonzern wird den Schweizer Expo-Auftritt in Dubai nicht finanziell unterstützen. Das hat der Außenminister jetzt entschieden. Cassis wolle die Vermittlung eines positiven Schweiz-Images nicht gefährden, heißt es in einer Mitteilung des EDA.

Eigentlich wollte sich Philip Morris als "Goldsponsor" mit etwa 1,8 Millionen CHF am Schweizer Pavillon auf der Expo 2020 beteiligen. Das wären knapp ein Viertel der Drittmittel in Höhe von 7,5 Millionen CHF gewesen, die in das Gesamtbudget von 15 Millionen CHF für den Pavillon fließen sollen.



Das hat Cassis nun verhindert. In der EDA-Mitteilung steht zur Begründung, "dass durch die umstrittene Partnerschaft das übergeordnete Ziel des Schweizer Auftritts, nämlich die Vermittlung der Stärken und eines positiven Images der Schweiz, in Frage gestellt werden könnte". Weiter heißt es, der FDP-Bundesrat habe im Juni von der möglichen Sponsoringpartnerschaft erfahren und sei damals in Hinblick auf die Zusammenarbeit mit einem Zigarettenhersteller skeptisch gewesen. Eine Entscheidung darüber wollte er aber planmäßig erst in diesem dritten Quartal fällen.

Der Druck durch die Medienberichterstattung und die Kritik von Gesundheitsexperten und Politikern an dem Sponosring dürften Cassis kaum eine Wahl gelassen haben. Zusätzlich zu seiner Entscheidung gegen Philip Morris hat er die ihm unterstellte Präsenz Schweiz gleich noch den Auftrag erteilt, die bestehende Sponsoring Policy des Außendepartments zu überarbeiten und die Kriterien für künftige Sponsoring-Partnerschaften mit der Zentrale und in den Außenvertretungen zu überprüfen.


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