E-Zigaretten

Branchencodex für Jugendschutz

E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
© tibanna79/Fotolia
E-Zigaretten sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen
Das neue Tabakproduktegesetz, das die Abgabe von E-Zigaretten an Minderjährige regeln soll, lässt auf sich warten. Doch Jugendschutz hat bei sieben Branchenvertretern Vorrang. In einem Codex haben sich die Unterzeichner verpflichtet, E-Zigaretten an Minderjährige nicht mehr zu verkaufen und diese auch nicht zu umwerben.



Der Codex tritt am 1. Oktober in Kraft und soll bis zum Inkrafttreten eines neuen Tabakproduktegesetzes gelten, so das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Bislang regelt das bestehende Gesetz weder das Abgabealter noch die Werbung für E-Zigaretten. Zu den Unterzeichnern gehören drei grosse Tabakkonzerne sowie Coop, Denner, Lidl und Valora. Weitere Marktteilnehmer sollen folgen. Die Abgabe von E-Dampfgeräten und zu verdampfenden Flüssigkeiten (Liquids) an Personen unter 18 Jahren soll damit ausgeschlossen werden. Die Unternehmen wollen auch auf Werbung für solche Produkte verzichten, die sich speziell an Minderjährige richtet.

Bereits eine Woche zuvor hat der Branchenverband Swiss Vape Trade Association (SVTA) einen nicht ganz so strengen Codex formuliert. Darin verzichten die Parteien auf die Abgabe nikotinhaltiger Produkte an Minderjährige sowie die Abgabe nikotinfreier Liquids an Personen unter 16 Jahren. Zum SVTA gehören Hersteller und Vertreiber von E-Zigaretten und entsprechendem Zubehör. Bisher haben den Codex 38 Firmen unterzeichnet. Die beiden Branchenvereinbarungen gelten parallel. Mit diesen Regelungen werde der Jugendschutz in Bezug auf das Abgabealter und Werbeeinschränkungen deutlich verbessert, schreibt das BLV.


Das künftige Tabakproduktegesetz will E-Zigaretten mit Tabakprodukten gleichsetzen. Sie unterliegen dann den gleichen Abgabeverboten und Werbebeschränkungen und wie herkömmliche Zigaretten. vg
stats