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Senior eSports will Weltrekord knacken und weiter wachsen

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Senior eSports will einen Weltrekord aufstellen und das Thema E-Sports für Menschen ab 35 Jahren weiter voranbringen
© Senior eSports /Screenshot
Senior eSports will einen Weltrekord aufstellen und das Thema E-Sports für Menschen ab 35 Jahren weiter voranbringen
E-Sports ist in der Schweiz noch kein Massenphänomen. Doch der elektronische Sport gewinnt stark an Bedeutung, vor allem auch bei Menschen jenseits der 25 Jahre. Das liegt unter anderem an Unternehmen wie Senior eSports. Vor etwas mehr als einem Jahr gegründet, konzentriert sich das Start-up vor allem auf ältere E-Sportler. Jetzt setzt es nächsten den nächsten Impuls für den jungen Trendsport. Am 27. August will Senior E-Sports einen neuen Weltrekord auf einer Fortnite Battle Royale Map aufstellen.
Es ist eine Ansage. Am 27. August will Senior eSports einen neuen Weltrekord aufstellen. 100 Senioren auf einer Fortnite Battle Royale Map. Und wie das derzeit ausschaut, dürfte das auch klappen. "Bei unserem Summer Cup wollten wir E-Sports Titel ausprobieren, die wir bisher nicht im Fokus haben. Fortnite ist ja bekannt, dass der Altersdurchschnitt bei ungefähr 18 Jahren liegt. Wir dachten uns aber, komm lass es uns versuchen", sagt René Merkli. Aus dem Versuch werden 120 Anmeldungen. Das Soll für den Weltrekord wäre damit erfüllt.


Merkli ist der Vater und Motor hinter der Idee. Im Mai 2019 hat er die Senior E-Sports Community gegründet. Aus eigenem Antrieb wie er erzählt, weil es für ihn weltweit keine passende E-Sports-Liga gegeben hat. Mittlerweile ist er kein Einzelkämpfer mehr. "Wir knacken bald die 1000er Grenze", sagt er. Allein während des Summer Cups im Juli und August hat sich die Mitgliederzahl auf seiner Plattform verdoppelt. Mitspielen kann hier jeder ab 35 Jahren. Im Schnitt sind die Mitglieder aktuell 40,5 Jahre alt, der älteste Member ist 67.

Doch das soll nur die Basis für mehr sein. Senior eSports will weiter wachsen. Zum einen, weil während des Lockdowns das Interesse an Gaming stark gewachsen ist, auch wenn die aufmerksamkeitsstarken Offline-Events, bei denen die Fans den Top-E-Sportlern zuschauen, wegen Corona alle abgesagt werden mussten.

Zum anderen, weil Merkli grundsätzlich ein grosses Potenzial sieht. Sehr schnell nach der Gründung ist Senior eSports deshalb nach Deutschland und Österreich expandiert. Allein in Deutschland gibt es 15 Millionen Gamer, die über 40 Jahre alt sind. "In den USA ist das Potenzial dreimal so hoch", sagt Merkli. Und auch im Heimatmarkt sieht der Wachstumschancen, weil Angebot und Interesse gleichermassen wachsen. Ab September können daher auf Senior eSports 15 Ligen, Turniere und Cups in verschiedenen Games gespielt werden, etwa Rainbow Six Siege, FIFA, CS:GO, Call of Duty, NHL, Fortnite und Rocket League. Ende August lanciert Merkli zudem die neue App der Plattform.
„Als Start-up wollen wir auch anderen Start-ups helfen, sich im E-Sports zu etablieren“
René Merkli, Senior eSports

Doch alleine auf Mund-zu-Mund-Empfehlungen will sich Merkli nicht verlassen. Gezielt umwirbt er neue Mitgleider auf verschiedenen digitalen Kanälen. "Bei unserer Zielgruppe funktioniert Facebook sehr gut", sagt der Gründer. Zudem spielt Google Search eine Rolle. Noch wichtiger dürften Gaming Influencer werden, die im Alter der Zielgruppe sind. Auch um zu zeigen, dass E-Sport keine Frage des Alters ist. So hat gerade Ex-Nationalspieler Daniel Gygax die Zusammenarbeit mit Senior eSports als Markenbotschafter verlängert.

Daneben gibt es noch weitere Aspekte in der Kommunikationsstrategie: So präsentiert Merkli das Start-up in unterschiedlichsten Communities. "Wir versuchen auch eine möglichst grosse Präsenz auf Twitch zu haben, das heisst regelmässig zu streamen, wie unsere wöchentlichen Summer Cups", sagt Merkli. Dafür investiert er auch. "Wir haben ein neues Streaming Studio, powered by Razer, aufgebaut und werden dies in Zukunft rege nutzen."

Getragen wird das Projekt finanziell aktuell von verschiedenen Investoren. "In Zukunft werden wir uns durch ein konkretes Geschäftsmodell finanzieren", erklärt Merkli. Doch mehr mag er dazu noch nicht sagen. Eine wichtige Rolle spielen zudem Sponsoren, die aber mehr erhalten können als nur eine werbliche Platzierung.  "Wir bieten ihnen beispielsweise an, die Integration ihrer Logos auf den digitalen Fahrzeugen unserer Gran Turismo Community. Somit erhöhen wir die Reichweite um ein Vielfaches, denn die Rennen werden jeweils von uns und der Community gestreamt." Und so gehören Marken wie Logitech, Asus und Joule Performance zu den Unternehmen mit denen Senior eSports bereits zusammenarbeitet oder zusammengearbeitet hat.

Aber es sind nicht nur die grossen Namen, die Merkli bei dem Thema reizen. Gezielt arbeitet er auch mit kleinen Anbietern wie Drinkbetter enerxxy und PWRGUM zusammen. "Als Start-up wollen wir auch anderen Start-ups helfen, sich im E-Sports zu etablieren", sagt Merkli. Ein gelungener Weltrekordversuch dürfte die Attraktivität da noch deutlich erhöhen. mir
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