E-Commerce-Studie

Online-Handel wächst dank Corona-Pandemie

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Bestellwachstum der beliebtesten Online-Sortimente während des Lockdown
© ZHAW-Studie Onlinehändler-Befragung 2020
Bestellwachstum der beliebtesten Online-Sortimente während des Lockdown
Jeder zweite Online-Shop in der Schweiz hat während der Corona-Krise einen Anstieg der Bestellungen in mindestens einem seiner Sortimente von mehr als 20 Prozent verzeichnet. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Marketing Management an der ZHAW School of Management and Law hervor.
Vom Wachstum profitierten laut ZHAW sowohl kleine als auch grosse Online-Shops im B2C- und B2B-Bereich. "Viele Onlineshops erlebten eine Umsatzsteigerung von bis zu 1.500 Prozent und konnten sich vor Bestellungen kaum retten", teilt Studienautor Darius Zumstein mit. Besonders gefragt waren unter anderem Lebensmittel, Do-It-Yourself-Artikel und Sportwaren. Zur Begründung heißt es, die Verbraucher hätten wegen der temporären Schliessung oder zur Vermeidung des Besuchs von stationären Läden vermehrt online eingekauft. Ausserdem hätten viele Menschen im Home-Office gearbeitet, auch sonst deutlich mehr Zeit zu Hause verbracht und ihre Freizeitgestaltung verändert.


Der Nachfrageschub hat der Studie zufolge oft zu Kapazitätsengpässen geführt. Bei 62 Prozent der befragten Unternehmen kam es zumindest teilweise zu Lieferschwierigkeiten, zwei Drittel kämpften mit mittleren bis grossen Problemen im Einkauf. Dazu kamen bei vielen Firmen Kapazitätsengpässe in der Bestellverarbeitung, im Lager, in der Logistik und im Kundenservice. Zur Bewältigung der Situation stockten sie ihr Personal auf oder verstärkten überlastete Bereiche durch Mitarbeitende aus anderen Abteilungen. Zudem erhöhten sie unter anderem Lagermengen und -kapazitäten oder erweiterten ihr Sortiment.

Meistgenutzte Zahlungsmittel in Onlineshops sind weiterhin Rechnung und Kreditkarte mit einem Anteil von je 49 beziehungsweise 32 Prozent der Transaktionen. Stark zugenommen hat die Verbreitung der Mobile-Payment-Plattform Twint, die inzwischen jeder zweite Onlineshop anbietet. Technisch im Hintergrund abgewickelt werden die Zahlungsvorgänge am häufigsten über die Anbieter Paypal, PostFinance, Worldline/SIX Payment Services und Datatrans.


Die ZHAW-Studie basiert auf einer elektronischen Umfrage unter 330 Schweizer Online-Shops im Zeitraum zwischen dem 6. Mai und dem 13. August. Die Untersuchung ist nach 2018 und 2019 zum dritten Mal erschienen.
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