#DigitalLove Studie

Wie sich die Digitalisierung auf die Schweizer Art zu lieben auswirkt

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Seit Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen verzeichnet die Dating-App Tinder einen Zuwachs von 33 % an Unterhaltungen, auch Parship erkennt einen positiven Trend. Zudem entwickeln sich neue Online-Dating-Möglichkeiten wie die Schweizer App „be my quarantine“. Das Online-Magazin Come-Closer.ch ist der Liebe im Internet im Rahmen einer Studie auf den Grund gegangen. Die Studie wurde von der Agentur Marketagent.com durchgeführt und kann als repräsentativ für die deutschsprachige Schweiz angesehen werden.
Matchen, Ghosten, Benching, Zombieing – diese Begriffe klingen für einige sicher erst einmal neu, andere werden wissend nicken. Diese Anglizismen beschreiben im Prinzip Dinge, die es schon vor dem Zeitalter von Tinder und Co. gab – nur sind sie heute griffiger bezeichnet. Die Prinzipien, sich bei jemandem einfach nicht mehr zu melden oder eine andere Person nur dann aus der Mottenkiste hervorzuholen, wenn es einem gerade passt, sind keine Erfindung des Online-Zeitalters, allerdings könnten diese Phänomene heute häufiger vorkommen.

Das neues Online-Magazin Come-Closer.ch

Das neue Online-Magazin Come-Closer.ch, das sich als "Die neuen Begleiter in Sachen Liebe, Beziehung und Sex" positioniert ist der schönsten Hauptsache der Welt auf den Grund gegangen und hat eine Studie der Online-Dating-Plattform Parhsip über den "Einfluss des Internets auf das Liebesleben" ausgewertet. Entstanden ist der mutmasslich erste Online-Liebesatlas der Schweiz, mit drei, wie soll man sie nennen, Liebesatlanten.

Zum Auftakt die Harcore-Lovefacts 

  • 69 % der frischen Beziehungen sind online entstanden 
  • Jeder Vierte Mittelländer wollte seinen Ex schon einmal zurückgewinnen 
  • 31,1 % der Westschweizer betreiben Online-Dating 
  • Genfer verlassen ihren Partner mit 19,2 % sehr häufig ohne eine Begründung 
Es folgen drei Grafiken. Zusätzlich enthält die Studie die professionellen Einschätzungen des bekannten Schweizer Paartherapeuten Dr. Klaus Heer.

Im Mittelland läuft allerhand

Die digitale Liebe findet besonders im Mittelland grossen Anklang. 42,7 % der Befragten geben an, schon einmal einen Partner online kennengelernt zu haben. Danach kommen der Raum Zürich (36,8 %), die Zentralschweiz (36,4 %) und die Nordwestschweiz (31,3 %, knapp vor der Westschweiz (31,1 %). Im Raum Bern versuchen nur 27 %, ihren nächsten Partner online zu treffen. Das Schlusslicht bildet die Ostschweiz (17,3 %), wo man sich tendenziell wohl noch immer in der Offline-Welt nach einem Date umschaut.

Online-Dating in der Schweiz. Mehr zum Dating-Verhalten der Schweizer gibt es auf come-closer.ch.

Die Mehrheit der Liebessuchenden im Internet ist männlich. Die Altersstruktur erstreckt sich hauptsächlich über zwei Altersgruppen: 18-29 Jahre (46 %) und 30-39 Jahre (43,5 %). Über die Hälfte (55 %) der Studienteilnehmer sind in einer Beziehung, die maximal ein Jahr alt ist. 69 % davon haben sich online kennengelernt. Zum Vergleich – nur 6,3 % der restlichen befragten Paare haben sich vor 2001 kennengelernt, also vor der Zeit des Online-Datings.

Wenn sich Date und Daten in Luft auflösen

Als "Ghosting" wird das offenbar weitverbreitete Phänomen bezeichnet, wenn sich der digital Flirt in Luft auflöst und zum Geist wird. Damit gemeint ist eine Handlung, bei der ein (Dating-)Partner ohne Ankündigung oder Erklärung den Kontakt abbricht. Er verschwindet einfach von der Bildfläche wie ein Geist. Weitere Kommunikationsversuche werden für gewöhnlich ignoriert, oft wird die „geghostete“ Person auch auf allen sozialen Medien blockiert. Wann dieser Entschluss gefasst wird, ist schwer empirisch festzuhalten. Was sagt Paartherapeut Klaus Heer dazu?

„Ghosting“ in der Schweiz. Mehr zum Dating-Verhalten der Schweizer gibt es auf come-closer.ch.

"Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass beides, das Zusammenkommen und das Auseinandergehen, mit der Zeit niederschwelliger geworden ist. Möglicherweise betrifft das aber hauptsächlich die experimentelle Phase in der Paarungsgeschichte der Leute. Das heisst, solange man nach dem Maximal-Matching-Partner fahndet, mit dem man sich dann ultimativ festlegt. Ab dem vollen Ja aus vollem Herzen ist Schluss mit Ghosting, schätze ich. Trennung wird zum Weltuntergang, der unfassbar schmerzt. Weil die eigene Liebesinvestition bereits in existenzielle Höhen gewachsen ist."


Und was sagen die Daten zum Ghosting? Schauen wir uns die Daten an: Der Grossteil der Teilnehmer, der schon einmal selbst geghostet hat, ist aktuell schon bis zu fünf Jahren in einer Beziehung (26,2 %) und zwischen 30 und 39 (20,5 %) bzw. zwischen 40 und 49 Jahre (18,2 %) alt. Nur 17,1 % der vergebenen Teilnehmer haben sich online kennengelernt, was daraus schliessen lässt, dass „Ghoster“ nicht zwangsläufig „Online-Dater“ sind.

Vom Geist zum Zombie 

Was passiert eigentlich, wenn man es sich anders überlegt und den geghosteten Partner doch wiedersehen möchte? Dann rutscht man in das nächste Beziehungsphänomen – vom „Ghost“ zum „Zombie“. Den Vorgang nennt man das "Zombieing". Aber wie viele Zombies gibt es in der Schweiz?

„Zombieing“ in der Schweiz. Mehr zum Dating-Verhalten der Schweizer gibt es auf come-closer.ch.

Wie der Begriff “Zombieing” schon nahe legt, erwacht hier etwas wieder zum Leben – nämlich eine alte Liebe oder ein vergangenes Abenteuer. Grundsätzlich versteht man darunter, dass ein Ex-(Dating-)Partner nach Monaten der Stille wieder Kontakt aufnehmen möchten. Dieses Verhalten ist bestimmt schon vor Tinder und Co. öfter vorgekommen, jedoch wurde es bisher nie wirklich betitelt. Das Zeitalter des Online-Datings änderte das. Kann man hier jedoch einen Trend ablesen? Wir schauen uns die Zahlen genauer an.

Studienteilnehmer, die die Frage „Haben Sie sich nach einem plötzlichen Kontaktabbruch wieder beim Partner gemeldet und so getan, als wäre nichts gewesen“ mit „Ja“ beantworteten, waren zwischen 18 und 29 Jahren (16,7 %) bzw. zwischen 30 und 39 Jahren (17,5 %) alt. Hier liegt der Trend bei Beziehungstypen bis zu fünf Jahren (26,2 %). Es gaben mehr Studienteilnehmer an, sich online kennengelernt zu haben (17,1 %) als offline (12,7 %). Daraus lässt sich schliessen, dass uns die Online-Welt eine Kontaktaufnahme einfacher macht. In Zeiten des Briefverkehrs gestaltete sich eine erneute Kontaktaufnahme deutlich schwieriger – heutzutage muss man nur mehr ein Facebook-Like setzen, um wieder auf sich aufmerksam zu machen. Doch wo ist die Sehnsucht nach Verflossenem am grössten?

Matchen, Ghosten, Zombieing – wird unsere Liebe nun digital beeinflusst?

Vergleichen wir alle Daten miteinander, lassen sich zumindest geografisch keine Rückschlüsse darüber ziehen, ob die Phänomene Ghosting und Zombieing durch das Internet beeinflusst werden beziehungsweise, ob uns das Internet in unserer Art zu lieben negativ beeinflusst. Die Studie erfragte ebenfalls, wie es mit der aktuellen Partnerzufriedenheit aussieht. Die Daten zeigen, dass sich der Grossteil der Schweizer in einer Beziehung, die schon länger als 5 Jahre hält, online kennengelernt hat (20,2 % online versus 15,1 % offline). Ebenfalls scheint der Kinderwunsch bei Online-Paaren (85 %) ausgeprägter zu sein als bei Offline-Paaren (74 %). 

Die Liebe macht, was sie will

Vielleicht lässt sich unser Dating-Verhalten aber auch gar nicht gänzlich empirisch ergründen. Zu komplex ist die Partnerwahl – heute wie damals. Dr. Heer fasst das für uns so zusammen: "Die Liebe macht, was sie will. All den blitzgescheiten Algorithmen der digitalen Verkuppelungsbranche zum Trotz. Auch unberührt von unserem eigenen Wunschdenken und unseren romantischen Theorien. Lieben heisst, sich auf ein unverständliches, nicht kalkulierbares Abenteuer einzulassen. Ghosting und Zombieing gehören zum wilden Wesen der Liebe – sicher, solange man sich suchend in ihre Welt vortastet. Sogar, wenn man sich ganz für einen Menschen entschieden hat und mit ihm lebt, weiss man zu keinem Moment, ob die Beziehung die nächsten Tage so überlebt, wie wir es gewohnt sind. Liebe ist viel zerbrechlicher, als wir uns das vorstellen. Genau so zerbrechlich wie das Leben selbst."


Credentials
Come-Closer.ch ist der neue Begleiter in Sachen Liebe, Beziehung und Sex: "Wir sind Kummerkasten, Ratgeber und Unterhaltungsformat in einem. Egal ob du in einer langfristigen Partnerschaft bist oder das Single-Fieber geniesst – wir wissen, wie du das Beste aus deiner Zeit machst."; PEAK ACE ist die Perfomance-Agentur aus Berlin, die die Studie graifsich und sprachlich in Form gebracht hat; Marketagent.com ist die Organisation, welche die Studie durchgeführt hat. Parhsip.ch ist die Auftraggeberin der Studie.




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