Digitale-Transformation

SRF-Schrumpfkurs bei Personal und Programm geht in eine nächste Runde

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SRF-Direktorin Nathalie Wappler informierte die SRF-Mitarbeitenden
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SRF-Direktorin Nathalie Wappler informierte die SRF-Mitarbeitenden
SRF-Direktorin Nathalie Wappler informierte die SRF-Mitarbeitenden heute über die Sparvorgaben für die nächsten zwei Jahre sowie weitere Schritte zur Transformation im Rahmen von «SRF 2024». Aufgrund der rückläufigen Werbeeinnahmen sowie der laufenden Transformation muss SRF die Anzahl Vollzeitstellen bis 2022 reduzieren. Im Programm sind zugunsten des Aufbaus neuer Angebote weitere Verzichte nötig. Um die Entwicklung der neuen Organisation von SRF voranzutreiben, die ab 1. April 2021 in Kraft treten soll, hat die Direktorin Interimsleitende für zentrale neue Abteilungen und Bereiche ernannt.

Fehlende Werbeeinnahmen

Letzte Woche hat Generaldirektor Gilles Marchand darüber informiert, dass die SRG bis 2024 nochmals rund 50 Millionen Franken einsparen. An einer Personalinformation erläuterte Direktorin Nathalie Wappler heute die finanzielle Situation für SRF: Aufgrund der rückläufigen Einnahmen aus Werbung und Sponsoring wird SRF bis 2022 nochmals 16 Millionen Franken sparen müssen.

Hohe Transformationskosten

Planen muss SRF auch die Umlagerungen zur Transformation gemäss «SRF 2024»: Um die erforderlichen neuen Angebote sowie Investitionen in die Infrastruktur realisieren zu können, braucht SRF bis 2022 insgesamt 52 Millionen Franken – diese Mittel müssen zusätzlich gespart werden. In Zahlen: Bei SRF ergibt sich für die kommenden zwei Jahre zusammengezählt ein Sparbetrag von 68 Millionen Franken. Rund 37 Millionen Franken davon können dank neuer Technologien durch die Anpassung der Produktionsstandards sowie der Organisation erzielt werden, 31 Millionen Franken durch Einsparungen im bestehenden Angebot.

Kleinere und andere Belegschaft

Gemäss heutiger Planung führen die für SRF nötigen Einsparungen bis im Jahr 2022 zu einer Reduktion von 116 Vollzeitstellen – von heute 2292 Vollzeitstellen auf 2176 Vollzeitstellen. Der Abbau beträgt jedoch insgesamt 211 Vollzeitstellen, weil SRF gleichzeitig 95 neue Stellen schaffen will. «Diese neuen Berufsbilder und Kompetenzen brauchen wir dringend, wenn uns die Transformation gelingen soll», so Nathalie Wappler. Daneben seien 100 Umschulungen vorgesehen; das nötige Weiterbildungsbudget sei bereitgestellt.

Geschrumpftes TV-Angebot

Im linearen Programm konzentriert SRF die Mittel noch stärker auf die Hauptsendezeiten. Darum sind ab Sommer 2021 anstelle der Vorabendsendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» auf SRF 1 unterschiedliche Formate nach dem Grundkonzept «Mini …, dini …» geplant. Ausserdem sieht SRF im Sommer- und Feiertagsprogramm weniger Neuproduktionen vor. Im Rahmen der bereits kommunizierten Reduktion von Übertragungen externer Veranstaltungen werden auch das Basel Tattoo und das Zirkusfestival Monte Carlo nicht mehr übertragen. Im Radio verzichtet SRF auf die Sendungen «Zwischenhalt», «Blickpunkt Religion» und «Morgengeschichte». Verändern wird sich auch das Literaturangebot bei Radio SRF 2 Kultur: Die Sendung «52 beste Bücher» wird im nächsten Jahr abgelöst durch ein ganzheitlich neu aufgestelltes Literaturangebot.

SRF-News-Leitung wird auch neu besetzt

Aufgrund der anstehenden Veränderungen in der Organisation von SRF hat Direktorin Nathalie Wappler entschieden, die Leitung von SRF News neu zu besetzen. Sandra Manca verlässt SRF.

Über den Aufbauprozess im Abbauprogramm

Ab 1. April 2021 soll die Organisation von SRF das neue Betriebsmodell stützen, das im Rahmen des Transformationsprojekts «SRF 2024» entwickelt wurde. Dies erfordert verschiedene Neuerungen und Neuzuteilungen. Zu den zentralen Bewegungen gehören der Aufbau der neuen Abteilungen Audience sowie Distribution und die Auflösung der bisherigen Abteilungen Programme und Digital. Der Aufbau der neuen Organisation sei ein laufender Prozess – verbunden mit dem Stellenbesetzungsprozess für neu zu besetzende Führungspositionen. Um diese Prozesse sorgfältig angehen zu können, hat Nathalie Wappler für die zentralen neuen Abteilungen und Bereiche Interimsleitende bestimmt:



  • Abteilung Distribution: Stefano Semeria (heute Leiter Abteilung Jugend, Familie, Unterhaltung)
  • Abteilung Audience: Laura Köppen (heute Leiterin Strategische Projekte und Forschung)
  • Bereich News Digital*: Ursula Gabathuler (heute Leiterin Redaktion Kassensturz/Espresso)
  • Bereich Unternehmensplanung und -entwicklung*: David Elsasser (heute Leiter Projekt «SRF 2024»)
....Forsetzung folgt....
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