Digitale Pharma-Trends 2021

Wie Pharmaunternehmen die digitale Disruption meistern

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Wie können Pharmaunternehmen den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen? Tobias Hollritt, Head of Sales für die Deutschschweiz bei Isobar, und Jens Reufsteck, Account Director bei Namics, haben drei wichtigte Trends für 2021 ausgemacht.
Namics und Isobar Schweiz haben Anfang dieses Jahres fusioniert und werden ab April in der DACH-Region zu Merkle umfirmieren. Schon jetzt haben sich die beiden Experten zusammengetan, um die zentralen Digital-Trends in der Pharmaindustrie unter die Lupe zu nehmen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. „Die Marktführer der Pharmaindustrie wären nachlässig, wenn sie sich jetzt zurücklehnen und zusehen würden, wie Start-Ups und Big-Tech-Unternehmen die Landschaft um sie herum verändern“, sagt Tobias Hollritt. „Nur wenn sie die Kräfte der Disruption zu ihren eigenen Zwecken kanalisieren und die digitale Transformation anführen, vermeiden sie es, abgehängt zu werden.“ Konkret lässt sich dies an drei Trends festmachen, die Pharmaunternehmen im laufenden Jahr beachten sollten.

Trend 1: Eine datenbasierte CX-Strategie stellt die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt

Die aktuelle Disruption verlange einen Perspektivwechsel, der die Zielgruppe in den Fokus sämtlicher digitaler Aktivitäten rücke – ganz gleich ob Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte oder Apothekerinnen und Apotheker. Nur so könnten Pharmaunternehmen massgeschneiderte, digitale Produkte und Services schaffen und künftige Potenziale erschliessen, heisst es in der Mitteilung. Zunächst gelte es, die Daten der Zielgruppe zu erfassen – natürlich DSGVO-konform und entsprechend geltender regulatorischer Vorschriften –, um sie dann mit KI-basierten Tools automatisiert zu analysieren. Auf dieser Datengrundlage liessen sich ihre Wünsche und Bedürfnisse passgenau adressieren.

KundInnen würden etwa erwarten, sich über digitale Angebote in Echtzeit informieren zu können und stets unterhalten zu werden – so wie sie es heute von Streaming-Diensten, virtuellen Sprachassistenten und Bestell-Apps gewohnt sind. Millennials nutzen bevorzugt digitale Kommunikationskanäle und finden sich heute in allen Zielgruppen. Ebenso entscheidend für die CXM (Customer Experience Management)-Strategie sind Datenschutz und Transparenz: Erst wenn beide gewährleistet sind, vertrauen Kund*innen den Pharmaunternehmen im Umgang mit ihren sensiblen Daten. „Wir unterstützen beispielsweise ein Schweizer Pharmaunternehmen bei der Migration seiner globalen Drupal-Website und dem Einsatz in der Pharma-Umgebung, um das lokale medizinische Personal und die Patientinnen und Patienten mit relevanten Marken- und Krankheitsinformationen zu versorgen”, erklärt Hollritt. Zudem nutze man die künstliche Intelligenz von Social Studio: Diese meldet etwa unerwünschte Ereignisse und klassifiziert Kommentare aus den Omnichannel-Umgebungen von Novartis – alles automatisiert, erklärt Hollritt weiter.

Trend 2: Agilität steigern und auf neue Marktentwicklungen reagieren

Um mit immer kürzeren Entwicklungszyklen für Medikamente und Produkte mitzuhalten, müsstem Pharmaunternehmen nun ihr Projektmanagement agiler gestalten. Denn der intensivierte Wettbewerb würde jetzt auch neuen Playern Möglichkeiten eröffnen.Zudem sind Hollritt und Reufsteck der Meinung, dass agiles Arbeiten die Innovationskraft steigert, was gerade in den F&E-Abteilungen der Medikamentenhersteller ein entscheidender Faktor sei. Mit agiler Produktentwicklung entstünden schnell prüfbare Ergebnisse, während das Risiko teurer Fehlinvestitionen dadurch sinke. Auch in der Pharmabranche bringt der digitale Wandel täglich neue Tools und Technologien auf den Markt. Je anpassungsfähiger das Unternehmen, desto schneller kann es sich diese zu Nutze machen und mit der Konkurrenz Schritt halten. Mit Agilität ist zudem eine Kultur des Testens verbunden. Pharmaunternehmen sollten stets überprüfen, welche neuen Techniken und Kanäle ihre Zielgruppe überzeugen. „Hier setzen unsere Scrum-Services für Life Science an, die Kunden erfahrene Agile Coaches und Scrum Master zur Seite stellen. Auch Tools wie die KI-basierte Chat-Bot-Implementierung verbessern das Kundenerlebnis, indem sie die Agilität steigern“, so Reufsteck.

Trend 3: Intelligentes Content- und Asset-Management verbessert Kundeninteraktionen

Laut einer Studie von 2019 informieren sich 89 Prozent aller PatientInnen selbst über Gesundheitsthemen. Die Pandemie dürfte diese Zahl noch weiter nach oben getrieben haben. Es ist heute entscheidend, Kundinnen und Kunden immer grössere Mengen relevanter Inhalte effizient und zeitnah bereitzustellen. Auch Kontextualisierung und Personalisierung spielen eine wichtige Rolle, weil sie immer granularer werden und die Time-to-Market-Spanne verkürzen. Gerade im B2B-Bereich ist eine möglichst persönliche Sales-Ansprache entscheidend.

Am besten gelinge das mit intelligenten Content- und Asset-Management-Systemen. Sie orchestrierten und verwalten alle Inhalte der Customer Journey über die verschiedenen Unternehmenskanäle. Die Systeme spielten dabei UserInnen exakt jenen Content aus, den sie zum entsprechenden Zeitpunkt ihrer Customer Journey benötigen würden. Dabei sparten Unternehmen Zeit und reduzieren Verwaltungsaufwand. Zudem könnten sie Ergebnisse mit den Daten aus dem System bewerten und entscheiden, welchen Content sie weiterhin nutzen sollen. „Ein Beispiel ist die Implementierung einer neuen globalen Digital-Asset-Management-(DAM)-Plattform. Sie ist sozusagen das Rückgrat für die Kundeninteraktion über die gesamte Customer Journey hinweg – von der Planung über die Entwicklung, Genehmigung und Validierung bis hin zur rechtlichen Prüfung, Speicherung, Veröffentlichung, Verwaltung, Kundenansprache, Nachverfolgung sowie Analyse“, sagt Jens Reufsteck.

Über Isobar

Wir sind eine global tätige Digitalagentur, die Unternehmen und Marken durch den kreativen Einsatz digitaler Technologien verändert. Unsere 6500 digitale Experten bieten an über 85 Standorten in mehr als 45 Märkten weltweit ein Rundum Service-Angebot für eine erfolgreiche Umsetzung von Transformationsprozessen. Zu unseren Kunden zählen adidas, Coca-Cola, Enterprise, KFC, Nestle und Philips. Isobar ist Teil von dentsu International.  

Über Namics – A Merkle Company

Namics schafft Gewinner im digitalen Wandel. Als mehrfach ausgezeichneter Digitalspezialist verfolgt Namics die Mission, Kunden ganzheitlich in ihrer digitalen Transformation zu begleiten: Von der Vision zur Realität – dank langjähriger Expertise in strategischer Beratung, innovativen Konzepten, kreativer Arbeit und technologischer Umsetzung aus einer Hand. Rund 550 Mitarbeitende betreuen Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, u.a. ADAC, Boehringer Ingelheim, Bucherer, Daimler AG, DriveNow, Hoval, Jelmoli, Kaufland, KUKA

Über Merkle

Merkle ist eine führende datengesteuerte, technologiegestützte, globale Performance-Marketing-Agentur, die sich auf die Bereitstellung einzigartiger, personalisierter Kundenerlebnisse über Plattformen und Geräte hinweg spezialisiert hat. Seit mehr als 30 Jahren arbeiten Fortune 1000-Unternehmen und führende Non-Profit-Organisationen mit Merkle zusammen, um den Wert ihrer Kundenportfolios zu maximieren. Die Erfahrung der Agentur in den Bereichen Daten, Technologie und Analytik bildet die Grundlage für ihre unübertroffenen Fähigkeiten im Verstehen von Kundeneinblicken, die personenbasierte Marketingstrategien vorantreiben. Die kombinierten Stärken in den Bereichen Performance Media, Customer Experience, Customer Relationship Management, Loyalität und Enterprise Marketing Technologie sorgen für verbesserte Marketing-Ergebnisse und Wettbewerbsvorteile. Mit 6.800 Mitarbeitern hat Merkle seinen Hauptsitz in Columbia, Maryland, mit 19 weiteren Büros in den USA und 33 Büros in Europa und APAC. Im Jahr 2016 trat die Agentur dem Dentsu Aegis Network bei.




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