Digital Out of Home

Porno-Hack auf Cityplan der Stadt Zürich

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André Odermatt, seit 2010 Mitglied des Zürcher Stadtrats und Vorsteher des Hochbaudepartements, bei einer Cityplan-Demonstration. Die interaktiven Touch-Screen-Citypläne sind Teil der ambitionierten Smart-City-Strategie der Stadt.
© Amt für Städtebau, Stadt Zürich
André Odermatt, seit 2010 Mitglied des Zürcher Stadtrats und Vorsteher des Hochbaudepartements, bei einer Cityplan-Demonstration. Die interaktiven Touch-Screen-Citypläne sind Teil der ambitionierten Smart-City-Strategie der Stadt.
Am Dienstag ist es auf einer digitalen Infotafel der Stadt Zürich zu einem Hackerangriff gekommen. Ein Display zeigte für kurze Zeit pornografische Inhalte. Passanten filmten und fotografierten den Hack. Später kursierten Bilder in sozialen Medien. 

Gemäss Clear Channel, welche die insgesamt 16 Screens im Auftrag der Stadt Zürich bewirtschaftet, wovon einer betroffen war, ist es der erste Vorfall dieser Art. Alle Screens wurden umgehend vom Netz genommen und die Sicherheitssysteme neu aufgesetzt. Ursulina Stecher von Clear Channel sagte gegenüber Horizont, man arbeite intensiv an der Analyse des Vorfalls und habe Anzeige erstattet. Sicher sei, dass es sich um eine Manipulation handle, die physisch direkt am Screen in der CityMap-Anwendung vorgenommen wurde. In der Folge wurden für kurze Zeit Pornos aber auch Inhalte aus YouTube und Wikipedia ausgespielt. Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Bei den Stellen handelt es sich um interaktive Stadtpläne, die via Touchscreen bedient werden können. Auf ihrer Rückseite sind die Citypläne mit Werbedisplays ausgestattet, die von Clear Channel vermarktet werden.

Digital Out of Home ist schweizweit auf dem Vormarsch und bei den Werbeauftraggebern sehr beliebt. Auch die Marktführerin APG|SGA betreibt insbesondere in SBB-Bahnhöfen eine rasant wachsende Anzahl Displays.


Auf Anfrage sagt APG|SGA-Sprecherin Nadja Mühlemann, ein solcher Fall wäre nur bei einem "Heavy-Hacking" in das System möglich. Der Sujet-Entgegennahme-Prozess bei APG|SGA (Ablieferung, Prüfung und Sichtung vom Clip, Ausspielung) würden einen solchen Ablauf im regulären Ablauf nicht ermöglichen. Mühlemann weiter: "Unsere Displays haben gar keinen Zugriff zum Internet - sind also vom Internet aus nicht erreichbar." Also kann im Moment über den Hergang des verwerflichen Hacks nur spekuliert werden. Im Tages-Anzeiger heisst es in einem User-Kommentar, fast alle Smart-TV-Geräte verfügten heute von Hause aus über WLAN- und Bluetooth-Konnektivität. Möglich also, so die Mutmassung des Users, dass ein Hacker per Notebook auf diese Weise eine Netzwerkverbindung aufbauen konnte, um die URL des wiedergegebenen Programms auszutauschen.

 

 

 

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