Die Meinung der Manager

"Wir haben extrem viel Agilität bewiesen"

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Roger Harlacher, Zweifel-CEO und SWA-Präsident
© Hans-Rudolf Schulz
Roger Harlacher, Zweifel-CEO und SWA-Präsident
Trotz der Lockerungen hat Covid-19 die Branche fest im Griff. Doch wie geht es weiter? HORIZONT Swiss hat verschiedene Topentscheider um ihre Einschätzungen gebeten. Die Meinung der Managerinnen und Manager veröffentlichen wir ab heute mit den kompletten Aussagen in einer Serie. Den Auftakt macht Roger Harlacher, Delegierter des Verwaltungsrates & CEO Zweifel Pomy-Chips AG. Und nebenbei noch Präsident des SWA.
Corona hat die Schweizer Wirtschaft schwer gebeutelt. Wie wird sich der Werbemarkt für 2020 entwickeln?
Die durch Covid-19 verursachte Krise hat die Wirtschaft in der Tat schwer getroffen. Eine Gesamt-Einschätzung für das Jahr 2020 ist schwer vorauszusagen, zumal der künftige Verlauf von Covid-19 und der damit verbundenen Einschränkungen noch ziemlich unklar sind. Eine jüngste Einschätzung des ZAW Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft geht von einem Rückgang der Werbeinvestitionen von rund 10 Prozent aus. Im pessimistischen Fall sogar von 20 Prozent. Und das aber nur im Falle, dass Covid-19 nicht erneut stark ausbricht. Basierend auf unseren aktuellen Markt-Informationen und den Rückmeldungen von Werbeauftraggebern sehen auch wir vom SWA den Rückgang im Werbemarkt in dieser Grössenordnung. Was mich aber in diesem Kontext positiv stimmt, sind die vielen Engagements von Unternehmungen im Werbemarkt zur raschen Wiederbelebung. Hoffentlich stecken sie damit viele an und stimulieren die Konsumenten zum Mitmachen!



Welche Themen sind jetzt und den kommenden Monaten für Sie wichtig?
Zuerst einmal bin ich glücklich, dass unsere Mitarbeitenden allesamt gesund durch die bisherige Covid-19 Zeit gekommen sind. Damit konnten wir als Betrieb während der ganzen Zeit, wenn auch mit anspruchsvollen Rahmenbedingungen, soweit gut funktionieren. Nach der Sorge um die Gesundheit der Mitarbeitenden beschäftigte und beschäftigt uns natürlich auch die «Gesundheit des Unternehmens» und das Aufrechterhalten sowie die Weiterentwicklung unserer Leistungsfähigkeit. Nach einer Phase des Organisierens und Arrangierens müssen wir schnell wieder in die Phase des Engagierens und Kreierens kommen. Auf diese Reise müssen wir die Mitarbeitenden schnellstmöglich mitnehmen.


Gibt es eine positive Erfahrung, die Sie aus dem Lockdown mitnehmen?
Grundsätzlich bin ich beeindruckt, wie schnell die Gesellschaft, Regierungen, Organisationen und Unternehmungen diese Krise angenommen und Massnahmen dazu erarbeitet und umgesetzt haben. Wir alle haben extrem viel Agilität bewiesen. Auch die grosse und von vielen Menschen gelebte Solidarität hat mich sehr beeindruckt. Wenn wir also diese Agilität, den angewendeten Pragmatismus und die gelebte Solidarität in die Zukunft tragen, dann glaube ich, nehmen wir alle ganz viel Gutes mit.
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