Die Meinung der Manager

"Wir erreichten historische Höchstwerte bei der Online-Reichweite"

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Seta Thakur, Leiterin Unternehmenskommunikation NZZ-Mediengruppe
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Seta Thakur, Leiterin Unternehmenskommunikation NZZ-Mediengruppe
Trotz der Lockerungen hat Covid-19 die Branche fest im Griff. Doch wie geht es weiter? HORIZONT Swiss hat verschiedene Topentscheider um ihre Einschätzungen gebeten. Die Meinung der Managerinnen und Manager veröffentlichen wir mit den kompletten Aussagen in einer Serie. Heute beantwortet Seta Thakur, Leiterin Unternehmenskommunikation NZZ-Mediengruppe, die Fragen.
Corona hat die Schweizer Wirtschaft schwer gebeutelt. Wie werden sich Ihrer Meinung nach Ihre Werbeumsätze für 2020 entwickeln?
Hierzu verweisen wir auf die grundsätzliche Aussage des Verbands Schweizer Medien (VSM): Der Verlegerverband rechnet damit, dass in diesem Jahr die Printwerbung um 40 bis 60 Prozent einbrechen und um fast 400 Millionen Franken zurückgehen wird. Dies wäre die Hälfte des gesamten Jahresumsatzes der Branche.
Der HORIZONT Report Schweiz
Sie wollen schon alle Statements der befragten Topentscheider in Auszügen lesen? Sie finden diese im neuen HORIZONT Report Schweiz. Er bietet auf 20 Seiten Informationen, Interviews und Hintergründe zu spannenden Themen in Medien, Marketing und Agenturen. Für die Abonnenten unserer täglichen HORIZONT-Swiss-Newsletter steht die Ausgabe hier zum Download bereit.

Gibt es eine positive Erfahrung, die Sie aus dem Lockdown mitnehmen?
Für uns ist es zentral, die journalistischen Leistungen weiterhin in der gewohnten Qualität zu erbringen und damit unsere Verantwortung als eines der führenden Medienhäuser der Schweiz wahrzunehmen. Entgegen dem Markttrend wachsen wir seit mehreren Jahren im Nutzermarkt. Während der Krise hat sich diese Entwicklung klar akzentuiert. Wir erreichten historische Höchstwerte bei der Online-Reichweite. Erfreulicherweise geht die grosse Nachfrage auch mit einer steigenden Zahlungsbereitschaft einher. In den Monaten März und April haben wir über alle Titel hinweg rund 16.500 Neukunden gewonnen.  Es freut uns, das uns dies trotz einschneidender Sparmassnahmen gelungen ist. Die längerfristigen Auswirkungen der Krise bleiben abzusehen. Gepaart mit den strukturellen Herausforderungen der Branche werden sie uns noch lange Zeit beschäftigen. Angesichts unserer starken Marke und unserer attraktiven Produktepalette sind wir jedoch zuversichtlich – auch, weil wir über eine starke Bilanz und genügend Liquidität verfügen. Positiv ist auch die Entwicklung im deutschen Markt, wo die Abonnentenzahl letztes Jahr um 50 Prozent gesteigert werden konnte; derzeit verfügen wir in Deutschland über rund 24'000 Abonnenten. Ein wichtiges Thema sind zudem die Konferenzen, beispielsweise das Swiss Economic Forum, wo wir derzeit an optimalen Lösungen für die Durchführung arbeiten.
Neben der starken Nachfrage nach Qualitätsjournalismus während der Krise ist es sicherlich auch die Erfahrung der sehr guten Zusammenarbeit im Unternehmen dank des Näherrückens auf virtueller Ebene, die positiv in Erinnerung bleiben wird. Die Herausforderungen des  Home Office werden von unseren Mitarbeitenden bestens gemeistert.
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