Die Meinung der Manager

"Wir erleben ein Paradoxon"

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Patrick Matthey
© TX Group
Patrick Matthey
Trotz der Lockerungen hat Covid-19 die Branche fest im Griff. Doch wie geht es weiter? HORIZONT Swiss hat verschiedene Topentscheider um ihre Einschätzungen gebeten. Die Meinung der Managerinnen und Manager veröffentlichen wir mit den kompletten Aussagen in einer Serie. Heute antwortet Patrick Matthey, Leiter Kommunikation TX Group.
Corona hat die Schweizer Wirtschaft schwer gebeutelt. Wie werden sich Ihrer Meinung nach Ihre Werbeumsätze für 2020 entwickeln?
Aufgrund zahlreicher Stornierungen und dem generellen Rückgang bei den Werbebuchungen infolge der Corona-Krise erwartet die TX Group für das erste Halbjahr 2020 einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent gegenüber Vorjahr und ein negatives EBIT-Ergebnis. Obwohl langsam eine gewisse Normalität zurückkehrt und sich eine allmähliche Erholung der Aktivitäten abzeichnet, wird erwartet, dass die Werbeeinnahmen auch im weiteren Verlaufe des Jahres 2020 zurückgehen werden.



Welche Themen sind jetzt und den kommenden Monaten für TX Group wichtig, die im Zusammenhang mit der Krisenbewältigung stehen?
Diese Krise wird natürlich ihre Spuren hinterlassen. Die vier unabhängigen Unternehmen der TX Group - Tamedia, 20 Minuten, Goldbach und TX Markets - sind in unterschiedlichen Umfeldern tätig und stehen daher in den kommenden Monaten sowie auch langfristig vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die allgemeine Priorität bleibt die Bewältigung des massiven Rückgangs der Werbeeinnahmen. Wir erleben ein Paradoxon: Noch nie zuvor war die Nachfrage nach Informationen seitens unserer Nutzer- und Leserschaft so gross, während wir gleichzeitig einen massiven Rückgang bei den Werbeeinnahmen erleben. Unsere News Plattformen verzeichnen einen starken Anstieg beim Traffic sowie den Neuregistrierungen , bei den kostenpflichtigen Tamedia-Titeln ist zudem die Zahl der Abonnements gestiegen - nicht nur digital, sondern auch im Print. Dies zeigt das Vertrauen, das die Leserinnen und Leser in unsere Medien setzen. Sie wollen qualitativ hochwertige, nach Prioritäten geordnete und verlässliche Informationen sowie vertiefte Recherchen und Analysen.


Gibt es eine positive Erfahrung, die Sie aus dem Lockdown mitnehmen?
Nebst dem bereits erwähnten gesteigerten Bedürfnis nach gutem Journalismus und der damit verbundenen Zunahme bei der Nutzerschaft ist besonders das starke Engagement und die Anpassungsfähigkeit der 3.700 Mitarbeitenden der TX Group während dieser Krise hervorzuheben. Nach einer zweimonatigen Home-Office-Zeit für fast die gesamte Gruppe findet die allmähliche Rückkehr zu einer gewissen Normalität im Büro unter guten Bedingungen statt. Generell stellen wir fest, dass, auch wenn diese Krisensituation für einige sicherlich schwierig gewesen ist, die gesamte Gruppe sich rasch organisiert hatte, um die Herausforderungen anzugehen und zu meistern. Dank der grossen Leistung unserer Mitarbeitenden ist es uns gelungen, unseren Betrieb in allen Bereichen stets aufrecht zu erhalten und täglich qualitativ hochwertige Zeitungen herauszugeben sowie die Bevölkerung rund um die Uhr mit News zu versorgen.
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