Deutschschweizer Buchmarkt 2020

Stabile Umsätze nach starker Aufholjagd

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Der Deutschschweizer Buchmarkt hat im Krisenjahr 2020 die Umsätze gegenüber 2019 halten können (+0,0 Prozent). Dies zeigen die offiziellen Marktdaten, die von GfK Entertainment im Auftrag des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands (SBVV) ermittelt wurden. Bemerkenswert ist die starke Umsatzentwicklung nach dem ersten Shutdown: Von Mitte März bis Anfang Mai betrugen die Verluste 28,2 Prozent; in der zweiten Jahreshälfte wurden dann aber deutliche Zugewinne verzeichnet. Im Dezember erreichten sie zum Beispiel 6,4 Prozent.

Beim Absatz liess sich 2020 ein Rückgang von insgesamt 2,1 Prozent feststellen. Diese Situation zeigte sich auch schon 2019, als zwar ein Umsatzplus von 1,5 Prozent, jedoch ein Absatz-Rückgang von 1,6 Prozent registriert worden war. Der Grund dafür, dass die Umsätze trotz geringerer Absätze konstant bleiben, ist die Erhöhung des Durchschnittspreises von Büchern: 2020 betrug sie 2,2 Prozent, nach 3,1 Prozent im Vorjahr.

Der Blick auf die einzelnen Warengruppen zeigt, dass 2020 die Bereiche Ratgeber (+8,1 Prozent), Kinder- und Jugendbuch (+7,0 Prozent) sowie Sachbuch (+4,6 Prozent) ein besonders starkes Umsatzplus verzeichneten. Die Genres Belletristik (-0,6 Prozent) und Reisen (-40,1 Prozent) mussten dagegen leichte bis empfindliche Einbussen hinnehmen. Bei den Editionsformen schnitten Hardcover-Titel (+0,8 Prozent) besser ab als Taschenbuch-Ausgaben (-2,2 Prozent). Immer noch stark auf der Verlustseite stehen Hörbücher und Hörspiele (-15,3 Prozent).


GfK Entertainment ermittelt die offiziellen Kennzahlen und Bestsellerlisten des Schweizer Buchmarkts im Auftrag des SBVV. Grundlage sind die Verkaufsdaten aller relevanten Händler, wodurch eine repräsentative Marktabdeckung von 90 Prozent erzielt wird.

Entwiklung internationaler Buchmarkt
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