Design

Die Schrift ist die visuelle Stimme der Marke

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Macklin ist das jüngste Werk von Malou Verlomme und dem Monotype Studio. Das Schriftsystem, das seit Dienstag live ist, versetzt Marken in die Lage anspruchsvolle Konsumenten überall zu erreichen. Macklin besteht aus vier Familien der Gattung Sans, Slab, Text und Display in Strichstärken von Hairline bis Black.
© Monotype
Macklin ist das jüngste Werk von Malou Verlomme und dem Monotype Studio. Das Schriftsystem, das seit Dienstag live ist, versetzt Marken in die Lage anspruchsvolle Konsumenten überall zu erreichen. Macklin besteht aus vier Familien der Gattung Sans, Slab, Text und Display in Strichstärken von Hairline bis Black.
Die Schrift verleiht einer Marke eine visuelle Stimme. Das sagt Christopher Kollat im Gespräch mit HORIZONT Swiss. Und der Senior Vice President / Europa & Managing Director UK und DACH von Monotype verrät zudem, warum es jetzt eine gute Zeit ist, genau darüber nachzudenken.
Wenn das komplette Marketing ins Rutschen kommt, ist es dann eine gute Zeit über seine Schrift nachzudenken? Ja, findet Christopher Kollat. Der Senior Vice President / Europa & Managing Director UK und DACH von Monotype hält das sogar für eine gute Idee. Die internationalen Experten für die Entwicklung von Schriften, die im vergangenen Jahr unter anderem in Zürich mit dem Format Brand Talk als Dialog-Plattform zwischen Designern und Marketingentscheidern für Aufsehen gesorgt hatten, sehen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Schrift als visuelle Stimme und Vertrauen in eine Marke. Ein kurzes, exklusives Gespräch über das Warum.



Herr Kollat, sie sagten einmal im Gespräch: Schrift ist die Stimme der Marke, quasi die Visitenkarte des Unternehmens. Jetzt heißt es von Markenberatern: Eine gute Tat in der Krise schafft soviel Vertrauen, davon kann ein Unternehmen lange profitieren. Was ist denn wichtiger?
Schrift ist die visuelle Stimme einer Marke – und damit so etwas wie ihr Sprachorgan, richtig. Damit spielt Schrift eine starke Rolle in der Kommunikation von Marken, wobei sie stets ihre Verbindung zu den restlichen Identitätsmerkmalen halten muss. Und wenn Marken nun in der Krise andere Inhalte kommunizieren müssen, kann eine konsistente, wiedererkennbare Schrift sehr hilfreich dabei sein, eine schnelle Verbindung mit der Zielgruppe herzustellen. Ich würde also das eine nicht gegen das andere Aufwiegen wollen, beide Aspekte sind wichtig.

Trotzdem kürzen in der Corona-Krise viele Unternehmen ihre Marketingbudgets und verschieben Projekte. Warum ist es gerade jetzt eine gute Idee über die eigene Schrift nachzudenken?
Gerade jetzt sind die Sinne der Verbraucher sehr geschärft und sensibel und es ist für Marken äußerst wichtig, in ihrer Kommunikation authentisch zu bleiben. Die Schrift kann hier eine ganz wichtige Rolle spielen – in der Vermittlung eines bestimmten Tons etwa und natürlich mit einer klaren Markenstrategie.



Kann eine Schrift Vertrauen ausstrahlen?
Definitiv ja. Wie Logo und Farbe trägt auch die Schrift die Identität der Marke und sorgt dabei für Unverwechselbarkeit. Und was der Mensch (wieder)erkennt und in positiver Erinnerung hat, stärkt Vertrauen.
Christopher Kollat ist Senior Vice President / Europa & Managing Director UK und DACH bei Monotype
© Monotype
Christopher Kollat ist Senior Vice President / Europa & Managing Director UK und DACH bei Monotype

Welche Merkmale muss eine Schrift aufweisen, die gerade jetzt in einer Pandemie entsteht?
Die Regeln, nach denen eine Schrift entsteht, ändern sich auch in der Krise nicht. Darüber könnte man jetzt lange philosophieren, aber kurz gesagt: Die Schrift sollte zur Marke passen und modernen Anforderungen entsprechen – d.h. variabel sein für den Einsatz auf verschiedenen digitalen Endgeräten und evtl. noch einsetzbar in verschiedenen Schriften wie arabisch, chinesisch etc.


Monotype betreibt die weltgrößte Schriftbibliothek. Gibt es eigentlich eine Corona-Schrift?
Ja, es gibt eine Corona-Schrift. Rona Font wurde von einer unabhängigen Designerin entwickelt und steht jedem, der für einen wohltätigen Zweck spendet, kostenlos zur Verfügung. Außerdem hat FontAwesome 50 kostenlose Covid-19 Icons ins Netz gestellt – von Händewaschen bis Maske tragen. Das zeigt, wie vital die Schriftenszene ist und wie Designer die Krisenkommunikation unterstützen. mir
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