Der Facebook Topics & Trends Report

10 Insights fürs Campaigning 2021

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Wer sich auf der Suche nach Insights für Kampagnen, neuen Marktsegmenten oder gar Nischen für neue Wachstumsfelder befindet, sollte sich diese 10 globalen Themen & Trends aus dem gleichnamigen Report 2021 von Facebook IQ anschauen. Der Report ist eine Zusammenfassung von Forschungsergebnisse und Insights über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr hinweg. Untersucht wurden die Bereiche Bildung, Technologie, Lifestyle und Freizeit in acht Märkten.

1. Mehr Aktivismus (USA)

Immer mehr Menschen kämpfen aktiv gegen Missstände. In über 2.000 Städten in allen 50 Bundesstaaten kam es etwa zu Protestwellen gegen ethnische Ungleichheit. Menschen teilen in den sozialen Medien Inhalte zum Thema soziale Gerechtigkeit, um ihre Followers und Fans über systematischen Rassismus und Möglichkeiten der Solidarität mit der Schwarzen Community aufzuklären. Die Menschen setzen sich für eine Politik ein, die ihrer Stadt, ihrer Kommune und ihrem Viertel nützt. Die Menschen investieren mehr Zeit und Geld in die Unterstützung von Interessengruppen. Viele bestellen Bücher und andere Produkte bewusst bei Unternehmen mit Schwarzen Inhabern. Zwischen Ende Mai und Juli 2020 haben Nutzer auf Facebook und Instagram fast 50 Millionen USD für den Kampf gegen Rassismus gespendet.4 Zudem feierten dieses Jahr mehr Menschen als jemals zuvor am 19. Juni die Befreiung der letzten Sklaven in Amerika.
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2. Freude am Lesen (Australien)

2019 haben fast drei Viertel (72 %) der Australier in ihrer Freizeit gelesen. Da viele Menschen jetzt mehr zuhause sind, haben sie noch mehr Zeit zum Lesen und begeistern sich noch mehr für Bücher aller Art. Literatur versetzt uns aus dem Alltag in lebhafte Landschaften mit fiktiven Charakteren. Sie bietet die Möglichkeit, in Online-Lesergruppen Teil einer Gemeinschaft zu sein.6 Solche Gruppen wachsen gerade, weil viele Menschen Orte suchen, an denen sie sich über Ideen und Interessen austauschen können. Australier lesen auch Sachbücher, um mehr über die Welt um sie herum zu lernen. Abgesehen von den Büchern selbst spielen auch kleine Buchläden wieder eine grössere Rolle in lokalen Communitys9 und bieten Online-Lesungen, Diskussionsgruppen und Veranstaltungen für Kinder an. Auch Büchereien spielen eine aktive Rolle in den Communitys – indem sie Bücher ausliefern und bei Senioren anrufen. Bücher öffnen das Fenster zur Welt ein Stück weiter. Für viele wird Lesen daher gerade vom gelegentlichen Hobby zur täglichen Gewohnheit.
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Von April 2019 bis September 2020 haben Teams Tausende von Themen auf Facebook und Instagram analysiert. Wo sich Muster abzeichneten, habe man mit externen Forschungsunternehmen und verlässlichen Medienquellen zusammengearbeitet, um die Ergebnisse zu untermauern und zu validieren, ist auf facebook.com/business zu lesen. Für jedes Thema habe man sich auf aggregierte, anonymisierte, länderspezifische Daten für Personen ab 18 Jahren gestützt, die Facebook oder Instagram nutzten. Das Interesse für alle ausgewählten Themenbereiche hat von September 2019 bis September 2020 deutlich zugenommen.

3. Digitales Lernen (Brasilien)

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass Fernunterricht Schüler erreichen kann, die in den abgeschiedenen Gegenden Brasiliens leben. Da Präsenzunterricht aktuell nicht möglich ist, unterstützen grosse Einrichtungen die Bemühungen um mehr Online-Bildungsressourcen. Gleichzeitig suchen Lehrer jenseits der Schulbücher nach neuen Wegen, um im Fernunterricht die volle Aufmerksamkeit der Schüler zu erlangen. E-Books, Streaming-Videos, Chatrooms und andere Multimedia-Ressourcen erleichtern Fernunterricht, und manche Pädagogen stellen den Q&A-Teil ihrer Vorlesungen sogar per Podcast bereit.
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4. Selbst anbauen (UK)

Im Zweiten Weltkrieg appellierte die britische Regierung mit dem Slogan „Dig for Victory“ an ihre Bürger und stellte 1,7 Millionen „Victory Gardens“ bereit, um die Moral zu heben und die Selbstversorgung im Land zu verbessern. Seit viele Briten mehr Zeit zu Hause verbringen, haben geschätzt 42 % mit dem Gärtnern angefangen – zur Entspannung und aus Freude daran, selbst Angebautes zu ernten. Für viele ist selbst der Kräutergarten in der Küche Neuland. Also ziehen sie für die erste Saison Praxisbücher und Online-Ressourcen zurate. Suchanfragen für „how to grow an avocado“ (wie pflanze ich eine Avocado) sind beispielsweise zwischen Mitte April 2019 und 2020 um das Hundertfach gestiegen.
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5. Casual Culture (USA)

Lange galt es als erstrebenswert, sich selbst stets im besten Licht, gut gekleidet und mit einem Lächeln im Gesicht zu zeigen – ob im Büro, bei Terminen oder auch nur im Supermarkt. Doch seit persönliche Treffen grösstenteils wegfallen und der Bildschirm Einblicke in die Wohnzimmer des Landes gewährt, legen die Amerikaner mehr Wert auf Authentizität als auf das Erscheinungsbild – auch wenn sie dadurch verwundbarer erscheinen. Statt zum Friseur oder zur Maniküre zu gehen, eignen die Menschen sich selbst entsprechende Techniken an (46 % der US-Verbraucher sagen, dass sie zu Hause professionelle Pflegetechniken angewandt haben. Oder sie verzichten darauf und lassen sich einen Bart und graue Haare wachsen. Die Bekleidung des Jahres sind die besonders bequemen und vielseitigen Fahrradshorts. Das Heimwerkern ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, da viele Menschen Projekte umsetzen, die sie in den zahlreichen kanadischen Heimwerkersendungen sehen. Seit sich Arbeit, Schule und Freizeit in den eigenen vier Wänden abspielen, legen die Kanadier immer häufiger selbst Hand an, um ihr Zuhause zum Büro, Klassenzimmer, Fitnessstudio oder Spielplatz zu machen. Im Juli 2020 lagen die Ausgaben für Haushaltsartikel um 20 % höher als im Vorjahr, während gleichzeitig die Umsätze von Baumärkten stark anstiegen.

7. Neobanking (Mexiko)

Bargeld ist in Mexiko seit Langem die beliebteste Zahlungsmethode, doch das digitale Banking holt gewaltig auf. Nachdem das Land 2018 sein erstes Gesetz zur Regulierung von Finanztechnologien verabschiedet hatte, stieg die Anzahl mexikanischer Fintech-Unternehmen in nur einem Jahr um 14 %. Schätzungsweise 42 Millionen Mexikaner haben kein Bankkonto. Viele von ihnen profitieren bereits von der neuen Entwicklung, dank der sie mobile Geldbörsen, Kreditkarten und andere schnelle und sichere digitale Banking-Programme nutzen können. Viele melden sich bei Neobanken an. Diese digitalen Banken ohne Filialen vor Ort ermöglichen ihren Kunden, beispielsweise den täglichen Einkauf oder ihre Streaming-Abos mit digitaler Währung zu bezahlen. Da Geldmanagement für viele Neuland ist, bieten die digitalen Banken auch Bildungstools an, mit denen die Nutzer sich Finanzkenntnisse rund um die Themen Sparen, Haushaltsplanung und Kredite aneignen können.
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8. Hybrides Shoppen (Australien)

Im Vergleich zu anderen Ländern verbreitet sich das Online-Shopping in Australien nur langsam, da die grossen Entfernungen im Land einen effizienten Lieferservice erschweren. Seit Amazon 2017 in den Markt eingestiegen ist, ist das Interesse am E-Commerce jedoch deutlich gestiegen. Und es nimmt weiter zu, wenn die Shopper bequeme Ratenzahlungspläne und schnelle Lieferzeiten nutzen können. Zwischen März und April 2020 fingen viele Menschen an, Dinge des täglichen Bedarfs online zu kaufen, und die E-Commerce-Ausgaben stiegen um 29 % im Vergleich zum Vormonat. Nahezu die Hälfte der australischen Online-Käufer gab an, zwischen Juli und August 2020 mindestens eine neue digitale Shopping-Plattform zum ersten Mal genutzt zu haben. Einer der neuen Shopping-Trends sind Abonnementkisten, die Kunden jeden Monat mit einer neuen Auswahl an Getränken, Snacks, Kosmetikprodukten und Vitaminen versorgen. In einer Zeit, in der Tagesablauf und Umfeld ansonsten vorhersehbar sind, ist das Auspacken solcher Lieferungen eine willkommene Abwechslung.

9. Demokratisierte Kunst (Brasilien)

Auch vor der Pandemie war digitale Kunst in Brasilien gross im Kommen. 2019 eröffnete in São Paulo das erste staatliche Museum, das sich ausschliesslich zeitgenössischer und digitaler Kunst widmete, um brasilianische Talente zu fördern. Künstler besuchten Schulen, um ihre Kreativität in Fertigkeiten wie der digitalen Illustration anzuwenden und einen Job in einem Unternehmen zu bekommen. Jetzt, wo Museen und andere Organisationen neue Medien nutzen, um die Menschen zu erreichen, nimmt das Interesse für digitale Kunst zu. Auf den Bildschirmen eines Drivethrough-Museums in São Paulo sind digitale Werke und QR-Codes zu sehen und digitale Galerien ermöglichen Künstlern, ihre Arbeiten zu zeigen, während die Galerieräume geschlossen sind.
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10. Auf Achse (Deutschland)

Für viele Menschen hat die räumliche Distanzierung aktuell eine hohe Priorität. Das wirkt sich auf die Rolle der Fortbewegungsmittel aus und führt dazu, dass die Deutschen ganz neue Nutzungsmöglichkeiten für ihre Fahrzeuge finden. Fahrradgeschäfte verzeichnen eine Rekordnachfrage seit mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten und neu geschaffene Fahrradwege nutzen. Und E-Bike-Sharing bringt noch mehr Fahrräder auf die Strassen. Derweil werden Autos zum Motor für Entertainment-Aktivitäten. Autokinos und Drive-in-Raves ersetzen Kinos und Nachtclubs. Sogar Aktivitäten wie Zoo-Safaris sind inzwischen mit dem Auto möglich.
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