Dentsu Aegis "CEO Media" Jonas Eliassen

"Wir verschaffen unseren Kunden Zeit, indem wir die steigende Komplexität auf das Wesentliche reduzieren."

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Jonas Eliassen, «CEO Media» beim Dentsu Aegis Network Schweiz
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Jonas Eliassen, «CEO Media» beim Dentsu Aegis Network Schweiz
Gestern wurde bekannt, dass Jonas Eliassen die Position des "CEO Media" beim Dentsu Aegis Network Schweiz übernehmen wird. HORIZONT Swiss hat nachgefragt.
Herr Eliassen, Sie sind letztes Jahr als Chief Commercial Officer (CCO) zu Dentsu Aegis gestossen, jetzt sind Sie zum "CEO Media" aufgestiegen, welche Auswirkungen hat das auf die Organisation und welche Aufgaben werden Sie konkret als "CEO Media" übernehmen? Wir entwickeln uns stetig weiter. Unser Wachstum in der Schweiz in den vergangenen drei Jahren ist beeindruckend. Das Mediageschäft konnte kontinuierlich ausgebaut werden. Und durch die Übernahme von Isobar (ehemals Blue-Infinity) und Namics sind wir heute in der Lage, Leistungen entlang der gesamten (digitalen) Wertschöpfungskette unserer Kunden anzubieten: vom ersten Kontakt mit einer Marke oder einem Produkt bis hin zum Management von Loyalitätsprogrammen und von der Strategie bis zur Implementierung der nötigen technologischen Infrastruktur. Das macht uns als Unternehmensgruppe einzigartig auf dem Schweizer Markt und verlangt nach entsprechenden Strukturen. Wir unterscheiden nach drei Geschäftsfeldern: Media, Marketingtechnologie und Kreativleistungen. Als CEO Media führe ich seit dem 1. Juli 2020 das Geschäftsfeld Media in der Schweiz.


Und wer übernimmt ihre bisherige Position? Die Position wird vorläufig nicht nachbesetzt respektive ist integrierter Bestandteil der Rolle des «CEO Media». Wir haben im vergangenen Jahr mit viel Tempo daran gearbeitet, die Lösungen, die wir unseren Kunden durch die Erweiterung unseres Dienstleistungsangebots anbieten können, in firmenübergreifende Prozesse zu übersetzen, damit diese effizient umgesetzt und integriert für den Kunden ausgeliefert werden können.

Welche Rolle übernimmt das Geschäftsfeld Media innerhalb dieser «integrierten Lösungen”? Mit den heutigen Möglichkeiten kann und soll Media einen nachweislichen Beitrag zum Geschäftserfolg unserer Kunden leisten. Der Schlüssel dazu liegt in den gegebenen Voraussetzungen: es braucht die richtige technologische Infrastruktur, ein einheitliches Verständnis von Zielen aller involvierten Parteien, einen fortlaufenden Abgleich mit erreichten Ergebnissen und die Bereitschaft, unerwartete Ergebnisse als Chance zu begreifen.


Der Medienwandel und die Digitalisierung sind omnipräsent und wurden durch die aktuellen Ereignisse noch beschleunigt. Wie wirkt sich das auf die tägliche Arbeit für Ihre Kunden aus und worin sehen Sie die grosse Herausforderung für die nähere Zukunft? Die Geschwindigkeit der Veränderung nimmt weiter zu. Essenziell bleibt, diese Veränderung zu verstehen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dafür braucht man Zeit. Das Paradoxe daran ist, dass die Entwicklung digitaler Technologien so schnell voranschreitet, dass vielen Menschen die Zeit fehlt, um dieses Verständnis herzustellen. Hier kommen wir ins Spiel: Wir verschaffen unseren Kunden Zeit, indem wir die steigende Komplexität auf das Wesentliche reduzieren, damit sie sich um ihr Geschäft kümmern können. Dazu braucht es allerdings viel gegenseitiges Vertrauen. Die grösste Herausforderung der Zukunft sehe ich deshalb darin, dieses Vertrauen herzustellen und vor allem zu erhalten, weil dafür Beständigkeit und langfristige Perspektiven notwendig sind. Beides steht im Kontrast zur zunehmenden Geschwindigkeit der Veränderungen in unserer Gesellschaft.

Sie sprechen von Beständigkeit und langfristigen Perspektiven. In Anbetracht der von Ihnen beschriebenen Entwicklung des Dentsu Aegis Network Schweiz aber auch Ihrer persönlichen Entwicklung, wie passt das zusammen? Sehr gut. Beständigkeit bedeutet ja nicht Stillstand und langfristige Perspektiven schliessen schnelle Veränderung nicht aus. Nehmen Sie zum Beispiel unser Team: das besteht aus langjährigen Mitarbeitern, die unsere Historie kennen und dem Unternehmen Identität verleihen, und neueren Mitgliedern, die mit frischen Ideen und zusätzlichen Fähigkeiten wunderbar zu unserer Vision der Zukunft passen.

Zur Vision: Sie sagten in Ihrem Statement zu Ihrer neuen Rolle als CEO Media, dass das Mediageschäft seit einigen Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchlebt. Wie hat und wird das die Aufgaben einer Mediaagentur verändern? Unsere Aufgaben sind wesentlich vielschichtiger geworden. Wir mussten nicht nur die «alten» Prozesse des Mediamanagements neu denken, verbessern und automatisieren, sondern müssen auch gänzlich neue Instrumente in diese Prozesse integrieren. Das Technologieverständnis gewinnt dabei zusehends an Bedeutung. Nur wenn wir die Möglichkeiten und Funktionalitäten der Marketingtechnologien und des Datenmanagements unserer Kunden kennen, können wir wirklich integriert arbeiten. Und dadurch steigern wir die Effizienz der eingesetzten Mittel bewiesenermassen um ein Vielfaches. Durch die Verbindung von Wissen und Kompetenzen innerhalb unserer drei Geschäftsfelder entwickeln wir uns zu einem ganzheitlichen Beratungsunternehmen. Wir können unseren Kunden während Ihrer digitalen Transformation bei der Wahl und Implementierung der richtigen Tech- und Daten-Strategie genauso behilflich sein wie dabei, diese zugunsten des höchstmöglichen Media ROI einzusetzen.

Wovon haben Sie am meisten Respekt im neuen Amt? Ich habe vor vielen Dingen grossen Respekt: vor den Menschen, mit denen ich täglich zusammenarbeiten darf, den Möglichkeiten, die vor uns liegen oder vor jeder Idee, die entsteht, wenn wir über Lösungen für die Zukunft nachdenken. Aber den grössten Respekt habe ich vor der Natur: letztlich ist sie es, die dieses Jahr Unternehmen weltweit dazu zwingt, neu zu denken und zu handeln. So viel schöpferische Kraft hat sonst nichts und niemand.












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