Digitalradio

4.2 Millionen DAB+-Radios verkauft – UKW-Konsum liegt immer noch bei 36 Prozent

Quelle: GfK Switzerland, DigiMig-Befragung, n(2015/2)=2’453, n(2016/1)=2’526, n(2016/2)=2’531, n(2017/1)=2’504, n(2017/2)=2’519, n(2018/1)=2’673, n(2018/2)=2’761
© DigiMig
Quelle: GfK Switzerland, DigiMig-Befragung, n(2015/2)=2’453, n(2016/1)=2’526, n(2016/2)=2’531, n(2017/1)=2’504, n(2017/2)=2’519, n(2018/1)=2’673, n(2018/2)=2’761
Bis Ende 2018 sind in der Schweiz 4.19 Millionen DAB+-Radiogeräte verkauft worden. Mittlerweile empfangen zwei Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer ihre Radioprogramme auf digitalem Weg - über Internet oder DAB+.
Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Laut der halbjährlich im Auftrag des Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und der Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) erhobenen Zahlen nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 64 Minuten auf digitalem Weg. Die digitale Radionutzung ist somit in drei Jahren um 15 Prozentpunkte gestiegen, im Herbst 2015 lag sie noch bei 49 Prozent. 33 Prozent des gesamten Radionutzung entfallen auf DAB+, sie hat seit Herbst 2015 um 10 Prozentpunkte hinzugewonnen, stagnierte aber im letzten Jahr. 31 Prozent der Nutzung entfallen auf Internet, Kabel- oder IP-TV-Netze, sie haben seit 2015 um 5 Prozent zugelegt. Der Zuwachs bei der digitalen Nutzung geht auf Kosten der analogen UKW-Nutzung, die allerdings mit 36 Prozent weiterhin den grössten Nuttzzungsanteil ausmacht. Allerdings beträgt der Anteil jener, die im Jahr 2018 ausschliesslich UKW hörten, nur noch 18 Prozent, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.

DAB+-Defizite im Tessin und in der Romandie

Während DAB+ in der Deutschschweiz mit einem Anteil von 35 Prozent nach wie vor intensiver genutzt wird als die anderen beiden digitalen Empfangsvektoren, ist es in der lateinischen Schweiz genau umgekehrt: Der Radioempfang via Internet und Digital-TV-Netze verbucht aktuell sowohl in der Svizzera italiana als auch in der Suisse romande deutlich mehr als 30 Prozent, währenddem nach wie vor nur rund ein Viertel der Radionutzung DAB+-basiert ist.
Zur vorliegenden Studie
Seit Herbst 2015 ermittelt GfK Switzerland im Auftrag der Arbeitsgruppe Digitale Migration mit einer On-line-Befragung und telefonischen Interviews halbjährlich den Stand der digitalen Radionutzung in der Schweiz: Im Herbst 2018 wurden dazu 2.760 Personen ab 15 Jahren befragt.
Im Jahr 2018 wurden 286.200 DAB+-Radios verkauft. Hinzu kommen 303'000 Radios, die 2018 in den Fahrzeugen bereits standardmässig eingebaut waren oder nachgerüstet wurden. Gemäss den halbjährlich durchgeführten Erhebungen von GfK bei nahezu allen Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 4.190.455 DAB+-Geräte verkauft worden.

Neue EU-Regelung in der Schweiz fast erfüllt

Gemäss Bakom-Erhebungen ist der Anteil der Neu-Autos, die standardmässig über einen DAB+-Empfang verfügen, 2018 noch einmal stark angestiegen und liegt nun bei 91 Prozent, gegenüber 85 Prozent im Vorjahr. In der Schweiz ist die ab Ende 2020 in der Europäischen Union geltende Bedingung somit bereits nahezu erfüllt, wonach jedes neue Personenfahrzeug DAB+-fähig sein muss. Der Umstand, dass in der Schweiz immer mehr Autos mit DAB+ unterwegs sind, macht sich auch immer stärker in der Nutzung bemerkbar. So erfolgten im Herbst 2018 von 100 im Auto gehörten Radiominuten bereits 40 via DAB+, was einer Verdoppelung des DAB+-Anteils innerhalb von drei Jahren entspricht.


Die Radiobranche plant, bis spätestens Ende 2024 die analoge Radioverbreitung über UKW schrittweise aufzugeben und stattdessen DAB+ als Hauptverbreitungstechnik zu nutzen. Um diesen Umstieg zu begleiten, lancierte das Bakom 2017 eine Informationskampagne. Seit 2017 laufen im Radio, Fernsehen, Print und auf Plakaten vielfältige Informationsaktionen zu "Radio zieht um". Weitere Informationen zu DAB+ finden sich auf der DABPlus-Website.
Arbeitsgruppe "Digitale Migration" (DigiMig)
Im Frühjahr 2013 bildete die Radiobranche zusammen mit dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) die Ar-beitsgruppe «Digitale Migration» (AG DigiMig). Darin vertreten sind der Verband Schweizer Privatradios (VSP), die Union Romande des Radios Régionales (RRR), die Union der nicht kommerzorientierten Lokalradios (Unikom), die SRG, das Bakom, das Automobilgewerbe und weitere Branchenkreise.

In der Schweiz soll Digitalradio den analogen UKW-Empfang ab 2020 schrittweise ablösen. Ende 2014 legte die AG DigiMig dem Bundesrat ein Szenario für den Umstieg von analog auf digital vor. Bereits heute verbreiten die SRG und die meisten Privatradios ihre Radioprogramme parallel zu UKW auch über DAB+, einige sogar ausschliesslich digital.

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