Credit Suisse Sorgenbarometer

Altersvorsorge, Gesundheit und Ausländer als Top-Themen

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Die Sorge um den Umweltschutz und das Klima liegt neu auf dem vierten Rang. Aber es gibt Dinge, die vielleicht weniger News produzieren, die aber stärker beschäftigen. Die Altersvorsorge beispielsweise bereitet den Schweizerinnen und Schweizern weiterhin am meisten Sorge, gefolgt von Gesundheit/Krankenkassen und dem Thema AusländerInnen. Am meisten zugelegt hat die Sorge um die persönliche Sicherheit. Interessant auch: Die Menschen beurteilen ihre eigene Situation grundsätzlich weniger sorgevoll, als sie die Situation insgesamt beurteilen.
Die Credit Suisse hat auch dieses Jahr das Forschungsinstitut gfs.bern beauftragt, die Schweizerinnen und Schweizer nach ihren Sorgen und nach wesentlichen Identitätsmerkmalen des Landes zu befragen.

Vorsorge, Gesundheit und Ausländer als Top-Sorgen

Die ersten drei Ränge der Schweizer Sorgenrangliste bleiben im Vergleich zum letzten Jahr unverändert: Das Thema AHV/Altersvorsorge rangiert mit 47 Prozent auf dem ersten Rang, gefolgt von der Sorge um die Gesundheit/Krankenkassen (41 Prozent) und dem Thema AusländerInnen (30 Prozent). Nachdem die Umwelt-​ und Klimathematik letztes Jahr unter die Top 5 der Sorgen zurückgekehrt ist, hat das Thema dieses Jahr – angetrieben von der medial sehr präsenten Debatte rund um den Klimawandel – mit einem Plus von sechs Prozentpunkten (pp) gegenüber dem Vorjahr nochmals zugelegt und liegt neu mit 29 Prozent an vierter Stelle der Sorgenrangliste. Die Sorge um Arbeitslosigkeit liegt mit 26 Prozent auf Rang fünf (+4 pp). Am meisten zugelegt hat die Sorge um die persönliche Sicherheit, die mit einem Plus von 11 Prozentpunkten neu auf Rang sechs liegt. Fragt man die Schweizerinnen und Schweizer nach dem am dringendsten zu lösenden Problem, ist die häufigste Antwort ebenfalls die AHV/Altersvorsorge (16 Prozent), gefolgt vom Thema Umweltschutz/Klimawandel (12 Prozent).

Eine Quelle fürs Hin- und Zuhören

Ob als Werber, Marketingverantwortlicher, Medienschaffender oder Vertreter einer Institution, für Sie alle ist wichtig, die Ergebnisse zu verinnerlichen und den Sorgen der Schweizerinnen und Schweizern in der täglichen Arbeit Rechnung zu tragen. Jede Story, jeder Post, jedes Video startet mit Hin- und Zuhören. Der Credit Suisse Sorgenbarometer 2019 ist eine von zahlreichen Quellen, die uns helfen, die Menschen, ihre Bedürfnisse, ihre Befindlichkeiten und in diesem Fall ganz speziell, ihre Sorgen zu verstehen.

Die Top 10 der Schweizer Sorgen 2019

Vorsorge, Gesundheit und Ausländer bilden das Sorgenpodest, unmittelbar gefolgt vom Umweltschutz und der Arbeitslosigkeit.
© Credit Suisse Sorgenbarometer 2019
Vorsorge, Gesundheit und Ausländer bilden das Sorgenpodest, unmittelbar gefolgt vom Umweltschutz und der Arbeitslosigkeit.

Die Entwicklung der grössten Sorgen

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Vertrauen in Schweizer Institutionen 2019 - Polizei top!

Während das Vertrauen in die Staatsgewalt (Polizei) und die Gerichtsbarkeit (Bundesgericht) sehr hoch ist, haben die beiden politischen Kammern Stände- und Nationalrat Vertrauensluft nach oben. Genau so wie Radio und Fernsehen, die zwar in den Top 10 landen, aber da eben nur die Ränge sechs und acht belegen.
© Credit Suisse Sorgenbarometer 2019
Während das Vertrauen in die Staatsgewalt (Polizei) und die Gerichtsbarkeit (Bundesgericht) sehr hoch ist, haben die beiden politischen Kammern Stände- und Nationalrat Vertrauensluft nach oben. Genau so wie Radio und Fernsehen, die zwar in den Top 10 landen, aber da eben nur die Ränge sechs und acht belegen.

Dinge, wofür die Schweiz steht

Die Schweiz steht gemäss der Befragung am meisten für "Sicherheit und Frieden", gefolgt von der "Neutralität" und der "Landschaft". Stolz machen uns Schweizer die direktdemokratischen Volksrechte (Initiative und Referendum) sowie die Bundesverfassung. Gefahren sehen die meisten bei der sinkenden Fähigkeit der Politik für tragfähige Lösungen.
© Credit Suisse Sorgenbarometer 2019
Die Schweiz steht gemäss der Befragung am meisten für "Sicherheit und Frieden", gefolgt von der "Neutralität" und der "Landschaft". Stolz machen uns Schweizer die direktdemokratischen Volksrechte (Initiative und Referendum) sowie die Bundesverfassung. Gefahren sehen die meisten bei der sinkenden Fähigkeit der Politik für tragfähige Lösungen.

Auswirkungen des technologischen Wandels 

Bei dieser Frage ist interessant zu sehen, dass allgemeine Auswirkungen als grössere Gefahren angesehen werden als solche, die einem unmittelbar persönlich tangieren. So sehen 35 Prozent die Gefahr der Manipulation durch Tech-Firmen. Die Frage ist aber allgemein gehalten. Gefragt, ob man sich vom technischen Wandel sehr überfordert fühle, bejahen hingegen nur 7 Prozent. Hätte man gefragt, ob die Gesellschaft als ganzes überfordert ist, wäre der Anteil jener, die das bejahen, bestimmt höher ausgefallen.
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Bei dieser Frage ist interessant zu sehen, dass allgemeine Auswirkungen als grössere Gefahren angesehen werden als solche, die einem unmittelbar persönlich tangieren. So sehen 35 Prozent die Gefahr der Manipulation durch Tech-Firmen. Die Frage ist aber allgemein gehalten. Gefragt, ob man sich vom technischen Wandel sehr überfordert fühle, bejahen hingegen nur 7 Prozent. Hätte man gefragt, ob die Gesellschaft als ganzes überfordert ist, wäre der Anteil jener, die das bejahen, bestimmt höher ausgefallen.
Über das Credit Suisse Sorgenbarometer
Das CREDIT SUISSE SORGENBAROMETER ist eine jährliche Studie zur Erfassung und Be- obachtung der Meinung der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Das Sor- genbarometer existiert bereits seit 43 Jahren und wird seit 1995 durch gfs.bern erhoben.


Befragungskonzept und Methode: 
Um der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation, in der sich die Schweiz be- findet, besser Rechnung tragen zu können, wird der Fragebogen des Sorgenbarometers jährlich neu evaluiert und moderat an die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse angepasst. Das gilt insbesondere für die wahrgenommenen Problemfelder. Ausserdem wurden 2019 neue Items rund um die Beziehungen zu Europa integriert, die im separat publizierten Europa Barometer diskutiert werden. In diesem Jahr wurde zu- dem ein Fokus auf Lösungsansätze für politische Probleme sowie den Stellenwert der Milizarbeit gelegt. 

Für das Sorgenbarometer wurden insgesamt 2495 Stimmberechtigte aus der ganzen Schweiz in einem Mixed-Mode-Verfahren befragt. Die Daten der verschiedenen Metho- den wurden einzeln auf Methodeneffekte hin geprüft, danach erfolgte eine systemati- sche Gewichtung, um die Repräsentativität sicherzustellen. Die Interviews wurden im Juli und August 2019 durchgeführt. Über die genauen Eckwerte dieser Umfrage orientiert die nachstehende Übersicht.






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