Covid-19

Wie das Virus Messen und Events beschäftigt

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Der Genfer Autosalon öffnet vom 5. bis 15. März 2020
© Genfer Autosalon
Der Genfer Autosalon öffnet vom 5. bis 15. März 2020
Das Corona-Virus beschäftigt auch in der Schweiz zunehmend die Messeveranstalter. In den vergangenen Tagen hat die Erfindermesse in Genf ihren Termin von Ende März auf September verschoben. Bereits Anfang des Monats hat die Swatch Group ihre Hausmesse „Time to Move“ gecancelt. Der Autosalon Genf und die Baselworld dagegen wollen ihre Termine halten, erhöhen aber die Sicherheitsvorkehrungen.
Im Marketingmix haben Messen für viele Unternehmen nach wie vor einen festen Platz. Doch was Digitalisierung, Social Media, VR- und AR-Technologie bisher nicht geschafft haben, könnte jetzt das Corona-Virus erreichen – die Messen geraten unter Druck. Grösstes Oper ist bislang die Mobile World in Barcelona, die in der vergangenen Woche abgeblasen wurde. Viele Aussteller hatten zuvor ihr Kommen abgesagt. Vergangenen Freitag hat dann Facebook seine Marketingkonferenz abgeblasen. Zu dem Event im Moscone Center, dem größten Kongress- und Austellungsgebäude in San Francisco, wären Anfang März 4000 Teilnehmer erwartet worden.



In der Schweiz beobachten die Veranstalter und Organisatoren die Situation, zumal es hierzulande bislang keine Menschen gibt, die sich mit dem Virus infiziert haben. Dennoch gibt es im Messekalender schon die ersten Opfer. Anfang des Monats erklärte die Swatch Group, dass ihre Hausmesse Anfang März nicht stattfinden wird. Die  asiatische Ausgabe der Art Basel ist ebenfalls gestrichen. Am Montag verschob die Internationale Messe für Erfindungen ihren Termin von Ende März auf Mitte September. Betroffen ist davon auch die Klimaschau, die Teil der Tradeshow ist. "Wir können uns nicht vorstellen, eine Ausstellung zu eröffnen, die ihrer Aufgabe nicht gerecht wird. Die Internationale Messe für Erfindungen verfolgt seit Jahren das Ziel, den Erfindungen aus aller Welt als Vorstellungsplattform zu dienen",  begründet Messeleiterin Gaëlle Grosjean die Entscheidung. Fast 50 Prozent der Aussteller kommen laut Veranstalter aus Asien, ein Drittel davon aus China und ein Drittel aus Hongkong.
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Der Autosalon in Genf soll dagegen wie geplant vom 5. bis 15. März stattfinden. Allerdings will die Messe die Sicherheits- und Hygienemassnahmen verschärfen. Unter anderem soll an stark frequentierten Berührungspunkten verstärkt gereinigt und desinfiziert werden. Das scheint vielen Autoherstellern zu genügen. Unter anderem halten die Premiumhersteller Audi und Mercedes-Benz an ihrer Präsenz fest, ebenso bleibt die Marke VW bei ihrer Zusage.  "In der Schweiz wird die Entscheidung über die Umsetzung der Massnahmen vom BAG gemäss den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Aufgrund der Beurteilung der Situation gibt es keine Einschränkungen für Reisen in die Schweiz", heisst es unter anderem bei Mercedes in Stuttgart. Doch auch Corona-Virus haben einige Hersteller auch 2020 ihr kommen an der einzigen grossen Automesse in Europa in diesem Jahr abgesagt. Unter anderem fehlen Ford, Opel, Peugeot, Citroën, Volvo, Jaguar, Land Rover und Nissan.


Ähnlich wie die Geneve International Motor Show agiert auch die Baselworld. Die weltgrößte Uhrenmesse soll am 30. April ihre Tore öffnen. "Wir verfolgen die Entwicklung der Covid-19-Situation sehr genau und stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden", heisst es bei der Messe auf Anfrage. Die Organisatoren haben einen umfassenden Gesundheitsaktionsplan erstellt, der bei Bedarf schnell umgesetzt werden kann, um Besucher, Aussteller und Mitarbeitende zu schützen. Unter anderem umfassen die Vorbereitungen Reinigungs-, Desinfektions- und Präventionsprogramme sowie die Bereitstellung geeigneter Reinigungs- und Desinfektionsprodukte. "Informationskampagnen vor Ort und im Internet sowie die Sensibilisierung und Schulung des Personals in der Prävention mit Hinweisen auf Hygieneempfehlungen runden das Programm ab", erklären die Veranstalter weiter.
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