Coronakrise

Schweizer Automarkt könnte in diesem Jahr beim Absatz 6 Prozent verlieren

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Der Automarkt in Westeuropa wird 2020 deutlich verlieren
© arsdigital/Fotolia
Der Automarkt in Westeuropa wird 2020 deutlich verlieren
Das Coronavirus infiziert zunehmend die Automobilbranche. Hersteller schliessen für mehrere Wochen ihre Werke, fahren Produktionen runter, Händler bleiben zu. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen erwartet, dass der Gesamtmarkt in Westeuropa in 2020 gegenüber dem Vorjahr 11 Prozent verlieren wird. Das Minus in der Schweiz soll sich dabei auf 6 Prozent belaufen.
Es ist eine düstere Prognose, die Ferdinand Dudenhöffer für den Automarkt erstellt. Der deutsche Branchenexperte, der erst vor kurzem nach St. Gallen gewechselt ist, erwartet, dass der Absatz in Westeuropa bei den Neuwagen in diesem Jahr um 11 Prozent auf 12,7 Millionen abstürzt.


Und das ist noch das günstigste Szenario: "Bei all diesen Berechnungen ist unterstellt, dass das Finanzsystem in Europa nicht zusammenbricht, dass es keine Bankenpleiten gibt, dass beim Wirtschaftswachstum rund drei Monate empfindliches Negativ-Wachstum vorherrscht, aber danach die Wirtschaft auf niedrigerem Niveau wieder Fuss fasst", erklärt Dudenhöffer.
Wie das Coronavirus den Abwärtstrend im Neuwagenmarkt beschleunigt
© ICI - Institute Customer Insight /Universität St. Gallen
Wie das Coronavirus den Abwärtstrend im Neuwagenmarkt beschleunigt
Zwar wäre der Automarkt in diesem Jahr ohnehin unter Druck gestanden durch den Umstieg auf die E-Mobilität sowie die Zollkriege mit den USA. Doch das Coronavirus verschärft nun die Situation zusätzlich. Nicht zuletzt deshalb rechnet der Autoexperte damit, dass sich der Markt erst wieder im Jahr 2030 auf dem Niveau von 2019 bei 14,3 Millionen Einheiten einpendeln wird.

Besonders hart wird es in Italien. Hier prognostiziert Dudenhöffer beim Neuwagenabsatz einen Rückgang von 16,2 Prozent. Nicht besser sieht es in Deutschland aus, wo die Verkäufe um 14 Prozent zurückgehen werden, in Frankreich läuft es mit Minus 13 Prozent nicht viel besser. Relativ glimpflich kommt dagegen die Schweiz davon. Mit einem Minus von sechs Prozent liegt die Eidgenossenschaft am unteren Ende des Rankings der Verluste in Westeuropa. Lediglich in Schweden läuft es mit Minus 5 Prozent noch besser.
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