Corona-Umfrage

Mehrheit der Schweizer Bevölkerung mit behördlichen Massnahmen einverstanden

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Der Gesamtbundesrat 2021 (von links nach rechts): Bundesrätin Viola Amherd, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Bundesrat Ignazio Cassis (Vizepräsident), Bundespräsident Guy Parmelin, Bundesrat Ueli Maurer, Bundesrat Alain Berset, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Bundeskanzler Walter Thurnherr.
© Markus Jegerlehner
Der Gesamtbundesrat 2021 (von links nach rechts): Bundesrätin Viola Amherd, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Bundesrat Ignazio Cassis (Vizepräsident), Bundespräsident Guy Parmelin, Bundesrat Ueli Maurer, Bundesrat Alain Berset, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Bundeskanzler Walter Thurnherr.
Die mit Corona verbundenen Einschränkung belasten und es gibt Menschen, die auf die Strasse gehen und demonstrieren. Allerdings ist die Mehrheit der Bevölkerung insgesamt mit den behördlichen Massnahmen einverstanden. Das zumindest ergibt eine Mitte Februar durchgeführte Umfrage von Marketagent.com Schweiz bei 1004 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz.

Wer wo steht, hängt nicht zuletzt von der politischen Gesinnung ab, dem Bildungsniveau und auch vom Geschlecht. Hier acht Erkenntnisse aus der Studie:

  1. 55 Prozent sind mit den behördlichen Massnahmen einverstanden. Dabei gibt es zwischen den Geschlechtern kaum Unterschiede (Männer: 54%; Frauen: 56%).
  2. Eine entscheidende Rolle spielt die politische Gesinnung. Wer sich als (eher) politisch links einordnet, befürwortet die Massnahmen mit 73 Prozent signifikant häufiger als jene, die sich zur Mitte des politischen Spektrums zählen (53%) und jene, die sich als (eher) rechts einordnen (46%).
  3. Signifikante Unterschiede zeigen sich je nach Bildungsstand und Alter. So ist der Anteil der Befragten mit höherem Abschluss (Universität/ höhere Schulen), der die Massnahmen befürwortet, signifikant höher als der Anteil jener mit einem Abschluss auf mittlerem bzw. tiefem Niveau (63% vs. 51% bzw. 49%). Bei den 50- bis 74-Jährigen sind es 60 Prozent, welche die Massnahmen befürworten, was signifikant mehr sind als bei den 30- bis 49-Jährigen (52%).
  4. Auf der anderen Seite lehnt insgesamt ein Fünftel der Befragten die Massnahmen ab. Hier ist der Anteil der Männer signifikant höher als der der Frauen (lehnt „eher“ sowie „voll und ganz“ ab: 22% vs. 16%).
  5. Auch zwischen den Sprachregionen zeigen sich Differenzen. In der Westschweiz ist der Anteil jener, der die Massnahmen („eher“ sowie „voll und ganz“) ablehnt, deutlich grösser als in der Deutschschweiz (24% vs. 18%). Andererseits ist der Anteil der Unentschlossenen – also jener, die sagen, sie sind mit den Massnahmen „teils, teils“ einverstanden –, in der Deutschschweiz signifikant höher als in der Westschweiz (28% vs. 20%).
  6. Männer zeigen deutlich mehr Verständnis für Demonstrationen gegen die Corona-Massanhmen als Frauen („eher“ und „grosses Verständnis“: 38% vs. 30%).
  7. Auf der anderen Seite zeigen die Befragten, die sich als politisch (eher) links einstufen, jeder Zweite „eher kein“ und „überhaupt kein Verständnis“. Bei jenen, die sich politisch in der Mitte sehen, sind es 39 Prozent und bei jenen, die sich als eher rechts einordnen, 36 Prozent.
  8. Auch bei den Älteren hält sich das Verständnis in Grenzen. So haben bei den 50- bis 74-Jährigen gegen die Hälfte eher bis überhaupt kein Verständnis für die Demonstranten (46%). Bei den 30- bis 49-Jährigen sowie bei den Jungen, das heisst den 14- bis 29-Jährigen, sind es jeweils 37 Prozent.
Die Charts zur Marketagent.com-Schweiz-Umfrage zur Akzeptanz von Corona-Massnahmen
„Wenig überraschend zeigt sich, dass, wer die behördlichen Massnahmen befürwortet, auch eher zur Gruppe jener gehört, die wenig Verständnis für die Demonstranten gegen die Corona-Massnahmen haben.“
Martina Staub von Marketagent.com Schweiz
Über Marketagent.com Schweiz AG

Marketagent.com Schweiz ist ein auf quantitative und qualitative Online-Markt- und Meinungsforschung spezialisiertes Forschungsinstitut und verfügt in der Schweiz über ein ISO zertifiziertes Befragungspanel mit über 64'000 (Stand: Februar 2021) Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 14- und 74 Jahren.

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