Corona-Pandemie

Schweizer Automarkt bricht im ersten Halbjahr um ein Drittel ein

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Im ersten Halbjahr 2020 verliert der Schweizer Automarkt über 30 Prozent an Absatz bei den Neuwagen.
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Im ersten Halbjahr 2020 verliert der Schweizer Automarkt über 30 Prozent an Absatz bei den Neuwagen.
Die Corona-Pandemie hinterlässt im Automarkt der Schweiz und Lichtenstein tiefe Spuren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gehen die Immatrikulationen in den ersten sechs Monaten um 34,3 Prozent zurück. Das zeigen die aktuellen Zahlen von Auto-Schweiz. Alle Marken verzeichnen teilweise heftige Einbrüche. Lediglich Porsche schafft ein Plus von 14,2 Prozent.
Der Automarkt in der Schweiz leidet nach wie vor unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie.  Im gesamten ersten Halbjahr summiert sich der Einbruch bei den Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 34,3 Prozent auf 103.201. Das zeigt die aktuelle Bilanz von Auto-Schweiz.


Immerhin gibt es ein kleines Zeichen der Hoffnung, dass der Boden erreicht sein könnte. Im Juni lag der Rückgang nur bei knapp 14 Prozent. Mit 24.477 Immatrikulationen war der vergangene Monat der bisher absatzstärkste Monat in diesem Jahr. Doch das war auch in Zeiten ohne Corona oft der Fall gewesen. Bei der Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure erwartet man daher in der zweiten Jahreshälfte keine Aufholjagd. Vielmehr geht der Verband davon aus, dass 2020 das schlechteste Jahr seit der Ölkrise in den 70er Jahren wird – mit erwarteten 240.000 Neuzulassungen.  Das wäre ein Minus von 23 Prozent.  Zwar haben die Autohäuser wieder geöffnet, aber nach wie vor gibt es Probleme in den Lieferketten. Manche Marke hat zudem die geplante Lancierung neuer Modelle verschoben, was auch auf das Angebot auswirkt und ganz zudem auch den Werbedruck verringern dürfte.


Der Absturz spiegelt sich auch in der Einzelbilanz der Marken wider. Lediglich Porsche schafft in den ersten sechs Monaten mit 14,2 Prozent ein Plus beim Absatz. BMW Alpina kann wenigstens auf niedrigem Niveau die Null halten. Beim Rest stehen mitunter tiefrote Zahlen.  Marktführer VW verliert ein Drittel beim Absatz,  die Kleinwagenmarke Smart deutlich über 80 Prozent, Honda fast 75 Prozent und Jaguar rund 66 Prozent. Selbst Tesla als angesagte Marke kann sich dem Trend nicht entziehen. Hier steht ebenfalls ein Verlust von einem Drittel in der Marktbilanz.



Und das ist schon deshalb bemerkenswert, weil sich die Schweizerinnen und Schweizer zunehmend für Modelle mit alternativen Antrieben interessieren.  Mit 22.294 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 21,6 Prozent verfügt  mehr als jeder fünfte neue Personenwagen in den ersten sechs Monaten über einen Hybrid-, Elektro, Gas- oder Wasserstoffantrieb.  "Das stellt eine Verdopplung des Alternativ-Anteils innerhalb eines Jahres da", heisst es bei Auto-Schweiz.  mir
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