Corona-Krise

Radio und Fernsehen verzeichnen Bedeutungsgewinn

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Im grossen Fakten- und Meinungs-Wirrwarr, hervorgerufen durch die Corona-Krise, vermochten die SRG-Sender insgesamt und das Radio insbesondere am meisten an Bedeutung zulegen.
© Ryan Stefan via Unsplash
Im grossen Fakten- und Meinungs-Wirrwarr, hervorgerufen durch die Corona-Krise, vermochten die SRG-Sender insgesamt und das Radio insbesondere am meisten an Bedeutung zulegen.
Für die Information der Bevölkerung in der Corona-Krise haben Radio- und TV-Programme eine stark gestiegene Bedeutung. Dies ergeben erste Analysen der diesjährigen mediaBrands-Studie von Publicom.
In der mediaBrands-Studie 2020 untersuchte Publicom 174 Medienmarken auf ihre qualitative Ausstrahlung im Publikum, darunter 49 Radiomarken. Die Befragung startete Ende April, also kurz nach dem Abflachen der Covid-19-Infektionswelle in der Schweiz.


Eine erste Analyse zeigt einen zunehmenden Stellenwert sämtlicher Medientypen für die Schweizer Bevölkerung während des Lockdowns. Am stärksten an Bedeutung gewonnen haben SRG-Medien: Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) orten eine Bedeutungszunahme. Stark an Bedeutung zugelegt haben auch regionale Radio- und TV-Sender (37%). Damit liegen die elektronischen Medien deutlich vor den unterhaltungsorientierten Streaming-Diensten (Bedeutungsgewinn bei 31%), vor Social Media (27%), bezahlten Zeitungen (26%) sowie kostenlosen Zeitungen bzw. Portalen (25%).
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La 1ère und RJB sind die glaubwürdigsten Radios

Im Zuge der Corona-Krise ist seit 2019 auch die durchschnittliche Glaubwürdigkeit der Medienmarken angestiegen. Als besonders glaubwürdig erachtet die Schweizer Bevölkerung weiterhin die regionalen, abonnierten Tageszeitungen und die öffentlich finanzierten Radio- und Fernsehsender. Glaubwürdigstes SRG-Medium ist das RTS-Radio La 1ère, knapp vor Radio SRF 4 News und Radio SRF 1. Insgesamt liegt La 1ère fast gleichauf mit der Freiburger Regionalzeitung La Liberté, die das gesamtschweizerische Ranking auf der Qualitätsdimension anführt. Glaubwürdigstes Privatradio ist das bernjurassische Programm RJB, äusserst knapp vor seinen Schwestersendern RTN und RFJ. Im Vergleich mit dem Mittelwert aller untersuchten Medien werden 15 private Radioprogramme vom Publikum als überdurchschnittlich glaubwürdig wahrgenommen.

Generell vertrauen Schweizerinnen und Schweizer den einheimischen Medien weitaus mehr als ausländischen. Als einziges Auslandmedium schafft es die ARD unter die 50 glaubwürdigsten Medienmarken. Als wenig glaubwürdig erachtet die Schweizer Bevölkerung weiterhin Social Media, allen voran Facebook, das auch im Jahr 2020 mit grossem Rückstand den letzten Platz belegt.

Stabile Radionutzung

84% der erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer schalteten im Frühjahr 2020 in einem Zeitraum von drei Monaten mindestens einmal ein Radioprogramm ein. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieser Wert geringfügig zugenommen (+1%). Das Medium Radio erreicht somit in der Schweiz mehr Men­schen als gedruckte Zeitungen (72%), Social Media (59%), Zeitschrif­ten/Magazine (50%), Streaming-Dienste (neu: 40%) oder Kino (10%).


Über Publicom
Seit 2013 ermittelt Publicom mit der mediaBrands-Studie jährlich die Brand Performance von Medien­marken in der Schweizer Bevölke­rung. Die Daten werden unter anderem für die qualitative Mediaplanung eingesetzt. Die Erhebung 2020 wurde zwischen Ende April und Anfang Juni durchgeführt und basiert auf einer für die Bevölkerung von 15-79 Jahren repräsentativen Stichprobe von 4'806 Personen. Die statistische Fehlerquote liegt bei +/- 1.4%.
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