Corona-Krise

CH Media muss Kurzarbeit beantragen

   Artikel anhören
CH Media ist eines der führenden Schweizer Medienunternehmen und beschäftigt in der Deutschschweiz rund 2000 Mitarbeitende.
© ch media
CH Media ist eines der führenden Schweizer Medienunternehmen und beschäftigt in der Deutschschweiz rund 2000 Mitarbeitende.
Per 1. April beantragt CH Media Kurzarbeit für zunächst drei Monate. Die Einreichung von Kurzarbeit ist die wichtigste Massnahme, um mit der temporären Krise so sozial verantwortlich wie möglich umzugehen. Sie hilft CH Media, die Personalkosten rasch der eingebrochenen Nachfrage aus dem Werbemarkt und unserem reduzierten Angebot anzupassen.
Nun muss nach der TX Group ein weiteres Verlagshaus Kurzarbeit beantragen. In seiner Mitteilung schreibt CH Media: "Das Coronavirus und die von den Behörden getroffenen Massnahmen legen grosse Teile der Wirtschaft lahm. Der Konsum erleidet durch die verordneten Geschäftsschliessungen und Mobilitätseinschränkungen der Bevölkerung einen Schock."

Die grosse Abhängigkeit vom Werbemark

CH Media ist mit ihren Zeitungen, Anzeigern, Radiostationen, TV-Sendern, Events , Zeitschriften, Onlineangeboten und dem Filmverleih stark dem einbrechenden Werbemarkt ausgesetzt. Bis anhin erzielte CH Media knapp die Hälfte der Erlöse im Werbemarkt. Im April allein rechne man mit einem Umsatzrückgang zum Vorjahr von über 30 Prozent für CH Media und mit über 50 Prozent im Werbemarkt. Das entspricht mehr als 10 Millionen Franken. Die folgenden Monate werden voraussichtlich mindestens so stark betroffen sein. CH Media erwartet – je nach Verlauf der Pandemie im zweiten Halbjahr – Umsatzverluste im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Paradoxe Situation

Die Situation ist eigentlich pradox: Trotz best frequentierter Medien ziehen sich die Werbeauftraggeber zurück. Man verzeichne Rekordzugriffe (Online), Rekordzuseherzahlen (TV) und Rekordzuhörerzahlen (Radio), schreibt CH Media. Trotzdem: Coca Cola hat entschieden, dass alle Marketingaktivitäten ab April ausgesetzt werden. Man habe entschieden, lässt Coca Cola Schweiz auf Anfrage gegenüber Horizont Swiss verlauten, in näherer Zukunft alle Ressourcen, Energien und Aktivitäten auf die für Coca Cola aktuell wichtigen Prioritäten zu konzentrieren und das sei die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Um es in der Sprache des Detailhandels und allgemein zu sagen: Mit dem Abzug der Werbegelder werden für die Verlagshäuser die "Lieferketten" gekappt. Je nach Situation muss jetzt der Staat (bei Liquiditätsengpässen mit Sofortkrediten) und/oder die Ausgleichskassen (bei Kurzarbeit) übernehmen. CH Media, wie schon zuvor die TX Group, ist in dieser wirklich schwierigen Situation hoch anzurechnen, dass sie die Löhne vollständig ausbezahlen, womit die Mitarbeitenden vorerst keine Lohneinbussen in Kauf nehmen müssen.

Starke Unterauslastung, trotz Rekordnachfrage im Medienbereich

Die gegenwärtige Krise verursacht eine starke Unterauslastung in den meisten Geschäftsbereichen und macht eine sofortige Ausgabenbremse notwendig. Folgende Massnahmen wurden beschlossen:


  • CH Media beantragt Kurzarbeit per 1. April: Per 1. April beantragt CH Media Kurzarbeit für zunächst drei Monate. Die Einreichung von Kurzarbeit ist die wichtigste Massnahme, um mit der temporären Krise so sozial verantwortlich wie möglich umzugehen. Sie hilft CH Media, die Personalkosten rasch der eingebrochenen Nachfrage aus dem Werbemarkt und unserem reduzierten Angebot anzupassen. 
  • Löhne von Mitarbeitenden in Kurzarbeit werden vollständig ausbezahlt 
    CH Media zahlt die Löhne von Mitarbeitenden in Kurzarbeit für die obige Frist vollständig aus. Mitarbeitende in Kurzarbeit erfahren also keine Lohneinbusse.  
  • Produkte und Angebote werden angepasst: Zur Umsetzung der Kurzarbeit werden in sämtlichen Unternehmensbereichen die Produkte und Dienstleistungen auf ihr Sparpotenzial überprüft. Dazu gehören auch temporäre Produktveränderungen. Strategische Projekte laufen weiter und in Bereichen und Abteilungen mit starker Auslastung ist aktuell keine Kurzarbeit geplant.  
  • Aktionäre gewähren Dividendenaufschub: Die Aktionäre verzichten nach Abstimmung mit der Unternehmensleitung von CH Media auf eine Auszahlung der Dividende im Frühling 2020 und wandeln diese in ein Darlehen um.

Dank der getroffenen Massnahmen wird CH Media trotz Krise auch weiterhin ein hochstehendes Angebot gewährleisten können, schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Der Kommentar von Ch Media CEO Axel Wüstmann

"Die Corona-Pandemie stellt uns als Medienunternehmen ebenso wie Bund und Kantone sowie die Bürgerinnen und Bürger vor riesige Herausforderungen. Wir begrüssen die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen sehr und werden alles daransetzen, mit deren Hilfe die Krise bestmöglich zu meistern. Gleichzeitig wollen wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Lesern, Hörern, Zuschauern und Kunden wie gegenüber unseren Mitarbeitenden gerecht werden, indem wir – der Krise zum Trotz – auch weiterhin ein hochstehendes Angebot gewährleisten. Die getroffenen Massnahmen werden dies sicherstellen. Mein Dank gilt den Mitarbeitenden, die Ausserordentliches leisten."

Über CH Media
CH Media ist eines der führenden Schweizer Medienunternehmen und beschäftigt in der Deutschschweiz rund 2000 Mitarbeitende. Mit ihren Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften bietet CH Media hochstehenden Journalismus. Als Nummer 1 sowohl im Schweizer Privatradiobereich als auch im privaten Schweizer Fernsehen steht CH Media zudem auch für erstklassige Unterhaltung. Mit Ihren Marken in den Bereichen Publishing und Entertainment erreicht CH Media täglich über zwei Millionen Menschen auf allen Kanälen. Modernste Druckereien runden die Produkte- und Servicepalette der Mediengruppe ab.

 
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats