Corona-Krise

Autoverkäufe in der Schweiz brechen stark ein

   Artikel anhören
Porsche performt mit einem Plus von 90 Prozent im ersten Quartal überdurchschnittlich im Schweizer Markt. Mit dem neuen Taycan könnte der Sportwagenhersteller diese Entwicklung in 2020 weiter fortsetzen.
© Porsche
Porsche performt mit einem Plus von 90 Prozent im ersten Quartal überdurchschnittlich im Schweizer Markt. Mit dem neuen Taycan könnte der Sportwagenhersteller diese Entwicklung in 2020 weiter fortsetzen.
Der Automarkt in der Schweiz und in Liechtenstein leidet unter der Coronavirus-Pandemie. Im März bricht die Zahl der neuimmatrikulierten Personenwagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 40 Prozent auf 17.556 Exemplare ein. Trotzdem bleibt VW auf Platz 1 im Ranking der meistgekauften Marken.
Erstmals werden die Folgen von Corona für den Automarkt sichtbar. Laut den aktuellen Zahlen von Auto Swiss sind die Verkäufe im vergangenen Monat um fast 40 Prozent zurückgegangen. Entsprechend schlecht fällt auch die Bilanz für das erste Quartal aus. In den ersten drei Monaten des Jahres kamen in beiden Ländern lediglich 55.452 neue Personenwagen auf die Strassen der beiden Länder. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 72.065 gewesen. Prozentual ist das ein Minus von 23,1 Prozent.


Neben der Schliessung der Verkaufsräume dürften für die Rückänge auch die zurückhaltende Nachfrage und die Lieferbarkeit von Fahrzeugen eine Rolle spielen. Insgesamt stellt die Situation die Autobranche in der Schweiz vor grosse Herausforderungen. "Importeuren und Markenhändlern brechen von heute auf morgen Umsätze weg, gleichzeitig laufen die meisten Kosten aber weiter", sagt Christoph Wolnik. Der Mediensprecher des Verbands hofft jetzt, dass die Unterstützungsmassnahmen des Bundes bei der Kurzarbeit und die Überbrückungskredite ihre volle Wirkung entfalten können. Das wäre auch dringend notwendig. Die Branche ist nicht nur einer der grossen Werbeauftraggeber, vielmehr hängen an ihr direkt oder indirekt 225.000 Jobs in der Schweiz.


Zumal es derzeit kaum Aussichten auf Besserung gibt. Die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure rechnet mit einem faktischen Shutdown des Marktes für neue Personenwagen. Viele Kundinnen und Kunden schreckten in dieser unsicheren Zeit vor Neuanschaffungen zurück. "Die wahre Wucht der ausbleibenden Bestellungen und Lieferungen wird erst im Laufe der nächsten Wochen und Monaten ersichtlich werden", sagt Wolnik. Immerhin: Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sind sowohl die Auslieferung und Übernahme neuer Fahrzeuge als auch kontaktlose Probefahrten unter Einhaltung der einschlägigen Hygienevorschriften und Vorsichtsmassnahmen nach wie vor möglich.


Wie hart es die Branche trifft, zeigt auch eine andere Zahl. Nur sieben Marken weisen beim Absatz eine positive Quartalsbilanz auf: Porsche, BMW Alpina, Renault, DS Automobiles, Mini und Mitsubishi. Trotz eines Rückgangs von über 20 Prozent bleibt Volkswagen aber an der Spitze der absatzstärksten Marken, vor Mercedes (-12,1 Prozent) und BMW (-2 Prozent).
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats