Cordes tritt ab

Jeannine Pilloud wird Ascom-CEO

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Jeannine Pilloud
© srf-Screenshot
Jeannine Pilloud
Im Januar wurde sie zur Verwaltungsratspräsidentin gekürt, nun übernimmt die ehemalige SBB-Chefin Jeannine Pilloud auch die operative Führung der Ascom-Gruppe als Acting CEO. Ihr Vorgänger, Holger Cordes verlässt Ascom, um sich beruflich neu zu orientieren.
Cordes Rückzug nach insgesamt drei Jahren an der Spitze von Ascom  kommt kurz nach der Verkündung erster Halbjahresergebnisse des Technologiekonzerns. Demnach fiel der Nettoumsatz um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 137 Millionen Schweizer Franken, was auch zu einem deutlichen Rückgang der EBITDA-Marge (rund 1% gegenüber 6,5% im ersten Halbjahr 2018) führte. Einzelheiten zur Jahresrechnung und zum Halbjahresbericht 2019 werden am 14. August 2019 veröffentlicht.


Die Kuh vom Eis holen soll nun Jeannine Pilloud, die zusätzlich zu ihrer Funktion als Präsidentin des Verwaltungsrates nun auch die operative Führung als Acting CEO der Ascom-Gruppe übernimmt. Jürg Fedier, Mitglied des Verwaltungsrates und Chairman des Audit Committee, wurde im gleichen Zug zum Independent Lead Director ernannt.

Pilloud hat jahrelange Erfahrung im Lenken von Konzernen. Von 2011 bis 2017 leitete sie den SBB-Personenverkehr, mit 13.000 Mitarbeitenden die grösste Division. Als erste Frau nahm sie damals in der SBB-Konzernleitung Einsitz. Danach war sie als Delegierte des Bahnunternehmens im Branchenverband tätig. Seit 2018 hat Pilloud verschiedene Verwaltungsratspositionen angenommen. So ist die derzeit etwa Verwaltungsrätin des Telekomunternehmens Salt und Vorstandsmitglied von Schweiz Tourismus. Im März hatte Pilloud für das Präsidium des Migros-Genossenschaftsbundes kandidiert, unterlag dabei aber bei der Wahl Ursula Nold.


Erstmals kehrt sie nun wieder ins operative Geschäft zurück und stellt sich dabei einer gewaltigen Aufgabe.  Ascom ist in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft und hat eine Division nach der anderen abgestossen. Doch auch die einzige verbliebene Sparte, die sich auf die Entwicklung und Installation von Kommunikationssystemen in Spitälern spezialisiert hat, hat Schwierigkeiten.

Ascom  selbst teilte mit, dass man unter einer schwachen Nachfrage im OEM-Geschäft leide – das OEM-Geschäft machte laut Ascom rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes in H1/2018 aus. Im ersten Halbjahr ging es hingegen um rund 30 Prozent zurück. Zudem hätten sich die eingeleiteten Massnahmen zur Steigerung der Qualität und Kapazität im Service-Geschäft noch nicht voll ausgewirkt.
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