Cookieless Future

"Mit unverändertem Elan an der Umstellung weiterarbeiten"

   Artikel anhören
Andreas Grasel, Country Manager Austria & Switzerland der Werbemanagement-Plattform Adform
© Adform
Andreas Grasel, Country Manager Austria & Switzerland der Werbemanagement-Plattform Adform
Google hat das Aus für Third-Party Cookies auf 2023 verschoben. Doch was bedeutet das für die Branche? Antworten darauf gibt eine Umfrage unter Top-Entscheider der Branche, die wir seit einigen Tagen in loser Folge veröffentlichen. Heute nimmt Andreas Grasel, Country Manager Austria & Switzerland der Werbemanagement-Plattform Adform Stellung.
1. Zeitgewinn oder zweite Chance? Was bedeutet für Sie die Entscheidung von Google, das Ende der Third Party Cookies auf 2023 zu verlegen?
Auch wenn die Mitteilung für involvierte Experten nicht überraschen kam, ist sie eine willkommene Nachricht für Teile der Branche, die für die ursprüngliche Frist von 2022 noch nicht vollständig bereit waren. Diese angekündigte Änderung bietet Werbetreibenden, Agenturen und Publishern nun zusätzliche Zeit, um ihre Strategien zu ändern, durchdachte Lösungen zu entwickeln und vollständig auf First-Party IDs umzustellen, ohne die Arbeit zu überstürzen. Während die First-Party ID-Lösungen mittlerweile einen hohen Reifegrad erreicht haben, war das Framework rund um die Privacy Sandbox, die einen grundlegenden Wandel innerhalb des Adtech-Ökosystems darstellt, noch nicht bereit, in so kurzer Zeit implementiert zu werden. Auch wenn die Versuchung aufkommen mag, für die nächsten 24 Monate eine abwartende Position einzunehmen, glauben wir, dass mit unverändertem Elan an der Umstellung weitergearbeitet werden muss und unterstützen unsere Kunden beim Übergang in die neue Welt. Adform ist für diese Umstellung längst bereit.


2. Wie bereiten Sie sich auf das Aus der Third Party Cookies vor?
Da unsere Branche zunehmend genauer unter die Lupe genommen wird, insbesondere durch die europäischen Regulierungsbehörden, wird Adform weiterhin auf die Einführung der „First-Party-World“ setzen. Entscheidend ist, dass First-Party IDs der beste Weg sind, um die Daten und das Publikum von Premium-Publishern zu schützen und mit den unfairen Modellen zu brechen, die mit Drittanbieter-Cookies eingeführt wurden. Wir können den Weg vollenden, den wir alle seit der Ankündigung der Pläne von Google eingeschlagen haben, um ein deutlich verbessertes, robusteres Adtech-Ökosystem mit hochwertigen First-Party-basierten Funktionen, weniger Betrug und überlegener Lieferpfadtransparenz zu schaffen.


3. Welche Tools werden künftig genutzt, um das Userverhalten zu analysieren?
Bis zu 50 Prozent des Webtraffics laufen bereits ohne Cookies von Drittanbietern, und die Online-Werbung ist deshalb nicht eingestellt worden. Dies darf in der Betrachtung nicht unerwähnt bleiben. Während Chrome einen dominierenden Teil ausmacht, hat Adform im letzten Jahr First-Party ID Lösungen für Werbetreibende und Publisher entwickelt, die es ihnen ermöglichen, in Safari und Firefox diese User erneut sichtbar zu machen. Wir verfolgen aktiv die Entwicklungen am Markt der ID Provider, die neue "ID Spaces" mit Möglichkeiten des Targetings und der Analyse schaffen und arbeiten bereits an gemeinsamen Usecases mit neuen Anbietern im Bereich der sogenannten "Data Clean Rooms". Insgesamt werden sich noch Lösungsansätze etablieren, die wir heute noch nicht im Detail vorhersagen können. Wichtige Herausforderungen wie verlorene Audiences bleiben bestehen und müssen gelöst werden.
    stats