Conzzeta

Bergsportmarke Mammut wird verkauft

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Die Schweizer Traditionsmarke steht zum Verkauf
© Mammut / Screenshot
Die Schweizer Traditionsmarke steht zum Verkauf
Die Schweizer Traditionsmarke Mammut steht zum Verkauf. Der Mutterkonzern Conzzeta will sich künftig auf das Geschäft mit Blechbearbeitung konzentrieren. Zuletzt hatte die Bergsportmarke den Umsatz im Jahr 2018 um 10,9 Prozent auf 253,4 Millionen Schweizer Franken (223,5 Mio. Euro) steigern können. Das Betriebsergebnis lag bei 5,2 Millionen Schweizer Franken (2017: 0,1 Millionen.)
1862 begann mit der Gründung durch Kaspar Tanner in Dintikon die Geschichte von Mammut. Aus der einstigen Seilerei entwickelte sich einer der Treiber in der Outdoorszene. Jetzt muss die Marke allerdings das nächste Kapitel in ihrer 157-jährigen Unternehmenshistorie schreiben. Mutterkonzern Conzzeta will Mammut - die Marke gehört seit 1982 zur Gruppe - binnen Jahresfrist verkaufen. Das Unternehmen will sich künftig auf das Geschäft mit Blechbearbeitung konzentrieren, was die Börse honoriert.


Der Verkauf kommt auf den ersten Blick trotzdem überraschend. 2016 hatte das Conzzeta dem Bergsportausrüster ein auf fünf Jahre angelegtes Sanierungskonzept verpasst. Die Marke hatte zu dem Zeitpunkt beim Image und den Geschäftszahlen Staub angelegt sowie Trends verschlafen. Ausgerechnet die Marke, die in der Outdoorszene mit Marketingmassnahmen wie dem Peak-Project oder danach mit #Project360 für viel Aufsehen gesorgt hatte. Der damalige CEO und das Gesicht der Marke nach außen, Rolf Schmid, musste gehen. Für ihn kam der Ex-Bogner-Manager Oliver Pabst. Er sollte die Marke fit machen für das digitale Zeitalter, das Markenprofil schärfen und Konsumenten mit neuen Kollektionen überzeugen. Unter anderem verkaufte Pabst in Zürich individualisierte Regenjacken. 200 Stück bot er dort an. Die Kunden hatten die Wahl unter nicht weniger als 25.000 Varianten. Er nutzt NFC-Chips in den Produkten, um die Käufer seiner Ausrüstungsgegenstände noch enger an sich zu binden und mit Services wie Toureninfos zu versorgen. Seit Januar ist die erste urbane Linie der Marke Delta X im Handel.

Solche Testflüge tragen bis heute dazu bei, dass die Sanierung im Plan ist. 2018 lag das Betriebsergebnis bei 5,2 Millionen Franken. Und für 2019 sollen noch bessere Zahlen winken. Trotzdem sagt Conzzeta: "
Mammut verfügt als Teil von Conzzeta ausserhalb von Europa letztlich nicht über den notwendigen Marktzugang, um das Potenzial in absehbarer Frist zu realisieren." Deshalb kommt es nun zur Trennung.


Ob sich der Verkauf so schnell realisieren lässt, ist offen. Der Wettbewerb in der Outdoorbranche ist hart, nicht nur weil Kundenbdürfnisse sich verändern, die Investitionen in neue Produkte und die Digitalisierung groß sind, sondern weil auch neue Player immer wieder auf den Markt drängen. Umgekehrt hat sich die Mammut Sports Group - zu der die Marken Mammut, Ajungilak, Lucido und Raichle gehören - mit ihren heute rund 900 Mitarbeitenden in ihrer Geschichte immer wieder neu erfunden. Es bleibt also wie meistens bei neuen Touren in den Bergen: spannend.
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