Comparis-Datenvertrauensstudie

Argwohn gegenüber Online-Shops wächst

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Paypal vermittelt Schweizern nicht mehr das gleiche Sicherheitsgefühl wir noch vor zwei Jahren
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Paypal vermittelt Schweizern nicht mehr das gleiche Sicherheitsgefühl wir noch vor zwei Jahren
Was den Umgang mit Kundendaten angeht, sinkt das Vertrauen der Schweizer in die Akteure im Internet zusehends. Das zeigt die "Datenvertrauensstudie 2020" des Online-Vergleichsportals Comparis. Auch die Sicherheit von Zahlungsmitteln fürs Internet wird immer schlechter bewertet.
Insgesamt gilt laut der Umfrage von Comparis: Die Mehrheit der Schweizer hält den Datenschutz in der Schweiz für eher gut bis sehr gut geregelt und glaubt, die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Internet sei ausreichend gewährleistet. Dieses Vertrauen ist in den vergangenen beiden Jahren allerdings gebröckelt, und zwar am stärksten in Bezug auf den Umgang mit Daten bei Online-Shops.


Trotz des Online-Shopping-Booms während des Lockdown sank die Bewertung von Online-Shops und ihrer Kundendatennutzung von 5,7 im Jahr 2018 auf 5,1 im Jahr 2019 und 5,0 heute (Skala von 1 "gar kein Vertrauen" bis 10 "volles Vertrauen"). "Wer im Internet ein Produkt sucht oder kauft, bekommt ständig Werbung zu genau solchen Produkten angezeigt. Das allgegenwärtige Tracking der Nutzer im Netz lässt das Vertrauen in Online-Shops sinken", lässt sich Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick in einer Mitteilung vernehmen. Rückläufig ist auch die Bewertung von Banken und Behörden bezüglich seriösem Umgang mit Kundendaten. Die Banken sind von einer Bewertung von 7,2 im Jahr 2018 auf aktuell 7,0 gerutscht, die Behörden um 0,3 Punkte von 7,1 auf 6,8.

Ebenfalls als weniger sicher werden der Comparis-Studie zufolge die meisten Internetzahlungsmittel beurteilt. Am sichersten bewerten die Schweizer Konsumenten noch immer die Rechnungsstellung. Doch auch diese ist bezüglich des Sicherheitsgefühls mit einer Bewertung von 8,5 im Jahr 2018 auf 8,1 gerutscht (1 "überhaupt nicht sicher", 10 "sehr sicher"). Gleiches gilt für die Nachnahme (von 7,4 auf 7,0).


Am stärksten eingebrochen ist demnach mit einem Minus von 0,7 Punkten seit 2018 die Bewertung von Paypal auf nur mehr 6,2. Damit liegt der US-amerikanische Bezahlservice gleichauf mit dem Schweizer Konglomerat Twint. "Besitzerwechsel und undurchsichtige AGBs haben dem Ruf von Paypal geschadet", so Frick. Deutlich schlechter als bei Twint und Paypal wird die Sicherheit von Apple und Samsung Pay bewertet (Note 5,4).
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