Brain-Computer-Interface

Bei Elon Musks Neuralink verschmelzen Mensch und Maschine

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Die von Elon Musk gegründete Firma Neuralink hat in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als es darum ging, eine neue Art von Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und Computergeräten zu entwickeln. Am Freitag gewährte das Unternehmen Einblicke und demonstrierte neuste Features an «Gertrude».

Wissen teilen mit Kalkül

"Wir versuchen nicht, Geld zu sammeln oder irgendetwas anderes zu tun, aber der Hauptzweck ist es heute, grossartige Leute davon zu überzeugen, bei Neuralink zu arbeiten und uns dabei zu helfen, das Produkt zum Erfolg zu führen - es erschwinglich und zuverlässig zu machen und zwar so, dass jeder, der es haben möchte, es haben kann", sagte Musk anlässlich der Demonstration.
Elon Musk (links)
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Elon Musk (links)

Alles kann, nichts muss

Der Grund, wieso Musk die Technologie allgemein verfügbar machen möchte, sei, dass fast jeder im Laufe der Zeit irgendeine Art von neurologischen Problemen haben werde, darunter Gedächtnisverlust, Angstzustände, Hirnschäden, Depressionen und eine lange Liste anderer Leiden. Natürlich gäbe es keine eindeutigen Beweise dafür, dass irgendeines dieser langen Liste von Problemen mit einer einzigen Lösung schnell und einfach "gelöst" werden könne, so dass es etwas schwierig sei, dies als ein vernünftiges Endziel für das Unternehmen zu sehen. Noch ist alles so verpackt, wie man es aus den Anfängen des Tesla-Narrativs kennt: Alles kann, nichts muss.

Handlicheres Design

Musk bemerkte, dass Neuralink seit der Enthüllung im letzten Jahr sein Design geändert habe, und zwar sei es jetzt ein viel kleineres Gerät, das vollständig unter dem Haar versteckt werden könne, sobald es im Schädel installiert sei.
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Neuralink-Gerät am Schwein demonstriert

Musk lenkte dann die Aufmerksamkeit des Publikums auf drei Schweine, die sich in nahe gelegenen Ställen befanden. Bei den drei Schweinen handelte es sich um eines, das ohne Gerät war, dann ein zweites "Gertrude" mit einem Neuralink-Gerät, dem so genannten "Link", ausgestattet, und beim dritten war zuvor ein Gerät installiert worden, das dann aber wieder entfernt wurde. Von einem Display erklang ein Geräusch bzw. war ein visueller Impuls zu sehen, wann immer der Link feststellte, dass «Gertrude» mit ihrer Schnauze mit etwas in Kontakt kam, während sie nach Futter wühlte.


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"Das erste Gerät verfügt über einen Lese-/Schreibzugang für jeden Kanal mit etwa 1024 Kanälen, eine ganztägige Akkulaufzeit, die sich über Nacht auflädt, und eine recht grosse Reichweite, so dass die Reichweite bis zu Ihrem Telefon reicht", sagte Musk. "Ich sollte sagen, dass das eine wichtige Sache ist, denn das Gerät würde eine Verbindung zu Ihrem Telefon herstellen, so dass sich die Anwendung auf Ihrem Telefon befindet und die Verbindung über Bluetooth mit dem Gerät in Ihrem Kopf kommuniziert.

Erstimplantation beim Menschen in Reichweite

Musk schloss den vorbereiteten Teil der Präsentation mit der Bemerkung, dass das Unternehmen im Juli von der U.S. Food and Drug Administration die Bezeichnung "Breakthrough Device" erhalten habe und dass das Unternehmen "sich auf die baldige Erstimplantation am Menschen vorbereitet, wobei die erforderlichen Zulassungen und weitere Sicherheitstests noch ausstehen". Die Entwicklung erinnert an die Zulassung autonom fahrender Automobilen.

Vom Lese zum Lese- und Schreib-Gerät

Während es sich bei dem nachgewiesenen Gerät nur um ein Lesegerät handelte, das Daten aus den Signalen im Gehirn des Schweins empfängt, ist geplant, sowohl Lese- als auch Schreibfähigkeiten bereitzustellen mit dem Ziel, neurologische Probleme wie oben erwähnt angehen zu können. Musk betonte auch, dass der Grund, warum er das Schwein zeigte, dem das Implantat sicher entfernt worden war, darin bestand, dass der Plan vorsieht, die Hardware im Laufe der Zeit zu aktualisieren, sobald bessere Versionen verfügbar sind.
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Ein «Fibit im Kopf»

Musk bezeichnete die Neuralink-Geräte als "Fitbit im Kopf» mit Schnittstellen zur Steuerung von Videospielen. Musk sagte auch, dass er in Zukunft erwarte, dass Leute mit «Link» in der Lage sein würden, "Erinnerungen zu speichern und wieder abzuspielen", und gestand ein, dass dies wie aus einer Black Mirror-Episode klinge. Er ging sogar so weit zu sagen, dass "man Erinnerungen möglicherweise in einen Roboterkörper herunterladen könnte".

Erste klinische Studien an gelähmten Menschen

Die erste klinische Studie wird sich auf Personen mit Querschnittslähmung oder Tetraplegie konzentrieren, die aus einer Verletzung des Halswirbelsäulenmarks resultieren. Der Plan für eine erste Studie sieht vor, eine "kleine Anzahl" dieser Personen aufzunehmen, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Technologie zu testen.


Entwicklungen, mit denen man sich frühzeitig und ernsthaft auseinandersetzen sollte.


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