Bilanz

NZZ-Gruppe verliert ein Drittel Gewinn

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Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe: "Die Zeichen aus dem Markt sind ermutigend"
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Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe: "Die Zeichen aus dem Markt sind ermutigend"
Die Gründung von CH Media kostet die Z-Gruppe viel finanzielle Kraft: Der Gewinn der Gruppe ist ist um rund 34 Prozent auf 18,8 Millionen Schweizer Franken gesunken, der Gesamtertrag um 44,7 Millionen auf 383,5 Millionen CHF geschrumpft. Hintergrund der Entwicklung sei die Gründung von CH Media, die sich „massgeblich auf die Jahresrechnung der NZZ-Mediengruppe auswirke“, so das Unternehmen.

Das Betriebsergebnis (EBIT) ging wegen Sondereffekten um 4,9 Millionen CHF auf 20,8 Millionen. CHF zurück. Ohne diesen Einfluss läge es  auf dem Niveau des Vorjahres, teilt die NZZ mit. Positive Nachricht der Medienmitteilung ist die Entwicklung  im Nutzermarkt der NZZ Medien, der mit mehr Abonnenten ein Umsatzwachstum von 2 Prozent erzielt.



Vergleichbar mit dem Vorjahr sei die Bilanz deshalb nur eingeschränkt, schliesslich seien es einmalige Massnahmen. Hinzu kommt, dass die Umsätze der NZZ-Regionalmedien, die in das Joint Venture der NZZ-Mediengruppe und AZ Medien eingebracht wurden, deshalb nur bis September in der Bilanz berücksichtigt sind. CH Media hat seinen operativen Betrieb am 1. Oktober aufgenommen.

“Die NZZ-Mediengruppe setzt konsequent auf erstklassige journalistische Angebote. Unsere Strategie und die klare Fokussierung auf das Kerngeschäft unterscheiden uns deutlich von unseren Mitbewerbern. Die Zeichen aus dem Markt sind ermutigend, so konnten wir die Anzahl zahlender Abonnentinnen und Abonnenten im vergangenen Jahr um 4% steigern“, kommentiert Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe, den Jahresabschluss.

Entwicklung in den einzelnen Segmenten

Der Umsatz des Geschäftsbereichs NZZ Medien konnte im Jahr 2018 um 0,4 Millionen CHF auf 157,3 Millionen CHF leicht gesteigert werden. Im Nutzermarkt entfielen ab Juni durch die Kooperation mit der Schwabe AG die Umsätze des Buchverlags NZZ Libro. Ohne diesen Einfluss konnte vor allem mit mehr Abonnenten ein Umsatzwachstum von 2 Prozent erzielt werden. Weiter führten Dienstleistungsverrechnungen an die CH Media-Gruppe zu einem Umsatzanstieg. Im Werbemarkt dagegen wirkte sich der anhaltende strukturelle Rückgang und zusätzlich der Konkurs der Anzeigenvermittlerin Publicitas aus, wodurch der Umsatz um 3,7 Millionen CHF abnahm. Die Einbussen aus dem Werbemarkt konnten nur teilweise kompensiert werden, das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 5,0 Millionen CHF um 1,9 Millionen CHF unter dem Vorjahr.


Der Umsatz des Geschäftsbereichs Business Medien nahm im Jahr 2018 um 2,9 Millionen CHF auf 53,4 Millionen CHF ab. Der Rückgang ist auf nicht weitergeführte Bereiche wie die im 2017 verkaufte Online-Plattform eBalance und die per Oktober 2018 in das Joint Venture CH Media überführten NZZ Fachmedien zurückzuführen. Bereinigt um diese Effekte hätte ein Wachstum von 4% resultiert, was den Bereichen Konferenzen und Informationsdienste zuzuschreiben ist. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 1,4 Millionen CHF auf 8,9 Millionen CHF.

Durch das Joint Venture CH Media sind die NZZ-Regionalmedien-Gesellschaften im Geschäftsjahr 2018 nur von Januar bis September in der Jahresrechnung enthalten. Ab Oktober ist das anteilige Unternehmensergebnis von CH Media berücksichtigt. Durch diese Veränderung ist der Vorjahres-vergleich beim Umsatz erheblich beeinträchtigt. Das Betriebsergebnis resultiert mit 6,9 Millionen CHF um 4,4 Millionen CHF unter dem Vorjahr, hauptsächlich bedingt durch die einmaligen Aufwendungen bei CH Media.

An der kommenden Generalversammlung vom 6. April läuft die ordentliche Amtszeit von Bernd Kundrun, Christoph Schmid und Etienne Jornod ab. Alle drei stellen sich für eine Wiederwahl in den gleichen Positionen zur Verfügung und werden vom Verwaltungsrat für eine weitere vierjährige Amtszeit vorgeschlagen.ems

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