Berufsprofil Account Director

„Fundiertes Marketing- und Mediawissen ist die Basis“

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Katharina Reis, Account Director bei der Omnicom Media Group (OMD)
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Katharina Reis, Account Director bei der Omnicom Media Group (OMD)
Ein holistischer Blick und gleichzeitig auch Freude am Detail sind Voraussetzung für diese Position, sagt Katharina Reis, Account Director bei der Omnicom Media Group (OMD). Die Führungsrolle bringt neben den fachlichen sind deshalb auch personelle Themen mit sich. Langjährige Erfahrung im Media Busines, Netzwerkaktivitäten und Kundepräsentationen ebenso Teil des Karrierewegs. Teil 4 der Serie „Arbeiten bei Mediaagenturen, in der HORIZONT Swiss die wichtigsten Berufsprofile vorstellt.

Beschreiben Sie doch bitte, wie Ihr Job als Account Director bei der Omnicom Media Group (OMD) aussieht.
Als Account Director im Client Service der OMD bin ich für die strategische Beratung, Führung und Weiterentwicklung der Kunden meines Teams verantwortlich, dazu zählt auch die Budgetverantwortung gegenüber den Kunden und der Agentur.

Ich leite ein Team von 3 Mitarbeitern, fachlich wie personell. Es liegt in meiner Verantwortung, die entsprechende Unterstützung zu geben, die es für einen zufriedenen Kunden und einen glücklichen Mitarbeiter gerade braucht: Ich packe operativ mit an, bin Sparring-Partner, Ausbilder, Coach und offenes Ohr in einer Person.

Zum Kundenportfolio meines Teams zählen lokale wie auch internationale Kunden, mit kleinen und grossen Budgets, aus diversen Branchen – Entertainment, FMCG, Retail und Technologie, um nur ein paar zu nennen. Es müssen nicht immer die grossen Budgets sein, die einen Kunden spannend machen.

Nicht zuletzt habe ich agenturübergreifende Aufgaben. Dazu zählen interne Projekte, lokal in Zürich oder international im Netzwerk wie aber auch New Business Projekte – als Teammitglied oder auch Projektleitung.



Was macht Ihren beruflichen Alltag aus?
Die Menschen, mit denen ich weltweit zusammenarbeiten darf – Kunden wie Kollegen. Ich verstehe jede interne wie auch externe Beziehung als Partnerschaft. Gemeinsam neuen fachlichen Herausforderungen und dem sich laufend verändernden Markt gegenüber zu stehen, ist immer besser als alleine. Das macht den Job unglaublich abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Ich bin gleichzeitig Feuerlöscher, Kummerkasten, Trendsetter, Dirigent, Pivot-Liebhaber, Kaffeetante, Zahlenjongleur, Lehrkraft, Mediator, Künstler – und ich liebe es, all das sein zu können.

Welche Ausbildung haben Sie auf dem Weg zum Account Director durchlaufen?
Nach dem Abitur in Deutschland habe ich bei der OmnicomMediaGroup Germany eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation abgeschlossen. Ich war schon immer sehr praxisorientiert und wollte nicht an die Universität, daher habe ich mein Abitur auch bereits an einem beruflichen Gymnasium absolviert. Während der Ausbildung/Lehre bei der OMG habe ich das Wissen der einzelnen Bereiche in mich aufgesogen, ob dies nun im Bereich Finance oder HR war, in den digitalen oder auch klassischen Medien, ich habe so viel mitgenommen wie möglich. Besonders im TV hat mein damaliger Ausbilder die Grundbegriffe und Formeln solange abgefragt, bis ich sie im Schlaf beherrschte. 10 Jahre weiter bin ich noch immer unheimlich froh und dankbar, dieses «Handwerk» von der Pike auf gelernt zu haben.

Nach der Ausbildung gab es innerhalb der Agentur viele Weiterbildungsmöglichkeiten, die massgeblich waren für meine berufliche Entwicklung. Zudem hatte ich das Glück, einen Vorgesetzten zu haben, der für mich nicht nur Chef, sondern vor Allem auch ein Mentor war und von dem ich sehr viel lernen durfte.



Serie "Arbeiten bei Mediaagenturen"
Was bei einer Mediaagentur passiert, welche Jobprofile es gibt und wer dafür als Kandidat in Frage kommt, wissen die wenigsten Absolventen. Angesichts der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt kann das für die Dienstleister zu einem echten Problem werden. HORIZONT Swiss stellt in einer Serie die wichtigsten Berufe vor. Bislang wurden die Berufsprofile "Head of Digital", "Head of Online" und "Client Service Manager" vorgestellt.
Was macht Ihren Job spannend und Ihnen am meisten Spass?
Ich liebe die grosse Vielfalt, die der Job mit sich bringt und den Austausch mit Kunden. Das ist genau das, was es für mich ausmacht. Das Zeitalter der personalisierten Massenkommunikation ist auf dem Vormarsch. Entsprechend elementar ist es, die verschiedenen Branchen der Kunden, ihre Herausforderungen und wiederum ihre Kunden zu verstehen und neue Wege zu finden, diese anzusprechen – die Customer ID wird hier ziemlich sicher eine zentrale Rolle spielen. Mit unserer Mission als OMD, einen positiven und messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg unserer Kunden zu leisten, kann ich mich daher nur zu gut identifizieren.

Wie wollen Sie sich beruflich entwickeln?
Solange es mir im Client Service Spass macht, was definitiv der Fall ist, darf es dort auf der Karriereleiter gern noch weiter nach oben gehen. Ich bin gerne Generalist und habe den holistischen Blick, das habe ich schon während meiner Ausbildung festgestellt. Im Client Service fliessen alle Details wieder zusammen und genau das macht es für mich aus.

Was ist das typische Berufsbild eines Account Director im Client Service?
Account Director ist natürlich kein direkter Einsteigerberuf. Account Director wird man nach mehrjähriger Berufserfahrung in einer Mediaagentur oder generell in der Werbe-, Kommunikations- und Mediabranche. Für diesen Job benötigt man ein fundiertes Media- und Marketingwissen und sollte Erfahrung haben in der Beratung von taktischen und strategischen Mediamassnahmen. Man sollte Kunden wie auch Kollegen und Marktpartner mithilfe des erlangten Fachwissens challengen können. Die Substanz entscheidet, ob jemand in dieser Branche Karriere macht oder nicht. Die Interpretation von diversen Zahlen und das Ableiten entsprechender Empfehlungen gehört zum daily business dazu (verliebt sein in Excel hilft dabei sehr). Als Account Director im Client Service sollte man Präsentationserfahrungen haben, sich nicht scheuen, vor Menschen zu stehen und selbstständig arbeiten können. Auch die Ausbildung und Entwicklung der Mitarbeiter gehört zum Berufsbild des Account Director dazu.

Wie ist Ihre Karriere bisher verlaufen?
Ich würde behaupten, ich kann stolz sein auf das, was ich bisher erreicht habe. Ich habe fachlich jeden Tag dazugelernt, hatte tolle Ausbilder und Vorgesetzte, die mich gefordert und gefördert haben, die mich Fehler haben machen lassen um aus diesen zu lernen, die mir beigebracht haben, dass man weiterkommt, wenn man engagiert ist, sein Wissen jeden Tag steigert und Spass am Job hat.

Welche Wege zum Berufseinstieg als Account Director gibt es?
Grundsätzlich gibt es diverse Wege für den Berufseinstieg im Bereich Media. Es muss nicht zwingend der Weg über ein Studium sein, ich selbst bin das beste Beispiel dafür und kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die ebenso wie ich über eine Ausbildung/Lehre eingestiegen sind. In der Schweiz gibt es die klassische KV-Lehre, der man verschiedene Weiterbildungen anhängen kann, bspw. mit dem Marketingplaner oder auch der Kommunikationsfachfrau / dem Kommunikationsfachmann. Wichtig ist einfach, dass man in einer Agentur unterkommt, welche sich für den Nachwuchs engagiert. Ich bin sehr glücklich, dass wir erfolgreich intern die OMG Academy etablieren konnten, die in diesem Jahr von allen Mitarbeitern besucht wird und zukünftig vor Allem für neue und juniorige Mitarbeiter gedacht ist. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, zu einer Ausbildungsschmiede zu werden und so die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten. Daher freue ich mich schon jetzt darauf, dass wir im 2019 bei der OMG Schweiz unsere ersten eigenen KV-Lernenden ausbilden werden. 

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