Berner PR Gesellschaft

Druckgewerbe - quo vadis?

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Diskutierten über die Zukunft des Druckgewerbes. Newsroom mit Teilnehmer. Von links: Stefan Schnyder, Daniel Sinn, Andreas Schaffner, Daniel Troxler, Stefan Aeschbacher
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Diskutierten über die Zukunft des Druckgewerbes. Newsroom mit Teilnehmer. Von links: Stefan Schnyder, Daniel Sinn, Andreas Schaffner, Daniel Troxler, Stefan Aeschbacher
Am virtuellen Anlass der Berner PR Gesellschaft diskutierten vier Branchenvertreter über die Zukunft des Druckgewerbes. Gibt es eine Zukunft? Und ist es ökologisch überhaupt noch zu verantworten? Es diskutierten unter der Leitung von Stefan Schnyder: Stefan Aeschbacher von der Aeschbacher AG, Daniel Troxler von AST & Fischer AG, Andreas Schaffner von Tamedia und Daniel Sinn von der Stämpfli AG.

Wer sich nicht weiterentwickelt, bleibt auf der Strecke 

Die vier Redner wissen, wovon sie sprechen, schreibt die Berner PR Gesellschaft im Bericht zur Veranstaltung. Denn vor ihren Ämtern in VR-Präsidien, Geschäftsleitungen und Direktionen waren sie Kryptographen, Schriftsetzer, Handbuchbindner und Offsetdruker. Wie die Branche, mussten auch sie sich weiterentwickeln, und das scheint auch das grosse Credo der Industrie zu sein: Wer sich nicht weiterentwickelt, bleibt auf der Strecke.

Wege für das moderne Druckgewerbe

Von den Maschinen werde keine grosse Entwicklung mehr ausgehen. Andreas Schaffner erwartet vom klassichen Industriedruck keine Innovation mehr. Das Gebiet würde abgelöst. Deshalb müssten sich Druckereien in verwandten Branchen umsehen. Stellvertretend der Weg der Stämpfli AG, die sich zu einer Full-Service-Agentur entwickelt hat: Konzept, Inhalt, Layout in Kombination mit digitaler und analogen Distribution kommen nun aus einer Hand.

Glaubensfrage vermeiden

Von der Druckerei sei es kein weiter Weg mehr gewesen, von der Druckerei zu Marketing und Kommunikation und die Kunden würden die neue Vielseitigkeit schätzen. Stämpfli-CEO Daniel Sinn sagt: Sowohl print- als auch online-Medien haben ihre Stärken und Schwächen. Wichtig sei, dass keine Glaubensfrage daraus werde, ob print- oder online-Medien besser seien: „Individualisierung und Personalisierung sind ganz grosse Themen der Zukunft.“

Was das Druckgewerbe besser kann

Daniel Troxler glaubt an die physische Attraktivität von Druckerzeugnissen. Es sagt dazu im Video-Talk: „Man kann es anfassen, spüren, es spricht alle Sinne an. Es ist etwas, das Freude macht, wenn man es im Gespräch dem Vis-à-Vis in die Hände drücken kann.“ Schaffner fasst zusammen: „Zeitunglesen ist eine bewusste Entscheidung, und nicht einfach eine Störung beim Vorbeiscrollen.“ Stefan Aeschbacher ergänzt: „Auch unsere Digital Natives bevorzugen noch ein Kinderbüchlein gegenüber einem e-Book.“
Über 70 Personen folgten der Podiumsdiskussion dank Livestream und Chat von zuhause aus. Im Uhrzeigersinn: Daniel Sinn, Daniel Troxler, Stefan Aeschbacher, Andreas Schaffner
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Über 70 Personen folgten der Podiumsdiskussion dank Livestream und Chat von zuhause aus. Im Uhrzeigersinn: Daniel Sinn, Daniel Troxler, Stefan Aeschbacher, Andreas Schaffner

Agilität erforderlich

Wer im Druckgewerbe nicht nur überleben, sondern prosperieren wolle, müsse eine ordentliche Portion Agilität sowie Lern- und Kooperationsbereitschaft an den Tag legen, schreibt die Berner PR-Gesellschaft in ihrem Bericht. Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass print- und online-Medien nicht Konkurrenten, sondern Partner seien, die sich mit ihren individuellen Stärken und Schwächen ideal ergänzen würden.

Wünsche vom Druckgewerbe an die PR-Branche

Alle vier Herren seien sich einig darin gewesen, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation bereits in frühen Stadien der Kundenaufträgen stattfinden solle und dass Offenheit, Freude, Mut und Optimismus die besten Voraussetzungen für neue, transdisziplinäre Lösungen seien.


Die Berner PR-Gesellschaft - BPRG - führt mehrmals jährlich Veranstaltungen zu spannenden Themen durch. Das Programm für Veranstaltungen der zweiten Jahreshälfte finden Sie hier. 










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