"Beem"

Die neue Technik von Swisscom könnte auch von Radios und selbst von der SRG genutzt werden

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© zvg
Mit Kinos und Plakaten wurde "Beem", eine neue Technik von Swisscom, die Werbung interaktiv machen will, schon ausprobiert, ebenso mit 3+. Doch "Beet" bietet auch neue Möglichkeiten für die Radiowerbung und könnte von Werbetreibenden auch in TV-Werbung bei der SRG eingesetzt werden. Letzteres, weil es sich eben nicht um Onlinewerbung handelt.

Ab 1. Juni ist in der Schweiz die Plattform Beem der Swisscom verfügbar. Sie macht klassische Werbekampagnen interaktiv und Smartphone-fähig – dies, ohne dass eine zusätzliche App installiert oder extra eine Website aufgerufen werden muss (HORIZONT Swiss berichtete). Doch die neue Technik bietet weitere Möglichkeiten für weitere Medien. Auf Anfrage bestätigte Swisscom-Sprecher Sepp Huber: "Es ist durchaus denkbar, 'Beem' in Zukunft auch bei Radio – in der Werbung oder im Content – einzusetzen." Im TV-Bereich ist "Beem zwar schon bei 3+ verfügbar. Doch für eine breitere Markteinführung, die über 3+ hinausgeht, befinde die TV-Implementation sich erst in der Testphase, schreibt Huber weiter. "Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Ausstrahlung von Werbung, die Beem integriert hat, auch seitens SRG genutzt werden kann. Denn es handelt sich nicht um einen vom Sender selber produzierten Inhalt, sondern um eine interaktive Technologie, die von Werbetreibenden genutzt wird."



Tatsächlich geht es bei "Beem" um ein Signal, das nicht der Sender, sondern der Kunde schon bei der Spotproduktion als separate Tonspur in seinen Spot integrieren lässt. "Aber eine Integration des Signals zu einem späteren Zeitpunkt – z.B. bei einem bestehenden TV-Spot – ist selbstverständlich auch möglich", ergänzt Huber. Weniger Sinn mache "Beem" hingegen bei Bewegtbild- oder Display-Werbung auf Online-Kanälen, da bereits Online. Technisch sei es zudem nicht möglich, "Beem" auch bei PDF-Ausgaben von Zeitungen einzusetzen.

Noch ein Hinweis zum Kino: Dort werden ja die Besuchern immer gebeten, ihr Handy abzuschalten. Ist da "Beem" wirklich tauglich? "Ja", sagt Huber. "
Kino ist für 'Beem' ein spannendes Medium, da hier die Aufmerksamkeit (und damit Werbewirkung) bei den Kinobesuchern am höchsten ist. Zudem muss der Use-Case mit dem Spot/Leinwand nicht sofort durchgeführt werden, mit einem Klick auf das Beem-Icon wird das Angebot in der History abgespeichert und kann zu einem späteren Zeitpunkt konsumiert werden."


Stellt sich noch die Frage nach dem Geschäftsmodell. Dazu sagt Huber, dass d
as Geschäftsmodell auf einem Revenue-Share Modell basiere. "Das heisst, jede Partei, welche bei einer User-Interaktion beteiligt war, wird finanziell abgegolten." Beispiel: Interaktion findet über die Bluewin-App mit einem Plakat statt, werden Bluewin und die APG abgegolten. "Das Pricing Modell setzt sich auf Festpreisen und Performance-Preisen zusammen. Bei den Festpreisen wird zwischen Basismodulen und Zusatzmodulen unterschieden, bei den Performance-Preisen zwischen View, Click, Lead und Purchase", so Huber.

Apropos Partner: Gemäss Medienmitteilung arebietet die Swisscom bei "Beem" mit den beiden TV-Vermarktern Goldbach und Admeira zusammen, beim Medium PLakat hingegen nur mit der APG. Weshalb ist das bei OOH anders? 
Die APG sei der erste Inventarpartner von "Beem, der bereits beim Proof of Concept stark involviert gewesen sei, erklärt Huber. Sie sei auch ein wichtiger Treiber des Projekts. Deshalb seien bisher weder Clear Channel noch Neo Advertising kontaktiert worden. "Unsere Philosophie ist aber ein diskriminierungsfreies Ökosystem, d.h. wir möchten mit jedem Partner im Medienmarkt zusammenarbeiten. Selbstverständlich würden wir es begrüssen, wenn diese beiden OOH-Anbieter nach der Innovationsphase mit ihrem Inventar in Wartezonen ebenfalls im Ökosystem mitmachen würden." knö

 

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