Bakom

Fünf Privat-Radios und zwei Privat-TVs kämpfen mit teils hohen Verlusten und Schulden

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat die Jahresrechnungen 2014 – 2017 von insgesamt konzessionierten 44 Lokalradios und 13 Privat-TVs ausgewertet. Das Resultat: Es gibt wenige, die rote bis tiefrote Zahlen schreiben, und mehrere, die Gewinn abwerfen. Die meisten arbeiten gerade kostendeckend.

Die Auswertung der Jahresrechnungen 2014 – 2017 der konzessionierten privaten Rundfunkveranstalter basiert auf deren Finanzberichterstattung. Untersucht wurden total 57 Rundfunkveranstalter, darunter 13 kommerzielle Lokal- und Regionalradios mit Gebührenanteil, 22 kommerzielle Lokal- und Regionalradios ohne Gebührenanteil, 9 komplementäre Lokal- und Regionalradios mit Gebührenanteil sowie 13 regionale Fernsehveranstalter. Am Ende wurden aber nur 12 kommerzielle Lokalradios mit und 16 ohne Gebührenanteil, alle 9 komplementäre Radios und nur 11 Privat-TVs (insgesamt also 48 Rundfunkveranstalter) in den Vergleich einbezogen - ohne nähere Angaben von Gründen.

Zwei Radios mit Gebührenanteil in der Verlustzone

Der Auswertung zu Folge arbeiten die Privatradios mit Gebührenanteil grossmehrheitlich kostendeckend. Kumuliert über die Vier-Jahresperiode weisen aber zwei Veranstalter einen Verlust aus, während acht eine Eigenkapitalrendite von 0 bis 5 Prozent erwirtschaften. Zwei Radios verzeichnen sogar deutlich höhere Werte.


Durchzogener ist die Situation bei der Liquidität: 
Rund ein Drittel der Radioveranstalter mit Gebührenanteil weist gute bis sehr gute Liquiditätswerte aus. Bei einem weiteren Drittel der Veranstalter, die unabhängig von einer Unternehmensgruppe sind, ist die Liquiditätssituation aber angespannt. Dies gilt für den ganzen Beobachtungszeitraum.

Die Bruttoeinnahmen mit Werbung und Sponsoring waren in den letzten beiden Jahren zwar rückläufig, doch über die gesamte Beobachtungsperiode gesehen stiegen die gesamten Einnahmen (also ausser aus Werbung auch aus Spotproduktion, Neben- und sonstigen Erträgen) pro Veranstalter jedes Jahr an, allerdings auch die Betriebsaufwände.

Radios ohne Gebührenanteil: Drei mit Verlust, der Rest mit satter Rendite

Bei den kommerzielle Privatradios ohne Gebührenanteil sind per Ende 2017 bei neun zu wenig sofort verfügbare Zahlungsmittel vorhanden, um den kurzfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. Einige dieser Veranstalter sind allerdings Teil einer Unternehmensgruppe, in der die liquiden Mittel auf übergeordneter Stufe bewirtschaftet werden.


Über den Beobachtungszeitraum 2014–2017 können drei Veranstalter mit dem investierten Eigenkapital keine positive Rendite erzielen. Vier Bilanzen weisen eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von weniger als 10 Prozent aus. Die übrigen neun liegen bei 10 Prozent oder höher.

Die Bruttoeinnahmen mit Werbung und Sponsoring zeigten auch in dieser Gruppe in den beiden letzten Jahren ein rückläufiges Bild. Im Jahr 2016 und 2017 ist eine Einbusse von je über vier Prozent zu verzeichnen. Die Entwicklung der Einnahmen aus Spotproduktion, Nebenerträgen und sonstigen Erträgen ist uneinheitlich. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Veranstalter bweilefen sich im Jahr 2017 auf 5'598'731 Franken.

Komplementärradios: Steigende Einnahmen dank höheren Subventionen

Die neun komplementären Lokal- und Regionalradios weisen per Ende 2017 ein durchschnittliches Um-laufvermögen von 441'709 Franken aus, was eine Zunahme bei allen Veranstaltern bedeutet. Ohne die Vorauszahlung von 20 Prozent des Gebührenanteils jeweils Ende Jahr wäre das finanzielle Korsett einiger Veranstalter jedoch zu eng. Von den neun Veranstaltern mussten zwei Drittel in den letzten vier Jahren mindestens einmal einen Verlust hinnehmen. Der Median der Eigenkapitalrendite hat sich hingegen von 0 Prozent im Jahr 2014 auf 10 Prozent im Jahr 2017 verbessert. Die insgesamt positive Einnahmenentwicklung bei diesen Sendern ist aber auf die höheren Subventionen und Beiträge zurückzuführen. 

Zwei überschuldtete Privat-TVs mit Gebühren

Die 11 verglichenen Privat-TVs mit Gebührenanteil bezogen durchschnittlich 665'000 Franken. Zwei Veranstalter sind allerdings überschuldet, alle andern TV-Stationen sind gemäss Auswertung "solide" finanziert. Die Liquiditäten werden als "ausreichend bis gut" taxiert, wobei auch hier mehrere private Fernsehveranstalter mit Gebührenanteil in einer Mediengruppe integriert, in der die Liquiditätsbewirtschaftung auf übergeordneter Stufe organisiert ist.

Die Bruttoeinnahmen mit Werbung und Sponsoring zeigen über die ganze Beobachtungsperiode abnehmende Zahlen, insbesondere im Jahr 2017 ist der Rückgang markant. Das gleiche gilt für die Kommissionen, ausser im Jahr 2017, welches durch 2 Veranstalter stark überproportional beeinflusst worden ist.

Nachdem die Subventionen im Jahr 2014 noch 43,2 Prozent des Umsatzes betragen hatten, sind es im Jahr 2017 55,6 Prozent. Die Einnahmen sind im Jahr 2017 tiefer als im Vorjahr. Der Betriebsaufwand wurde kontinuierlich reduziert.

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