Automarkt

Schweizer kaufen so wenige Autos wie noch nie

   Artikel anhören
© arsdigital/Fotolia
Es ist ein historischer Tiefststand. Gerade einmal 9382 Autos sind im April in der Schweiz und in Liechtenstein neu auf die Strassen gekommen. Das ist gegenüber dem Vorjahresmonat ein Minus von 67,2 Prozent. Das geht auch an Volkswagen nicht spurlos vorbei. Der Marktführer verliert im April fast 70 Prozent bei den Neuimmatrikulationen.
Das gab es seit der Ölkrise in den 1970er Jahren nicht mehr: ein Kalendermonat mit weniger als 10.000 Neuimmatrikulationen. Der Einbruch beim Autoabsatz um 67,2 Prozent in der Schweiz und Liechtenstein lässt erahnen, welche dramatische Entwicklung die Autobranche gerade erlebt. Und nicht nur hier. In Grossbritannien verzeichnet der Markt einen fast 100prozentigen Einbruch, nicht viel besser sieht es in Spanien mit einem Rückgang von fast 97 Prozent und Frankreich mit fast 89 Prozent aus.


Durch den Lockdown verzeichnen die heimischen Händler und die Importeure "enorme Umsatzverluste", wie es beim wichtigen Verband Auto-Schweiz heisst.  "Die Monate März bis Juni gehören zu den wichtigsten Monaten im Fahrzeuggeschäft."  Und die Organisation ahnt, dass die aktuellen Verluste im weiteren Jahresverlauf kaum noch aufzuholen sein werden - egal wie gut die Modelle sind, egal welche aufmerksamkeitsstarke Kampagnen die Marketing-Abteilungen der Hersteller noch entwickeln werden. In der Prognose erwartet Auto-Suisse einen Absatz von 240.000 Pkws. Das wäre gegenüber 2019 ein Minus von rund 23 Prozent. Aktuell steht das Minus für die ersten vier Monate des Jahres Minus bei 35,6 Prozent.

Porsche bleibt positiv

Schaut man sich die Zulassungen nach Marken an fällt auf, dass im bisherigen Jahresverlauf nur eine Brand bei den Neuimmatrikulationen kein Minus verzeichnet: Porsche. In den ersten vier Monaten hat die Sportwagenmarke den Absatz in der Schweiz um 13,8 Porzent gesteigert. Und das Ergebnis wäre ohne den April noch besser. Hier kann sich selbst die VW-Tochter mit einem Minus von 60,5 Prozent nicht dem Trend entziehen. Das gelingt im April nur BMW Alpina - wenn auch auf niedrigem Niveau. Sie schafft das Kunststück die Neuimmatrikulationen von 2 auf 4 zu verdoppeln.

Ansonsten herrscht im Markt Tristesse. Marktführer VW bleibt zwar die beliebteste Automarke nach den Absatzzahlen in der Schweiz, verliert im April aber auch fast 70 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf fast 35 Prozent. Bei den Edelmarken Mercedes-Benz und BMW - weiterhin die Nummer 2 und 3 im Markenranking - sieht es etwas besser aus. Beim Stuttgarter Hersteller stehen Minus 53,5 (April) und Minus 22,7 (Januar bis April) in den Büchern, beim Münchner Wettbewerber Minus 49,9 Prozent (April) und Minus 15,8 (Januar bis April).


Wesentlich härter trifft es im vergangenen Monat dagegen etwa Honda mit einem Minus von 91 Prozent (Januar bis April rund 82 Prozent weniger) und Jaguar einem Minus von rund 90 Prozent im April und in den ersten vier Monaten von Minus 64 Prozent. mir
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats