Automarkt

Schweizer Automarkt steuert auf ein historisches Minus zu

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Allein im Oktober gab es für den Porsche Taycan 394 Neu-Immatrikulationen in der Schweiz
© Porsche
Allein im Oktober gab es für den Porsche Taycan 394 Neu-Immatrikulationen in der Schweiz
Die Autobranche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein verharrt weiter im Tief. Im Oktober gab es insgesamt 20.975 Immatrikulationen. Das ist ein Rückgang von 19,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für den gesamten bisherigen Jahresverlauf liegt das Minus mit 184.531 Einheiten bei fast 27 Prozent. Das geht aus den Zahlen von Auto-Schweiz hervor. Als einzige Marke kann zwischen Januar und Ende Oktober Porsche mit 2,1 Prozent Wachstum ein Plus aufweisen.
Die Automobilbranche in der Schweiz durchlebt aktuell schwere Zeiten. Der vergangene Oktober war für die heimische PS-Industrie der schlechteste zehnte Kalendermonat seit 2005. 20.975 Neuzulassungen stehen im Vergleich für ein Minus von fast 20 Prozent. Damit erreicht der Negativtrend einen neuen Höhepunkt, nachdem seit Juni der monatliche Rückgang zwischen 11,3 und 16,3 Prozent gelegen hatte. Insgesamt liegt das Minus bei den Neuzulassungen im Vergleich zu 2019 bei 26,9 Prozent. Das zeigen die Zahlen von Auto-Schweiz. "Hält diese Entwicklung bis zum Jahresende an, steht der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein das schwärzeste Autojahr seit Mitte der 1970er Jahren bevor", sagt Auto-Schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik. Ein Grund für die Entwicklung in der für den Werbemarkt so wichtigen Branche könnte einmal mehr Covid-19 sein. Angesichts der unsicheren Lage auf dem Arbeits- und Wirtschaftsmarkt scheuen Unternehmen und Privatpersonen grössere Investitionen.


Positive Signale findet man aber, wenn man etwas tiefer in das Zahlenwerk blickt. Der Marktanteil der alternativen Antriebe legt weiter zu. Mit 31,8 Prozent verfügt im Oktober fast jeder dritte neue Personenwagen über einen Hybrid-, Elektro-, Gas- oder Brennstoffzellenantrieb. Im bisherigen Jahresverlauf liegt deren Anteil bei exakt 25 Prozent. Dabei entfällt mit 12,1 Prozent knapp die Hälfte auf aufladbare Modelle, also reinelektrische Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride. Neben einem grösseren Angebot und einem dichteren Netz an Ladestationen könnte dafür auch die Kommunikation verantwortlich sein, in denen die Modelle zunehmend sichtbarer werden.

Blickt man auf die Marken, dann können im Oktober immerhin zehn ein Plus bei den Immatrikulationen aufweisen. Neben BMW Alpina (+125 Prozent) und der weltweit in der Krise steckenden Sportwagenhersteller Aston Martin (33,3 Prozent) legen DS Automobiles (+31 Prozent), Renault (+24,3 Prozent),  Subaru (+19,8 Prozent), Honda (+19,6 Prozent), Maserati (+15,9), Dacia (+6,3 Prozent), Mini (+2,6 Prozent) und Hyundai (+0,6 Prozent) zu. Auffällig: Tesla kann aktuell in der Schweiz vom Trend zur E-Mobilität nicht profitieren. Im Oktober liegt das Minus bei der Marke bei 45,2 Prozent, beim bisherigen Jahresverlauf bei über 22 Prozent.


Ein Los, dass der US-Hersteller mit vielen anderen Anbietern teilt. Zwischen Januar und Oktober 2020 setzt nur eine Marke aus der Branche bei den Immatrikulationen ein positives Zeichen: Porsche. Hier liegt das Plus bei 2,1 Prozent.
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