Aussenwerbung

Flughafen Zürich gibt Clear Channel nach 18 Jahren den Korb und zieht mit der APG von dannen

Flughafen Zurich: Bus-Terminal und Trameinfahrt
© APG
Flughafen Zurich: Bus-Terminal und Trameinfahrt
Die Flughafen Zürich AG hat die Vermarktung sämtlicher Werbeflächen am Flughafen Zürich in einem Einladungsverfahren ausgeschrieben. Neue, exklusive Vermarktungspartnerin per 1. Januar 2020 wird APG. Der Vertrag der bisherigen Vermarktungspartnerin Clear Channel läuft Ende 2019 aus.

Die Werbeflächen am Flughafen Zürich prägen das Erscheinungsbild des Schweizer Tors zur Welt. Die Firma Clear Channel Schweiz (CCS) war während fast 20 Jahren alleinige Partnerin für die Vermarktung sämtlicher Werbeflächen am grössten Schweizer Flughafen, wobei nie Ausschreibungen stattgefunden hatten. "CCS hat in dieser Zeit einen wichtigen Beitrag zu einem stimmigen, der Positionierung des Flughafens Zürich angemessenen Erscheinungsbild der Werbeflächen geleistet", schreibt die Flughafen Zürich AG. Auf der Website des Flughafens ist von 181 Screens die Rede und einem Passagieraufkommen von 31,1 Millionen Personen pro Jahr. Die Tatsache, dass der Vertrag mit CCS Ende Jahr ausläuft, sei zum Anlass genommen worden, die Vermarktung der Werbeflächen am Flughafen Zürich neu auszuschreiben.

Ob das der einzige Grund war, muss hier allerdings offen bleiben. Auch wenn die Flughafen Zürich AG eine privat-wirtschaftliche Institution und als solche nicht zu einer Ausschreibung verpflichtet ist, sind doch Bund, Kanton Zürich und Gemeinden hier besonders stark involviert. Wahrscheinlich ist denn auch der Druck zu gross geworden, endlich mal eine saubere Submission durchzuführen und die Vermarktungsrechte nicht nur – wie in der Vergangenheit – unter der Hand weiterzugeben.

Zuverlässig, erfolgreich, professionell

Fakt ist: Unter Berücksichtigung qualitativer und quantitativer Kriterien hat im Rahmen des Einladungsverfahrens neu die APG den Zuschlag erhalten. Das schreibt die Flughafen Zürich AG. Die APG wird damit per 1. Januar 2020 exklusive Vermarktungspartnerin für die Werbeflächen am Flughafen Zürich. Ausschlaggebend für den Entscheid seien unter anderem die Erfahrung und das bestehende Netzwerk im regionalen, nationalen und internationalen Aussenwerbemarkt in Kooperation mit ihrer Partnerin JCDecaux gewesen, heisst es weiter. Der Flughafen Zürich biete eine attraktive Zielgruppe. Es gelte, diese mit innovativen Werbeformen individuell anzusprechen.


In derselben Mitteilung dankt d
ie Flughafen Zürich AGt der langjährigen Vermarktungspartnerin CCS "für die stets zuverlässige, erfolgreiche und professionelle Zusammenarbeit". Die Kunden würden von den beteiligten Unternehmen bis Mitte Juli 2019 über das Übergangsprozedere direkt informiert, heisst es ferner.
© CCS

Clear Channel bedauert...

In einer ersten Mitteilung heute früh bedauert CCS den Entscheid des Flughafen Zürichs sehr und wünscht ihm "weiterhin viel Erfolg". Es sei dem Aussenwerbeunternehmen in der 18-jährigen Partnerschaft und in enger Zusammenarbeit mit den Flughafen-Verantwortlichen gelungen, den Flughafen Zürich "zu einem international beachteten Beispiel für erstklassige und kreative Flughafenwerbung" zu entwickeln. Das digitale Angebot sei kontinuierlich gewachsen und besteche heute "durch exklusive und innovative Werbemöglichkeiten".
© CCS

Die APG reagiert trocken

Die APG hingegen, die neulich den Gewinn von rund 250 analogen Plakatflächen im Kanton Zürich nicht von sich aus kommentierte, blieb auch heute früh merkwürdig trocken und kurz angebunden. Sie verwendete in ihrer bloss siebenzeiligen, aber immerhin in drei Sprachen verschickten Mitteilung weitgehend die Formulierungen aus dem Communiqué der Flughafen Zürich AG. Sie betont, dass ihr "sämtliche Werbeflächen" 
per 1. Januar 2020 übertragen würden, und zwar exklusiv. "Dazu gehören alle analogen und digitalen Werbeflächen im Flughafen Zürich (luft- und landseitig) mit allen Brandingzonen und Spezialformaten sowie die Megaposter an den Parkhäusern." Ihr Angebot sei eben "überzeugend" gewesen - nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit JCDecaux. pd/knö

 


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