Ausblick 2019

OOH optimistisch, Zeitung verhalten positiv

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Christoph Marty, CEO bei Clear Channel
© Clear Channel
Christoph Marty, CEO bei Clear Channel
Christoph Marty, CEO bei Clear Channel, ist sich sicher, dass Out-of-Home 2019 zulegen wird. Die Vertreter regionaler Verlage, Gilbert Bühler, Filippo Lombardi und Andrea Masüger, sehen sich optimistisch im Plan. HORIZONT Swiss hat die Vier nach ihren Aussichten für das Jahr 2019 gefragt. Hier ihre Antworten.

Digitale OOH wächst, Print und TV verlieren

Christoph Marty, CEO Clear Channel
Christoph Marty, CEO bei Clear Channel
© Clear Channel
Christoph Marty, CEO bei Clear Channel

Welches fachliche Thema steht bei Ihnen 2019 ganz oben auf der Agenda?
Die digitale Transformation hat insbesondere in der Aussenwerbung enorm „Fahrt aufgenommen“. Wir wollen digitaler Innovationstreiber sein und unsere starke Position als Anbieterin von digitalem Inventar auf öffentlichem Grund weiter ausbauen, unsere Angebote flexibel anbieten und kombinieren und die Buchungsmöglichkeiten automatisieren.



Wird der Schweizer Werbemarkt 2019 wieder stärker wachsen?

Wir erwarten ein Wachstum, das leicht unter dem letzten Jahr liegen wird. Überdies sind wir überzeugt, dass die Karten in der Medien- und Werbebranche auch 2019 neu gemischt werden. Marktanteile werden sich auf Grund der immer komplexeren Kundenbedürfnisse verschieben. Massgeschneiderte Lösungen anzubieten bleibt wichtig.

Welcher Kanal wird durch die Verschiebung der Spendings in Digital am meisten leiden, welche von ihr am meisten profitieren?

Leiden werden Print und TV, profitieren wird die digitale Aussenwerbung.



Wie wird sich Out-of-Home 2019 entwickeln?
Wir gehen für 2019 von einem ähnlichen Zuwachs aus, wie wir ihn bereits 2018 verzeichnet haben.

Printbereich stabilisieren

Andrea Masüger, VR-Delegierter der Somedia Press AG, u.a. Herausgeberin der Tageszeitung “Südostschweiz”

Andrea Masüger, VR-Delegierter der Somedia Press AG, u.a. Herausgeberin der Tageszeitung “Südostschweiz”
© Markus Hartmann
Andrea Masüger, VR-Delegierter der Somedia Press AG, u.a. Herausgeberin der Tageszeitung “Südostschweiz”
Wie wird sich das Jahr 2019 entwickeln?
2019 sieht recht gut aus und wir sind zuversichtlich, dass wir die Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreichen können. Dazu gehört, dass wir in punkto Digitalsierung vorwärts kommen wollen: So wollen wir vor allem im Bereich Lesermarkt mehrere kleinere Ideen umsetzen, von denen wir uns aber einiges erhoffen. Zudem beabsichtigen wir, mit geeigneten Massnahmen die Umsätze im Printbereich zu stabilisieren.

Radio, TV und Online wächst bei uns

Filippo Lombardi, Vizepräsident des Verlags “Corriere del Ticino”, Präsident von TeleTicino und Radio 3iii sowie Verwaltungsrat der Vermarktungsfirma MediaTi Marketing
Filippo Lombardi, Vizepräsident des Verlags “Corriere del Ticino”, Präsident von TeleTicino und Radio 3iii sowie Verwaltungsrat der Vermarktungsfirma MediaTi Marketing
© Stahl Photografie
Filippo Lombardi, Vizepräsident des Verlags “Corriere del Ticino”, Präsident von TeleTicino und Radio 3iii sowie Verwaltungsrat der Vermarktungsfirma MediaTi Marketing

Wie schätzen Sie die Aussichten der Mediengattungen 2019 ein?
Was die elektronischen Medien anbelangt, so sind die Aussichten für 2019 gut: Unser Umsatz wächst sowohl im Radio- als auch im TV- und Online-Bereich immer noch. Anders bei der Zeitung, hier ist der Markt wie überall rückläufig. Wobei uns die nationale Werbung mehr Sorgen bereitet als die regionale. Während sich die regionale Werbung relativ gut hält, nimmt die nationale stark ab. Mit dem Konkurs von Publicitas hat dies eigentlich nichts zu tun, denn wir hatten uns glücklicherweise rechtzeitig aus deren Regie-Vertrag verabschiedet und vor einigen Jahren unsere eigene Vermarktungsgesellschaft MediaTI Marketing aufgebaut. Deswegen können wir die regionale Kundschaft sehr gut bedienen und ihr auch crossmediale Angebote machen – das ist unsere Stärke. Nationale Werbekunden hingegen sprechen darauf weniger gut an.

Lokal hat national kompensiert

Gilbert Bühler, CEO der Freiburger Nachrichten
Gilbert Bühler, CEO der Freiburger Nachrichten
© Freiburger Nachrichten
Gilbert Bühler, CEO der Freiburger Nachrichten

Was erwarten Sie von 2019?
Nach einem recht guten 2018 sind auch die Vorzeichen für das 2019 grundsätzlich positiv. Ich glaube, das wir ein gutes Jahr vor uns haben. Wir konnten letztes Jahr auf dem lokalen Markt zulegen und so die Verluste bei der nationalen Werbung kompensieren. Im Lesermarkt sind wir zudem sehr stabil, wehalb ich für das 2019 sehr optimistisch bin. Der Konkurs von Publicitas hatte für uns keine grossen Auswirkungen, weil wir zuvor schon in Eigenregie waren, Der Verlust, den wir deswegen verbuchen mussten, hält sich sehr in Grenzen. Das Aus der Publicitas ist aber für die Print-Branche insgesamt schlecht, da es jetzt keinen Fackelträger mehr gibt. Allerdings hatte sie diese Funktion in den letzten Jahren ohnehin immer weniger wahrgenommen.

 

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