Arosa Tourismus-Präsident Pascal Jenny

"Den Mutigen gehört die Welt, ist ein Motto, dass zu Arosa passt"

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Die Bären sind los. Arosa Tourismus-Präsident Pascal Jenny mit Carlos Zamorano, CMCO, und Andreas Bartl, Geschäftsführer RTL Zwei - zu sehen im aktuellen Screening auf Screen-up.ch
© RTL Zwei
Die Bären sind los. Arosa Tourismus-Präsident Pascal Jenny mit Carlos Zamorano, CMCO, und Andreas Bartl, Geschäftsführer RTL Zwei - zu sehen im aktuellen Screening auf Screen-up.ch
Das war eine der Überraschungen bei der diesjährigen Screen-up. Pascal Jenny, Präsident von Arosa Tourismus, tritt bei der virtuellen Programmpräsentation von RTL Zwei auf. Der Sender und die Ferien-Region vertiefen ihre Kooperation. Grund genug für ein Gespräch über Werbung für Winterurlaub in Coronazeiten, Sicherheitskonzepte und weshalb es gut ist, in einem Bärenkostüm einen Ventilator zu haben.
Herr Jenny,  gehört es zum Job des Tourismusdirektors von Arosa in Bärenkostüme zu steigen? Normalerweise machen das ja Studenten.
Für mich gehört es zum Job. Die Ehre zu haben, Arosa überall zu vertreten macht vor dem Bärenkostüm keinen Halt. Zum Glück nicht.



War es sehr heiß im Bärenfell?
In Kombination mit den Tanzbewegungen liess der Schweissausbruch nicht lange auf sich warten. Im Bärenkopf vom Kostüm hat es aber sogar einen kleinen Ventilator eingebaut.


Welche strategische Bedeutung hat die Kooperation mit RTL Zwei, Goldbach und El Cartel für Arosa? Sie haben die Zusammenarbeit jetzt auf eine neue Stufe gehoben.
Arosa lebt von Kooperationen in allen strategischen Geschäftsfeldern. Auch im Bereich Event und kreative Produkte. Darin spielen die genannten Partner eine wichtige Rolle, wenn es um Kommunikation – möglichst kreativer Art – geht.



Wie sieht die Kooperation genau aus?
Arosa unterstützt die Partner im Rahmen von Arosa Aufenthalten (Teilnahme an Events wie der Schneefussball WM oder Kader-Seminaren). Auf der anderen Seite ist Arosa auf den Plattformen der Partner mit jeglicher Kommunikationsinhalte präsent. Nicht zuletzt kreieren wir untereinander immer wieder neue gemeinsame Gefässe und Inhalte. So z.B. auch im Arosa Bärenland.


Können Sie uns verraten, wie viel Zeit und Geld Sie in die Kooperation stecken?
Im Zentrum steht die Zeit, der Austausch. Daraus entstehen dann auch solche verrückten Ideen wie die Integration vom Bären Maskottchen im RTL Zwei Trailer. Gegenseitig geben wir zudem einiges an Geld aus im „Revier“ des anderen.


Ist Werbung für den Wintertourismus in Arosa nicht gerade ein bisschen so wie sich mit verbundenen Augen auf eine schwarze Piste zu wagen? In Deutschland raten Spitzenpolitiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Verreisen ab.
Arosa hat in Weiten Teilen von Deutschland einen sehr guten Ruf. Unser Ort gilt als Geheimtipp an Talendlage. Gerade in der aktuellen Zeit ist das Bedürfnis nach abgelegenen Orten hoch, auch bei unseren Deutschen Gästen. Zudem geht es noch rund 1 ½ Monate bis die Wintersaison in Arosa startet. Da kann noch viel passieren. Arosa war schon im Frühling die erste Destination, welche am Anfang vom Lockdown Werbung für den Sommer geschaltet hat. Dies hat sich auch mit Blick auf den deutschen Markt sehr gut ausbezahlt. Den „Mutigen“ gehört die Welt, ist sicher ein Motto, dass zu Arosa passt.
„Alleine die verschiedenen Zugänge zum Wintersportgebiet von Arosa werden den Gästen die Angst vor zu viel Nähe nehmen.“
Pascal Jenny, Arosa Tourismus

Wintersport und Winterurlaub, das sind Spass und Emotionen.  Geht das in der Saison 20/21 überhaupt?
Ja. Im kleineren Kreis. Noch bewusster die Natur (Schnee, Sonne, Berge) geniessend. Gerade das „Draussen sein“ und die Freiheit, welche der Wintersport wie kaum eine zweite Freizeitaktivität bietet, spricht für eine tolle Saison 20/21 – trotz Corona.


Wie wollen Sie den Gästen die Angst vor dem Virus nehmen?
Mit stringenten, klaren und einheitlichen Schutzkonzepten. Mit viel Kommunikation, dem Vertrauen auf Selbstdisziplin und viel, viel Platz in der Ferienregion Arosa. Alleine die verschiedenen Zugänge zum Wintersportgebiet von Arosa werden den Gästen die Angst vor zu viel Nähe nehmen. Die Bergbahnen überlegen sich auch die Öffnungszeiten zu „strecken“, damit sich die Gäste beim Start in den Wintersporttag gegenseitig ausweichen können.


Hätten Sie sich einen leichteren Einstieg auf der Position des Tourismus-Präsidenten gewünscht?
Nach 13 Jahren als Tourismusdirektor darf ich nach der einstimmigen Wahl durch die Mitglieder nun auch Präsident sein. Den Job als Direktor gebe ich Ende Wintersaison an den heutigen Vizedirektor Roland Schuler ab. Auch wenn die aktuelle Situation rund um „Covid-19“ eine völlig neue Herausforderung ist, haben wir in Arosa in den letzten Jahren immer und bei jeder Krise gute Lösungen gefunden. Wir sind ein eingespieltes und starkes Team. Das macht mich zuversichtlich für den kommenden Winter. Immer vorausgesetzt, dass kein erneuter Lockdown kommt.


Welche Schwerpunkte wollen Sie inhaltlich in den kommenden Monaten setzen?
Im bevorstehenden Winter steht Sicherheit (stringente Schutzkonzepte), Kommunikation (jederzeit klares Aufzeigen der Möglichkeiten für die Gäste während dem Urlaub) und das Nutzen von Opportunitäten aller Art (z.B. neue Covid-19 taugliche Produktinnovationen, etc.) im Zentrum. Als Präsident hecke ich mit dem Vorstand die nächsten grossen Würfe für Arosa aus. So entwickeln wir die Strategie „Arosa 2030“ weiter. Bei der Strategie geht es um Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen (Ökonomie, Ökologie und Soziales).


Welche Rolle spielt darin das Bärenland?
Das Arosa Bärenland ist der Grund für den aktuellen Arosa Erfolg. Die Ersteintritte der Arosa Bergbahnen haben sich seit der Eröffnung vom Arosa Bärenland beispielsweise praktisch verdoppelt. Das Bärenland ist darum Symbol für Erfolg, der auf einem Purpose beruht. Das Bärenland steht am Ursprung der Strategie „Arosa 2030“. Das Bärenland gibt uns die Legitimation der Positionierung von Arosa als „Gallier der Alpen“ und der Entwicklung von bärenstarken Produkten. Neben den verschiedenen „Reason why“ steht aber nach wie vor das Wohlergehen der Bären im Zentrum. Durch die Aussicht einer baldigen Ankunft eines weiteren Bären, ergibt sich auch hier erneut eine neue Situation, welche das Motto „wo sich Tierschutz und Tourismus vereinen“ stärkt.


Haben Sie eigentlich am Wochenende die Bilder vom, Weltcup-Auftakt in Sölden gesehen?
Klar. Und die guten Leistungen der Schweizer Athleten. :-)


Ja Glückwunsch, der Punkt geht an Sie. Aber es gab aus deutscher Sicht wenigstens eine tolle Landschaft und weiße Berge zu sehen, nur leider keine Stimmung, weil die Zuschauer nicht da waren.  Wird uns dieses Bild die ganze Saison begleiten?
Es ist zu befürchten. Leider werden die Weltcup Rennen im Schneesport auch in der Schweiz – so auch unser Audi Fis Skicross Weltcup von Mitte Dezember in Arosa – ohne Zuschauer stattfinden. Immerhin sieht es so aus, dass die Rennen wenigstens durchgeführt werden können. Dafür war der Auftakt in Sölden wichtig.
Der Macher
Pascal Jenny
© Arosa Tourismus
Nach 13 Jahren als Tourismusdirektor wechselt Pascal Jenny von der operativen auf die strategische Ebene. Im September wurde der ehemalige Captain der Schweizer Handball-Nationalmannschaft einstimmig von der Generalversammlung zum neuen Präsidenten von Arosa Tourismus gewählt. Neben dem Präsidium und einem strategischen Teilmandat für Arosa Tourismus wird Pascal Jenny ab Mai 2021 auch neuen beruflichen Tätigkeiten nachgehen.

Wie werden Sie das beim Finale des Audi FIS Ski Weltcups in Lenzerheide im März handhaben?
Wohl ganz ähnlich wie in Sölden. Bis dahin kann aber noch viel passieren. Wir hoffen, dass es sich in die andere Richtung als grad aktuell entwickelt und wir je länger je mehr „Corona“ in den Griff bekommen können.


Aber es gibt keine Pläne, dass Sie wieder in ein Bärenkostüm steigen?
Das passiert immer sehr spontan. Gerne würde ich Ende Wintersaison anlässlich vom Schweizer Ferientag mit über 1300 Touristiker*innen wieder ins Bärenkostüm steigen. Dies zum Abschied vom Amt als operativer Tourismusdirektor und dem endgültigen Wechsel auf die ausschliesslich strategische Tätigkeit als Präsident von Arosa Tourismus. Das wäre bärenstark.
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