APG|SGA Jahresergebnis 2020

Zahlen, Fakten und Prognosen aus der heutigen Medienkonferenz

   Artikel anhören
Fand kürzlich Aufnahme ins Portfolio: Neue Branding-Zone im Bahnhof Genf Cornavin von APG|SGA
© APG|SGA
Fand kürzlich Aufnahme ins Portfolio: Neue Branding-Zone im Bahnhof Genf Cornavin von APG|SGA
Nach einem Start nach Mass wurde die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund der Covid-19-Pandemie von einem Tag auf den anderen massiv beeinträchtigt. Der Umsatz ist 2020 um 17.8 Prozent auf 261.9 Millionen eingebrochen. Zwar konnten die Kosten um 6.2 Prozent gesenkt werden, dennoch sank das Konzernergebnis von 41.8 auf 9.5 Millionen Franken. Die APG|SGA hat heute ihre Zahlen bekanntgegeben.

CEO Markus Ehrle sagte zu Beginn der Audiopräsentation, man sei sehr solide und breit aufgestellt und werde gestärkt aus der Krise herauskommen. Das Geschäftsmodell habe sich bewährt aber man spüre den Wettbewerb, insbesondere bei grossen Ausschreibungen. Davon gäbe es in den kommenden Monaten zwei zu bestreiten, und zwar jene der VBZ für die Stadt Zürich und in Sion. Auf die aktuelle Entwicklung angesprochen sagte Ehrler, man spüre eine grosse Zurückhaltung, grösser noch, als unmittelbar nach Beendigung des ersten Lockdowns im Frühjahr. Dennoch waren heute Morgen auch zuversichtliche Töne zu hören. Hier die wichtigsten Zahlen, Fakten und Einschätzungen aus dem Mediengespräch.

APG|SGA-CEO Markus Ehrle
© Stephan Knecht
APG|SGA-CEO Markus Ehrle

Werbemarktentwicklung:

Im ersten Halbjahr sank der Werbeertrag um 28.6 Prozent von 145 auf 103,5 Millionen CHF. Es folgte im dritten Quartal eine, wie es heisst, erfreuliche Belebung, gefolgt von einer neuerlichen Verschärfung der Corona-Massnahmen mit entsprechenden Einbussen. Das Minus im zweiten Halbjahr fiel der Vorjahresvergleich mit einem Minus von 7,3 Prozent (159 vs. 147 Millionen) etwas geringer aus.

Marktanteilsentwicklung:

Der Bruttowerbedruck im Gesamtwerbemarkt der klassischen Medien lag 2020 mit CHF 5.2 Mia. um CHF 835 Mio. unter dem Vorjahr. Die Out of Home-Medien haben trotz Minus ihren Marktanteil im Media Mix von 12.3 Prozent  auf 13.2 Prozent gesteigert. Der Anteil DOOH beträgt inzwischen 22 Prozent der gesamten Aussenwerbung. Die APG|SGA konnte ihren Marktanteil, wie es an der Medienmitteilung hiess, innerhalb des äusserst kompetitiven Aussenwerbemarktes um 200 Basispunkte auf total 64.5 Prozent ausbauen.

Partnermarkt:

Markus Ehrle betont das ausgesprochen solidarische Verhalten vieler Marktpartner. Durch ihre Bereitschaft zur Reduktion von Abgaben, konnte ein noch deutlich stärkerer Rückgang des Unternehmensergebnis verhindert werden. APG|SGA sei mit über 7000 Verträgen gut abgesichert. Zahlreiche Vertragserneuerungen und Konzessionsverlängerungen, Erfolge bei der Flächenakquisition auf privatem Grund sowie in Ausschreibeverfahren, würden Portfolio-Optimierungen ermöglichen und das seien gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

Angebotsportfolio:

Die innovativen, insbesondere die datengetriebenen Projektentwicklungen sowie der Ausbau des digitalen Portfolios sei trotz Kosteneinsparungen konsequent weitergeführt worden. Insgesamt verfüge APG|SGA per Ende 2020 über ein Angebot von 981 grossformatigen, digitalen Screens. Interessant auch die Lancierung von "Channel OOH", ein neues Angebot für die Bewegtbilddokumentation für die Zielgruppe der 15-49-jährigen sowie die Markteinführung von Programmatic-Advertising-Angebote in Zusammenarbeit mit VIOOH.

Umsatzentwicklung:

Im Geschäftsjahr 2020 hat der Gruppenumsatz um 17.8% auf CHF 261.9 Millionen abgenommen. In der Folge lagen Konzessionen und Kommissionen im Verhältnis zum Betriebsertrag im Geschäftsjahr 2020 bei 61.1 Prozent und somit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 51.5 Prozent.

Kostensenkungen:

Die Aufwände für Personal, Betrieb und Verwaltung konntn quasi im Gleichschritt mit der durch Covid-19 verursachten Umsatzabnahme reduziert werden. Der Personalaufwand konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 16.6 Prozent reduziert werden. Verzicht oder Reduktion von Prämien und Boni, temporäre Reduktion von fixen Managementvergütungen, Kurzarbeitsentschädigungen und vielfältige Prozessoptimierungen trugen zu dieser Abnahme bei.

Gewinnrückgang:

Der grosse Umsatzrückgang drückte aufs Resultat. Für das Geschäftsjahr 2020 resultierte ein EBITDA von CHF 22.5 Millionen (Vorjahr CHF 61.4 Millionen), ein EBIT von CHF 12.0 Millionen (Vorjahr CHF 51.3 Mio.) und ein Konzernergebnis von CHF 9.5 Millionen (Vorjahr 41.8 Millionen).

Cash flow:

Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein operativer Cash flow von CHF 32.7 Millionen erarbeitet (Vorjahr CHF 49.8 Mio.). Der Rückgang fiel mit 34.4 Prozent deutlich geringer aus als beim Konzernergebnis, da die Forderungen gegenüber Kunden stark abgenommen hatten.

Dividende:

Aufgrund der ausserordentlichen Marktbelastungen schlägt der Verwaltungsrat vor, auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2020 zu verzichten. Für die Geschäftsjahre 2021, 2022 und 2023 schlägt der Verwaltungsrat eine Ausschüttung von 100% des erzielten Konzerngewinns, jedoch mindestens CHF 11 pro Aktie.

Abschliessend heisst es mit Blick auf die bevorstehenden Monate, man könne für die Geschäftsentwicklung keine Prognose abgeben. Dafür sei die Situation zu unsicher. Man gehen jedoch aufgrund der positiven Umsatzdynamik nach Lockerung der Massnahmen im Sommer 2020 davon aus, dass sich die Gesamtsituation für die APG|SGA zeitnah und massgeblich verbessern werde, sobald sich die Mobilitätswerte erholen würden und sofern die Läden geöffnet blieben.

Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    stats