AMAG-Gruppe

Helmut Ruhl: "Wir stehen am Beginn des Elektrozeitalters"

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Morten Hannesbo, CEO der AMAG-Gruppe (links) mit CFO Helmut Ruhl, der am 1. März die CEO-Position antreten wird.
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Morten Hannesbo, CEO der AMAG-Gruppe (links) mit CFO Helmut Ruhl, der am 1. März die CEO-Position antreten wird.
Die AMAG Gruppe schliesst das Corona-Jahr 2020 mit einem Umsatz von CHF 4 Milliarden ab. Das sind CHF 0,7 Milliarden respektive 15 Prozent tiefer als im Vorjahr. Immerhin konnten die Marken Volkswagen, Audi, SEAT, ŠKODA, und VW Nutzfahrzeuge ihre Marktanteile in einem schrumpfenden Gesamtmarkt steigern, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung vom Freitag. In den kommenden Jahren wolle man weiter in Nachhaltigkeit, neue Technologien und die Digitalisierung investieren.

Ein Jubiläumsjahr zum Vergessen

Am dritten Januar 2020 feierte die AMAG ihren 75-jährigen Geburtstag. Es sollte kein gutes Jahr werden. Für die AMAG nicht. Für die ganze Mobilitätsbranche nicht. Kein Autosalon in Genf, keine Frühlingsausstellungen und dann die Schliessung der Verkaufsräume in den traditionell wichtigen Monaten März, April und Mai liessen die Neuwagenverkäufe um 24 Prozent einbrechen. Im März kam zudem das internationale Mietwagengeschäft fast komplett zum Erliegen.

Partnerschaften als Stärke

CEO Morten Hannesbo sagt, in dieser Zeit habe sich die Stärke der AMAG gezeigt und erwähnt dabei die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmen der Gruppe mit den Händlern und Partnern. Auch die Werkstätten hätten gut gearbeitet und es sei gelungen, die Marktanteile zu steigern und keiner der Händler habe Konkurs anmelden müssen, so Hannesbo weiter. Die AMAG Gruppe beschäftigt aktuell 6472 Mitarbeitende. Davon sind 728 Lernende.

Fokus auf Dienstleistungen

2020 habe man den Fokus auf neue Dienstleistungen gelegt und am 16. März AMAG Retail mit dem Online-Sales-Portal gestartet. Von der Auswahl über die Preisverhandlung bis hin zum Eintauschangebot und die Zulassung des neuen Autos ist alles online möglich. Auch sonst hat die Gruppe das Angebot für die Autonutzung ausgebaut: Vom Kurzzeitsharing, der klassischen Fahrzeugmiete über Abomodelle bis zum Leasing, die AMAG kann heute, um CEO Hannesbo aus der Medienmitteilung zu zitieren, fast jedes Kundenbedürfnis rund um die motorisierte, individuelle Mobilität erfüllen.

Automarkt auf das Niveau von 1980 eingebrochen

Der Schweizer Automarkt ist 2020 deutlich eingebrochen und liegt mit 236’828 Einheiten und einem Minus von 24,0% auf dem Niveau wie 1980. Dem konnten sich auch die AMAG Marken nicht entziehen. Insgesamt konnten trotzdem 71’290 Personenwagen zugelassen werden. Damit konnte die AMAG ihren Marktanteil auf erstmals 30,1% steigern. Fünf AMAG Modelle liegen dabei in den Top-Ten der Modellrangliste, der ŠKODA Octavia ist zum vierten Mal auf dem Siegerpodest.

Die Marktperformance der AMAG-Marken

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Investitionen und Expansionskurs

Insgesamt investiert die AMAG am Standort Birrfeld in den kommenden Jahren rund 65 Millionen Franken. Die AMAG Automobil und Motoren AG übernimmt per 1. April 2021 das VW- und VW-NF-Geschäft der Basler Grosspeter AG. Zudem werden in Biel, Noranco, Emmen und Bachenbülach neue Betriebe eröffnet, in Wettswil und Balerna zudem zwei neue Carrosserie Center. Anfang 2021 geht mit «AMAG Occasionen» ein neues Angebot und Qualitätsversprechen der AMAG an den Start, das für alle Standorte und Occasionen gelten wird. Am Standort Schinznach-Bad wurde am 4. Januar 2021 ein erster AMAG Classic Standort eröffnet, der sich um Old- und Youngtimer aller AMAG Marken kümmern wird.

Nachhaltigkeit als fundamentale Veränderung

Die AMAG habe 2020 und Jahre zuvor sehr solide gearbeitet, sagt Helmut Ruhl, CFO und ab dem 1. März CEO der AMAG Gruppe. Man werde das Kerngeschäft weiterhin hegen und pflegen aber es gelte, Nachhaltigkeit sei kein Trend, sondern eine Fundamentale Veränderung. Ruhl: "Wir stehen am Beginn des «Elektrozeitalters». Und wir wollen uns zur führenden Anbieterin nachhaltiger individueller Mobilität entwickeln."



 
 
 
 
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